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Afrika.
Rheinischen Missionsgesellschaft zu Barmen aufgenommen, welche zu dem Behufedie Bruder Kleinschmidt und Hugo Hahn entsandte. Der alte Schmelen in seinerBegeisterung gab seine Tochter dem Kleinschmidt zur Ehe. In Eikhams wurdenHahn und Kleinschmidt von Ionker gut empfangen, sodaß sie nun im Juni 1844an einer, bei einer starken Quelle am Schwachaub belegenen Stelle, zwei Tage-reisen von Eikhams, ein Haus erbauten, welches sie in Anerkennung der Schme-len'schen Bestrebungen „Schmelen's Verwagting" (Schmelen's Erwartung) nannten.Durch die wesleyaner Missionare aus Eikhams selbst vertrieben, bezogen sie Schme-len's Verwagting im October desselben Jahres, mußten jedoch diesen Wohnsitz nochin demselben Monat wieder verlassen, weil wegen Dürre im innern Lande zu großeMassen von Hereroheerden nach der schönen Quelle getrieben wurden. Sie zogendeshalb den Schwachaub weiter hinunter und begründeten Otjikango oder Neubar-men, wo der Boden steinig und in der Nähe eine warme Quelle ist. Hier blie-ben die Brüder Hahn, Rath und Kolbe, welche beiden Letztem an Kleinschmidt'sStelle getreten waren, vier Jahre lang gleichsam eingekerkert, indem sie durch Jon-ker's fortwährende Kriegszüge und ihre Unkunde der Landessprache an jedem ausge-dehntem Verkehr mit den Hererv behindert wurden. Endlich im Jahre 1849 griffensie ihr Werk mit Nachdruck an. Hahn blieb in der Mission Neubarmen, Kolbe bezogSchmelen's Verwagting, und Rath gründete weiter unterhalb am Schwachaub einedritte Station, Otjimbingue, drei Tagereisen zu Wagen von der Station Neubarmen.Hier war guter Ackergrund, und Rath versuchte Korn- und Gartenbau, und zwarmit dem besten Erfolg. Weizen, Rüben und Erbsen, Kartoffeln, Salat uud Zwie-beln wuchsen ohne Irrigation. Es lieferte dies einen geringen, doch sichern Beweis,was sich am Schwachaub leisten ließe.
Schnell sammelte sich, wie überall in Afrika geschieht und namentlich bei denvielfach zertrümmerten Hererostämmen natürlich war, aus allen Gegenden ein^ großeAnzahl von armen Leuten, unter denen freilich auch viel Gesinde! sich befand, aufden Missionsstationen. Dieselben erkannten die Missionare als ihre Häuptlinge anund leisteten willig Gehorsam. Die Reichen sahen sich allerdings verhindert an derNiederlassung theilzunehmen, da ihnen die Trockenheit des Landes das Nomadisirenmit ihren Viehheerden nothwendig machte. Doch setzte sich bei Schmelen's Verwagtingder Häuptling Kahitjene mit zahlreichen Heerden fest. In der Kirche erlangten dieMissionare wenigstens den Erfolg, daß die Leute kamen und stille zuhörten. In derSchule hatte man bald einige Kinder, welche lesen und singen, auch schreiben lernten.
Als so Alles guten Erfolg versprach, da kam plötzlich die schreckliche Nachtvom 23. Aug. 1850 über Schmelen's Verwagting. Ionker überfiel Kahitjene'sWerft; seine Reiterei stürzte heran, plünderte und zerstörte sämmtliche Hütten, ver-stümmelte und tödtete die Einwohner; die ganze Nacht-durch war des Schießens undMordgeschreis kein Ende. Doch wurde die Station selbst, wo Kolbe und seinejunge Frau des augenblicklichen Todes gewärtig, verschont. Kolbe, dessen Bleibensnun nicht länger in Schmelen's Verwagting sein konnte, flüchtete sich nach Ncu-barmen, desgleichen auch Kahitjene mit den übrigen Überlebenden, die jedoch sofortweiter ins Innere flohen. Auch einige der Hereroweiber, denen von Jvnker's Ghau-Damup, welche, als die erbittertsten Feinde der Herero, bei solchen Gelegenheiten sickimmer am grausamsten erwiesen, die Füße abgehackt worden waren, krochen, indemsie die Stummel in den Sand gesteckt und so das Blut gestillt hatten, den Wegnach Neubarmen, 20 englische Meilen, weit!
Ionker hatte bisher die Missionare beschützt; allein er hatte ihnen oder den an-dern Weißen nie gestatten wollen, in Hereroland einzudringen, sowie er auch dieCaphändler immer daran verhinderte. Als Hugo Hahn von Neubarmen aus eineEntdeckungsreise ins Innere machen wollte, wurden ihm von einer Jonker'schen Truppealle Reitochsen fortgeführt und zurückgehalten, bis die zum Reisen geeignete Jahres-zeit vorüber war. Denn, wenn es freien Verkehr gäbe zwischen Weißen und He-rero, so würden diese bald Feuerwaffen kaufen und den Namaqua gleich werden.