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Afrika.
Auskunft über das Gebirgsland erhielten wir vom Capikän Gordon Cumming, welchergewaltige Waidmann hier fünf Jahre mit der Jagd der Elefanten und andern Gewildeszubrachte (von 1843—48). Während dieser langen Zeit war sein Wagen fast seineinziges Hauch und oft verließ er auch dieses und brachte viele Tage und Nächte imFreien oder in einer einsamen Höhle zu, um seiner Beute nachzustellen: ein sichererBeweis, wie zuträglich hier das Klima ist. Später noch, im Jahre 1851, drangder Reisende Gassiott von Natal aus über den Drakenberg und die obern Vaal-länder bis zum obern Limpopo vor. Seitdem aber haben die Boers auswärtigenReisenden den Zutritt zu diesen Gegenden nicht weiter gestattet.
Noch bleibt uns das Hochland zu betrachten übrig, welches vom Schwachaubbis zum Kunene den Westrand des Beckens bildet. Vom Schwachaub, dessen Usermerkwürdigerweise 1000 Fuß über seinem Bette emporragt, steigt das Land zudem nördlichsten und höchsten Gebirgszuge des Awaßsystems auf. Nördlich vommittlern Schwachaub erheben sich die schönen, regelmäßigen, gleichsam teneriffaartigenDoppelkegel von Omatoko und Diambvtoothu 6000 Fuß, und an diese schließen sichwestlich die Kalksteintafelberge von Koniato, Jakabaka und Erongo an, welcher letz-tere, 15 Meilen lang und 2800 Fuß hoch, eine solide, glatte, glänzend weiße Kalk-steinmaffe bildet, die oft in Stellen von mehren Hundert Fuß nicht eine Spalte aus-weist. Von diesem Gebirgszuge (21°) erstreckt sich bis zum 18.° der südliche Theildes Hochlandes, Hereroland, begrenzt im Norden durch einen doppelten niedrigen Ge-birgszug, den Omuwereum und den Kutjianaschongui. Der Omuwereum. (20°Breite), fortgesetzt vom Eschuameno, ist ein breites, scharfzackiges Gebirge, ungemeinrauh und gleichsam aus zusammengewürfelten Felsmassen componirt. Am Nordfußedes Omuwereum liegt der große, aber gewöhnlich trockene See Omanbonda. Daszwischen dem Omuwereum und dem Kutjianaschongui befindliche Land ist öde undunfruchtbar. Der Kutjianaschongui besteht aus niedrigen Kalksteinanhöhen und hatan seinem Nordsuße viele vulkanische Spuren, wie den kraterartigen runden TeichOtschikoto, 400 Fuß im Durchmesser und mit 180 Fuß tiefem Wasser. Die Uferdes Teiches sind völlig senkrecht. Auch liegt hier die Salzpfanne Etoscha, 9 Meilenbreit und 15 Meilen lang, zur Regenzeit ein See. Hieraus folgt mit sanftem, fastunmerklichem Abfalle das Thal des Kunene, welcher Fluß einen breiten Ausschnittin diesem Theile des Beckenrandes bildet. Im Süden liegt zuvörderst die großeEbene Otschihako-wa-Motenga, mit dichtem Gras-, aber ohne Baumwuchs, dasWeideland der Owampo; dann folgt Ondonga, das Kornland derselben, mit über-aus reichem und ergiebigen Boden. Im Osten fällt das Hochland nach dem Innerndes Beckens zu, lOO.Meilen westlich vom Ngami, über 1000 Fuß in hohen rauhenHügel» und tiefen Schluchten ab, welcher Abfall im Süden als die Tdibahügel be-zeichnet werden. Der Küstenstrich am westlichen Fuße des Hochlandes heißt Kaoko, eine40 Meilen breite Sandwüste, unbewohnbar, außer an den Ufern von fünf Flußbetten,die vom Hochlande her hindurchziehen und gewöhnlich etwas Wasser führen.
Eigentlich fließende Gewässer gibt es im ganzen Hochlande nicht. Das einzigebedeutende Flußbett ist das des Omorambo, welcher beim Omatoka entspringt, erstnordöstlich, dann durch die wilden Schlünde des Ostabfalls östlich und endlich süd-östlich zum Ngami zieht. Der Omarambo ist während der trockenen Zeit so durch-aus trocken, daß man das Bett mitunter gar nicht erkennen kann. Doch enthältdas Bette alle drei oder vier Stunden Vleye (Grabwasser), nach dem man freilichoft ziemlich tief graben muß. Auch. sind Quellen nicht zahlreich.
Hereroland ist überhaupt sehr dürr und trocken, wofür es jedoch sich einessehr gesunden Klimas erfreut. Nur sind, wie auch in Australien bei ähnlichem Klima,Augenkrankhciten häufig. Im Winter herrscht ziemliche Kälte, im Juli sind Nacht-fröste und Eisbildung gewöhnlich. Der größte Theil des Landes ist mit dichtem,fast undurchdringlichem Dorngestrüppe bestanden, unter welchem der schreckliche Ha-kendornbusch, 15 Fuß hoch, dicht mit sehr großen und starken hakenförmigen Dornenbesetzt. Mehre Dornenarten geben Gummi. Das eigentlich bewohnbare Land von