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Zwöflter Band.
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Afrika.

Grüße. Diese schöne Ebene, 40 Tagereisen von Norden nach Süden und 20Tagereisen von Westen nach Osten, bewohnt das große Volk der Arnnda (Alunda).Dieselben sind sehr schwarz, tragen als gewöhnliche Kleidung einen Unterrock, wel-cher bis an die Knie reicht und mit einem ledernen Gürtel befestigt wird. Dar-über tragen sie als Staatskleid ein volles, vorn gefaltetes Oberhemde mit dreifarbi-gem Saume, welches ein würdevolles Ansehen verleiht. „ Da das Land so fruchtbar,Regen regelmäßig und reichlich, so haben die Arunda Überfluß an Manioc, welcheWurzel ihr Hauptnahrungsmittel ausmacht und bei jedem Mahle gespeist wird. Siebesitzen außerdem verschiedene Arten von Bananen, Aam und sonstige Früchte.Der Ackerbau ist den Weibern überlassen und auf der niedrigsten Stufe. Sie ge-nießen selten Fleisch, treiben daher keine Viehzucht und besitzen nur wenige Ziegenund Geflügel. Dagegen versehen der See und die Flüsse die Arunda mit Überflußan Fischen, die sie aber nicht zu salzen verstehen, obgleich die Fische, oft halb faul,einen ihrer wichtigsten Handelsartikel ausmachen. Der wichtigste Erwerbszweig fürdie Arunda ist der Handel, dem sie mit Vorliebe ergeben sind, sodaß sie darüberAckerbau und Viehzucht vernachlässigen. Da eine große westöstlich den Continentdurchziehende Handelsstraße in ihrem Besitze ist, so befinden sie sich, wie schon an-gedeutet, für den Handel in einer vortheilhasten Lage. Lucenda, die Hauptstadt, liegt(9° 29'südlicher Breite und 29° 16' westlicher Länge) nördlich von der untern Luagulaan einem großen Sumpfe, der Mauwa genannt, welcher mit der Luagula in Ver-bindung steht — eine behufs sicherer Vertheidigung gewählte, freilich höchst ungesundeLage. Hier ist der Sitz des regierenden Casembe.

Zu dem Reiche der Arunda gehört auch Lobala (Lowal, Louyar). Obgleichnur aus rauhem Gebirge und weiten, für den unkundigen Reisenden gefährlichenMorästen bestehend, ist dieser Strich vielleicht einer der reichsten Theile der Besitzun-gen des Casembe. Die dortigen Einwohner bezahlen alle ihre Bedürfnisse mit Salzund Kupfer, den einzigen Erzeugnissen des Landes, wenn, man das häufige Wildund die in Seen und Flüssen zahlreichen Fische ausnimmt. Bei lebhaftem und regel-mäßigem Handel erfreuen sie sich eines altbegründeten Wohlstandes. Das hochge-schätzte Salz gewinnt man in der hohen und ausgedehnten Salzmarsch von Quigila,indem die von der Asche der in der Marsch wachsenden Pflanzen erhaltene Laugeabgedampft wird. Die Bedeutung von Quigila hat sich auch dadurch geltend gemacht,daß von hier aus die Casembe das Land der Arunda eroberten. Lobala oder Qui-gila stand früher unter den Muropue (Fürsten) der Malua. Um das Jahr l7L0aber trug Gang« Abilonda, Statthalter dieses Bergwerks- und Salinenbezirks, seineWaffen nach Osten und eroberte das Land der Arunda. Die Folge der Eroberungaber war, daß Lobala dem neuen Reiche der Arunda einverleibt und das Ganzevon den Muropue unabhängig gemacht wurde, obgleich die Casembe, d. h. ebenStatthalter, eine gewisse Oberherrlichkeit der Muropue noch anerkennen. Der Ca-sembe hat ein starkes stehendes, wohlgeübtss Heer.

Zwischen dem Njassisee und den Arunda sitz^i noch die unabhängigen Völker-schaften der Musocuma und Anomba und im Süden derselben zu beiden Seiten desSees die Njassa. Das Wenige, was man bisher über die Besitzungen des Mu-ropue und Casembe erfahren hat, gründet sich auf die Expedition zweier Pombeirosoder eingeborenen Handelsreisenden, welche zu Anfange dieses Jahrhunderts von da Costa,Superintendenten von Casange in Angola (ein von den Portugiesen abhängiges Reichin Niederguinea), mit dem Auftrage abgesandt wurden, den Continent quer bis zurSambesemündung zu durchziehen und mit dem Muropue und andern einheimischenFürsten einen freundschaftlichen Verkehr anzuknüpfen. Die großen Schwierigkeitendes Unternehmens zeigten sich bald. Um die Besitzungen des einheimischen Häupt-lings zu Casange zu vermeiden, welcher keine directen Verbindungen der Portugiesenmit dem Innern gestatten wollte, zogen sie längs des rechten Ufers der Quanzanach Südosten. In der Entfernung von acht Tagereisen von der portugiesischenGrenze wurden sie von einen, kleinen Häuptlinge ausgehalten; sie drangen jedoch