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Zwöflter Band.
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Deutsche Literatur im Auslande.

spruch, daß die „größte Aufgabe unsers Jahrhunderts" die sei, sowol in der Politikwie in der Literatur und Wissenschaft eine intime Annäherung zwischen Frankreichund Deutschland zu begründen. Auch sind hier zu erwähnen die „Ütuäss sur 6osO>s"von L. Marmier.

Schiller's Dichtungen und Schriften wurden während dieser Periode ebenfallsvielfach übersetzt. So die Tragödien von dem später als Geschichtschreiber vorzugsweiseberühmt gewordenen Barante, Pair von Frankreich, unter dem Titel „Oeuvres äegma-tiquss äs 8oluIIsr (1834—38; 2.Aufl., 1841); dann von Marmier, dessen Übersetzungbereits die dritte Auflage erlebt hat. Von „Cabale und Liebe" erschienen in den Jahren1825 und 1826 unter verschiedenen Titeln nicht weniger als drei Bearbeitungen. Den„Wallenstein" übersetzten Liadieres (1829), der jedoch die Dichtung und namentlich denHelden gar sehr verunstaltete, und F. Le Francois; „Wallenstein's Lager" Villeneuve derJüngere. „Maria Stuart" wurde von Mehren übersetzt oder bearbeitet. Die glück-lichste Nachbildung ist die von Pierre Antoine Lebrun (2. Aufl., 1820); es istdiejenige, welche der Rachel Gelegenheit gab, sich in der Titelrolle auszuzeichnen.Die „Jungfrau von Orle'ans" wurde nicht nur mehrfach übertragen, z. B. in Versenvon Madame Pavlof, sondern kam auch als Theaterstück in einer Nachbildung, vonAlexander Soumet im Disätrs kronHais 1845 zur Aufführung. Unter den Über-setzungen des „Wilhelm Teil" ist wol die von I. H. Merle d'Aubigne die nam-hafteste. Noch im Jahre 1854 erschien zu Lüttich eine neue etwas freie Bearbeitungdes Schiller'schen „Don Carlos" von Ame'dee de la Rousseliere. In der Vorredeerzählt der Verfasser, daß er seine Bearbeitung dem Ibsstrs kean^ais angeboten, dasPrüfungscomite sie aber zurückgewiesen habe aus Rancune gegen den „armen Deut-schen", diesen Friedrich Schiller, den de la Rousseliere den „deutschen Sophokles"nennt. Einzelne von Schiller's Gedichten finden sich zerstreut, z. B. in den „possissgllswsnäss" (1830); eine größere Partie davon übersetzte Madame Morel unterdem Titel: „Okoix äs possiss fugitivss", und C. Jordan in den „ Poesie« äsSolüilei-"; vollständig übersetzte sie Marmier im Jahre 1844. Auch Schiller'shistorische Schriften und sein „Geisterseher" gingen mehrfach in das Französische über,ja im Jahre 1838 erschien: „I-ss rawans äs 8obiIIsr", von Pitre Chevalier, derunter diesem etwas ausfallenden Titel nicht nur den „Geisterseher", sondern auchmehre kleinere Pieren erzählenden oder anekdotenähnlichen Charakters begreift. Per-sönlich den Franzosen Schiller näherzubringen, unternahm A. Weill, welcher seine„Viss äss grZnäs kommss ä'.4Ilsmk>Ms" mit einer Biographie Schiller's eröffnete.Ein Franzose, I. N. Fontaine, erwählte Schiller sogar zu dem Helden und demMittelpunkte eines dramatischen Gedichts: „8obiIIsr", worin jedoch mancherlei Wun-derlichkeiten vorkommen. Zu erwähnen ist hier noch die in Brüssel erschienene Schriftdes Barons Reiffenberg: „8ouvsnirs ä'un psIsrmaAs sn I'lwnnsur äs 8olul!ee."

Von Wieland's „Oberen" erschien anfangs der zwanziger Jahre eine freie Be-arbeitung von L. de Sabaroth unter dem Titel „Obsnon, ou ur> momsnt ä'oubli".Auch Jean Paul fand Beachtung, obschon in geringerm Grade als in England.Theils fehlt es den Franzosen von Hause aus an Empfänglichkeit für den eigentlichenHumor, der wesentlich germanischer Art ist, theils schreckte sie die Jean Paul'scheFormlosigkeit, theils war die fast absolute Unübersetzbarkeit Jean Paul's einem allge-meinen Bekanntwerden desselben in Frankreich im Wege, obschon der tüchtige Phi-larete Chasles den riesenhaften Versuch wagte, selbst Jean Paul's so schwierigen„Titan" französisch zu reproduciren. Auch erschienen bereits in Jahre 1829 in Paris„psnssss äs .Isan Paul, sxtesits äs tous sss ouvragss". Tieck genoß und genießt beiden eigentlichen Literatnrkennern in Frankreich wol Ansehen, wie unter Anderm das ihm1841 unter Guizot's Ministerium verliehene Kreuz der Ehrenlegion beweist, aber imAllgemeinen sind dortzulande seine Dichtungen und Schriften sehr wenig bekannt.Zu den Verehrern Tieck's gehörten unter Andern der Bildhauer David, der nament-lich des Dichters, Jugendwerke sich mit künstlerischer Jugendwärme angeeignet hatteund nach Dresden selbst kam, um zum Zwecke einer Marmorbüste Tieck's Kopf in