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Afrika.
Ionker faßte daher auch den Entschluß, das Festsetzen eines so bedeutenden Häupt-lings wie Kahitjene bei den Missionaren zu verhindern, zugleich auch diese, ohne siedoch selbst anzugreifen, durch Einschüchterung zur Rückkehr zu bewegen. Die Hererodagegen hatten die Missionare wegen des Schuhes, den sie offenbar von Ionker genossen,sowie wegen der lichter« Hautfarbe, die sie mit dem Namaquahäuptling gemein,öfters in Verdacht gehabt, sie seien Jonker's Spione. Da nun bei diesem Überfalledie Herero rings um Kvlbe's Haus getodtet, er selbst aber gar nicht angegriffenworden war, so wurde ihnen dieser Verdacht bestätigt. Die Stellung der Missionarebei den Herero gestaltete sich somit immer gefährlicher. Sobald Kolbe Schmelen'sVerwagting verlassen hatte, plünderten darum auch die Herero das Missionshaus.
Ionker aber erklärte den Missionaren auf deren Vorstellungen, er habe nichtsgegen die Missionen, und wünsche, daß die Herero das Wort Gottes vernehmenmochten. Drei Tage vor dem Überfall war nämlich der Engländer Galton, beglei-tet von dem norwegischen Naturforscher Änderst» und dem Rheinischen Bruder Schöne-berg, in der Walfischbai angekommen, was Ionker, der sich sehr vor den Englän-dern fürchtete, einen Schrecken eingeflößt hatte. Galton machte Ionker schriftlich Vor-stellungen und drohte ihm mit dem Zorne des Gouverneurs am Cap, wenn er dieHerero ferner behellige. Im December halte Gallon eine Zusammenkunft mit Jon-ker, den benachbarten Häuptlingen Cornelius und Swartboy und dem versammeltenRathe der Alten. Viele sprachen im Rathe, Alle zur Sache. Sie beklagten dielangen Fehden: man könne weder pflanzen noch säen; die Leute seien müßig und, un-ruhig; es sei kein Gesth im Lande. Schuld daran seien die unaufhörlichen Über-fälle der Herero, und,es fxage sich, was zu thu», um sich gegen Mord und Raubzu schützen. Ionker und die Übrigen gelobten jedoch endlich, in Zukunft ihre Hän-del mit den Herero aus rechtlichem Wege ausgleichen zu wollen. Aber wie sehrdies seitens Jonker's nur Schein war, zeigte sich bald. Nach dem kurzen Schrecken,den der Engländer eingeflößt hakte, begann der Vertilgungskrieg gegen die Hereromit erneuter Wuth. Ein Werft nach dem andern wurde geplündert und das Viehfortgeführt. Doch blieben die Missionen selbst noch unangefochten. Ionker zog woldickt vorbei wie zum Spott und Hohn, that ihnen aber nichts zuleide. Ais dieMissionare sich dadurch nicht einschüchtern lassen wollten, wurde endlich im Juli 1852die Station Otjimbingue selbst angegriffen, geplündert und der Missionar selbst'miß-handelt. Dies war denn Fingerzeig genug, daß Ionker der Missionen überdrüssig sei,und man sah sich daher genöthigt, dieselben, wenn auch nur vorläufig, wieder auf-zugeben.
Die Herero ihrerseits stehen indessen selbst untereinander in steter Fehde. Seit-dem die Ooilem eingedrungen und manche Häuptlinge ihrer Habe beraubt, suchen sichdie Geplünderten eben durch Plünderung an ihren eigenen Stammgenossen zu ent-schädigen. Den Herero geht auch jede Einigkeit ab, um den Angriffen Jonker's mitMacht entgegenzutreten. Die Häuptlinge hegen vielmehr so großen gegenseitigen Haß,daß sie oss mit Ionker gegen ihre eigene Stammgenossen im Bündniß stehen. DieFolgen solch selbstmörderischen Zerwürfnisses konnten daher nicht ausbleiben. Eswurden in den letzten Jahren ganze Stämme der Herero ausgerottet, oder sie irrenin elenden Trümmern umher, und es wird daher dieser zu weit nach Westen gestoßeneBatschuanastamm in seiner Vereinzelung erliegen.
Bei weitem günstiger sind die Verhältnisse der Owampo im nördlichen Hoch-lande. ^ Sie besitzen ein reiches, fruchtbares Land. Das Dorngestrüppe von Herero-land Hort hier auf. Obwol an Wasser kein Überfluß und keine fließenden Gewässervorhanden, ist doch Ondonga eine herrliche Ebene mit Kornfeldern, prachtvollem Baum-wuchs, Palmen und zahlreichen Frucht- und Nutzholzbäumen. Die Palme beginntmit 20° Breite. Häufig ist eine schöne Palme, ein bis 60 Fuß hoher Baum, dernordafrikanischen Dompalme ähnlich, mit fächerartigem Laub und stacheligem Stamm.Die Frucht hat die Größe und Gestalt eines Apfels, eine hellkaffeebraune, dünneDie Gegenwart. Xll. 14