210 Afrika.
Rinde, einen harten, innern Kern und dazwischen die genießbare Substanz, welche ge-trocknet in Farbe und Geschmack Pfefferkuchen gleicht. 'Auch finden sich hier eigen-thümlich mandelartige Früchte, eine Art Kirsche und ein Apfel mit Steinkern. Kupferist häufig wie im ganzen Westrande des Sambese- und Orangebeckens. Die wildenThiere sind die gewöhnlichen. Der Elefant beginnt mit der Palme in 20°.
Die Owampo bauen zwei Arten von Cerealien, einen vortrefflichen Mais undeinen eigenthümlichen sehr ergiebigen Hirse. Beide Getreideartcu stehen an acht Fuß hoch.Nur die Ähre wird bei der Ernte abgeschnitten, das Stroh bleibt stehen. Das Feldwird mit der Hacke bestellt. Man unterhält saubere Kornscheunen und Dreschfiuren.Die Owampo bauen auch Hülsenfrüchte, Kürbisse, Kalabasse und Taback. Sie ha-ben zahlreiche Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner, die letztem von einersehr kleinen Art. Die ganze Bevölkerung lebt auf Gehöften, von welchen durch-schnittlich zehn auf eine englische Quadratmeile kommen. Dieselben liegen so dichtzusammen, daß es keine Straße in Ondonga gibt, sondern nur Pfade, welche durchdie Gehöfte hindurchsühren. Die Häuser sind in bestem Batschuanastile erbaut. DieHauptnahrung besteht in Mehlspeise, namentlich Maisgrütze und saurer Milch. Auchbereiten sie Bier wie die Batschuana.
Obgleich die Owampo in ihrer Lebensart viel mit den Batschuana übereinstim-men, gehören sie doch ihrer Körperbildung nach zu demselben Negerstamme wie dieGhau-Damup, mithin zu den Ursassen des Landes. Es sind häßliche Schwarzemit starken Knochen und stark ausgeprägten Zügen; die Weiber sind jedoch lebhaftund einnehmend, mit offenen, heitern Gesichtern. Wie abstoßend aber im Ganzendas Äußere der Owampo, haben sie doch sehr ansprechende Sitten: sie sind reinlich,fleißig, gesellig, gutmüthig, heiter, friedfertig. Wohlstand ist allgemein; Alle sindwohlgenährt und nur selten krank, denn das Klima des Landes erweist sich sehrgesund. Sie tragen, wie alle Neger, nur sehr geringe Kleidung, schmücken sich da-gegen reichlich mit Glasperlen und Ringen. Ihre Waffen sind Bogen und Pfeile,Spieße, Dolche, welche sie in zierlich mit Kupferplatten oder- Kupferdraht belegtenScheiden tragen. Ebenso haben sie die leidenschaftliche Liebe für Tanz und Musikmit den andern Negern gemein. Ihre musikalischen Instrumente bestehen in derTrommel und einer siebenfältigen Guitarre. Der König der Owampo hat eine Leib-garde von Hottentotten, welche mit Zierrathen überladen ist. Es gibt zahlreicheHottentottenstämme im Osten von Owampoland, und Hottentotten wohnen jedenfallsbis weit in Benguela hinein und bis an die Nordgrenzen des Sambesebeckens.Viele Herero dienen bei den Owampo als Rinderhirten.
Im Norden des beschriebenen Tafellandes fließt der große Norsefluß oder Ku°nene von dem Hochgebirge von Benguela nach dem Atlantischen Ocean. Der Ku-nene hat eine schnelle Strömung, marschige oft überschwemmte Ufer; die Mündungist aber von der See aus nicht zu erkennen, indem sie von dem breiten Sandsaum,der diese ganze Küste umzieht, abgesperrt wird. Von dieser Barre aus aber führtder Kunene in das Herz von Südafrika. Der Kunene fließt in seinem obern Laufeals Mukurn-Mukovandscha im Lande der Bawicka nur zwei bis drei Tagereisen vonder obern Tiuge, wonach einige Wahrscheinlichkeit vorhanden wäre, daß während derFlutzeit eine fast ununterbrochene Bootfahrt vom Atlantischen Ocean quer durchAfrika nach dem Indischen Ocean ausgeführt werden könnte.
Das Hochgebirge, welches Benguela vom innern Sambesebecken trennt, ist nichtnäher bekannt; wie es scheint, tritt es sehr großartig auf, besitzt prachtvolle Waldun-gen und birgt Eisen, Kupfer, Schwefel und andere werthvolle Producte.
.Die Erkundung des südwestlichen Randes des Sambesebeckens verdanken wirdem Engländer Galten und dem Schweden Andersen. Dieselben wurden durch dieEntdeckung des Ngami zur nähern Untersuchung der anliegenden Länder veranlaßt.In Capfladt erfuhren sie, daß die Boers den Weg über den Kurritschan zum Ngamiabgesperrt und schon einige englische Reisende zurückgewiesen hatten; sie beschlossendaher, von der Walfischbai aus ins Innere zu dringen, wobei ihnen die deutschen