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Zwöflter Band.
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Deutsche Literatur im Auslande.

mentlich durch die „Kritik der reinen Vernunft", hervorbrachte, konnte begreiflicher-weise auch auf die leitenden Geister Frankreichs nicht ohne bedeutenden Einfluß bleiben.Ein tieferes und ausgebreiteteres Studium Kant's, im Zusammenhange mit den übri-gen Systemen der deutschen Philosophie, hat jedoch erst in letzterer Zeit platzgegrisfen.Zu den frühern speciellen Arbeiten über Kant's Philosophie gehört das Werk vonCharles deVillers: „pküosoptiis dsXsnt, ou prinoipss konciamsntsux äs Is plnlosoplnstrsnsosncksntais" (Metz 4802). Zu den Zöglingen und Anhängern der deutschen Philo-sophie sind außer Villers nvch Tissot, Degerando, dessen 4804 erschienenes Werk „Uistoirsoomparss 6ss Systemes 6s plnlosopkjs" auch eine ausführliche Kritik der Kant'schenPhilosophie enthält, Cousin, Remusat, Barchou de Penhoen und mehre jüngere Män-ner zu rechnen, die wir später nennen werden, und die wie jene eine bedeutsameStellung in der französischen Literatur einnehmen.

Zu der während der letzten Jahrzehnde des vorigen Jahrhunderts sich fortwäh-rend steigernden Würdigung des deutschen Geistes kam noch gleichzeitig der Umstand,daß auch auf künstlerischem Gebiete, namentlich dem der Musik, von deutschen Mei-stern Werke geschaffen wurden, welche sich in allen gebildeten Ländern Anerkennungund Eingang verschafften und auf dem Gebiete der Kunst, dem sie angehörten,Umgestaltungen und Umwälzungen der durchgreifendsten Arr zur Folge hatten. RafaelMengs arbeitete nicht nur durch seine Schriften, in denen er an den GrundsätzenWinckelmann's festhielt, sondern zugleich durch eigene Productionen dem Tagen rei-nern Geschmacks und reinerer Kupstübung vor und war der auch von Königshöfengesuchteste europäische Künstler seiner Zeit; und Ritter Gluck reformirte die Opern-musik von Grund aus, lieferte der großen pariser Oper die epochemachenden Werkeseiner vollendetsten Periode, überflügelte seine Neider und Nebenbuhler in Paris selbstund schlug sie aus dem Felde. Angesichts der großen Schöpfungen Gluck's, Haydn'sund Mozart's mußte sich das französische Publicum gestehen, daß es einem Volke,welches auf dem Gebiete der Musik so Epochemachendes leiste, nicht an Befähigungfehlen werde, auch aus dem Gebiete der Poesie und productiven Literatur Großeshervorzubringen. Dies Alles trug dazu bei, die Vorurtheile der Franzosen zu zer-stören und sie geneigter zu machen, auch den deutschen Dichterwerken mit größermVertrauen entgegenzukommen, als dies früher der Fall gewesen.

Diese Vorurtheile, schon mächtig erschüttert, konnten ganz und Lar nicht mehrStich halten, als Goethe und Schiller mit Dichtungen auftraten, welche eine gänz-lich neue Phase der Poesie überhaupt bezeichneten und eine neue Welt von Empfin-dungen und Gestaltungen ausschlössen. Namentlich wurde der „Werther" auch inFrankreich mit außerordentlicher Theilnahme begrüßt und bereits im Jahre 4776, dann4777, 4784 (von Deyverdun), 4795 (unter dem falschen Titel: „Lsssions" statt„Zouüngnoss 6u ssuns'iVsrtdsr"), 4 804, 4804 (von delaBedoyere), ferner von L. Seve-linges übersetzt. Es ist bekannt, daß „Werthxr" ein Lieblingsbuch Napoleon's war,daß er ihn während seiner Überfahrt nach Ägypten, im Ganzen aber sieben mallas und ihn förmlich zu einem Gegenstände seines Studiums machte. Die Unter-redung, die später Napoleon mit Goethe selbst über den „Werther" in Erfurthatte, ist bekannt*); weniger allgemein dürfte aber bekannt sein, daß der Exkönigvon Holland den „Werther" sogar nachahmte in: „Nnris ou Iss psinss 6s I'smour"(Gratz 4814). Eine andere Nachahmung erschien schon 4 791 unter dem Titel:„'tVsniisris ", und auf die Bühne gebracht wurde „Werther" im Jahre 4 792 ineiner Bearbeitung von Dejaure unter dem Titel: „XVertftsr st 6ksrlotts", als glück-lich endende Operette. Goethe selbst äußerte in Bezug auf die Aufnahme, welchedem Roman in Frankreich zutheil wurde: „Der Erfolg war groß, denn das allge-mein Menschliche drang durch." Übrigens war von Goethe's Werken bis zu dem

Über diese Unterredung berichtet unter Anderm die angeblich nur in zehn Exemplarenabgezogene Schrift von S. Sklover: „Lntrsvus 6s dmpolson st 6s Oostbs, suivis 6onotos st 6s oommsotsirss."