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Äeutscbe Literatur im Auslande.
kolossalem Maßstabe zu modelliren; ferner Marmier und der Marquis Cubieres, welcheBeide Tieck in französischen Versen besangen. Im Jahre 1833 wurde sein „Hexen-sabbath" unter dem Titel: „1>s ssbbat äss soreivres; oiironiqus äs 1159", über-seht, auch gingen einzelne seiner Novellen in Sammelwerke über; sein „Dichter-leben" findet sich z. B. übersetzt in den von A. L. und I. Cherbuliez herausgegebe-nen „Natinsss 81118868 ou oontss trsäuil8 äs I'Msmsnä", welche Sammlung auchStücke von Friedrich Laun, Zschokke, Johanna Schopenhauer u. f w. enthalt. Währendan solchen Sammlungen, zu denen auch die in Paris erschienene „OoIIsotion äs romansslismsnäs" gehört, in Frankreich gerade kein Mangel ist, wurden größere deutscheRomane äußerst selten ins Französische übersetzt; doch übertrug Loeve - WeimarsEiniges von van der Velde, Jsabelle de Montolieu den „Agathokles" der KarolinePichler, und im Jahre 1821 erschienen „dlouvs1Is8 pau Ll-iä. Osroims Liotilsr"(1 Bde.). Das größte Aufsehen erregten die phantastischen Erzählungen E. T. A.Hoffmann's, die Loeve-Weimars unter dem Titel „Lsntsg lsnts8>iqus8" (1829)zuerst übertrug. Seitdem sind sie mehrfach übersetzt und auch illustrirt worden. Dieneueste Bearbeitung sämmtlicher Hoffmann'schen Novellen ist die von Champfleury,und man kann mit vollstem Rechte sagen, daß Hoffmann in Frankreich eines wirklichpopulären Rufes genießt. Es gibt in Frankreich förmlich Hoffmann-Enthusiasten, wieEd. Degeorge in Lyon, welcher die Bearbeitung mehrer Hoffmann'schen Novellen imJahre 1818 unter dem Titel „6onts8 ä'Hoümanii", in Begleitung einer enthusiasti-schen Kritik Hoffmann's drucken, die Schrift aber nur in 100 Exemplaren abziehenließ. Die Franzosen haben uns überhaupt gern auf dem rein phantastischen, gespen-stischen Gebiete, weil dies für sie ein ganz neues Land war, das ihnen erst durchdie Deutschen erschlossen wurde. Daher ist auch der „Freischütz" („kobin äss boi8")eine in Frankreich beliebte, mehrfach bearbeitete Oper, die sich von Zeit zu Zeit immerwieder auf den pariser Theatern sehen lassen darf; daher ist auch Bürger's „Lenore"ein in Frankreich populäres Thema, und Alexandre Dumas erzählt in seinen „Me-moiren", daß eine mündliche Übersetzung, welche ihm ein gründlicher Kenner desDeutschen von dieser Ballade mittheilte, ihm zuerst die Geheimnisse der Poesie er-schlossen, und ihm Anlaß zu eigenen Versuchen wie zur Erlernung der deutschenSprache geworden sei. Von den Producten der romantischen Schule sind wol Fou-que"s „Undine" und Chamisso's „Peter Schlemihl" in Frankreich bekannt, doch langenicht in dem Grade wie in England.
Noch Wenigeres als- aus der deutschen novellistischen, geht aus der deutschendramatischen Literatur ins Französische über, am wenigsten auf die Bühne. DasTheater der Franzosen ist kein kosmopolitisches, wie das der Deutschen; es ist voll-kommen in sich abgeschlossen, auf einen nationalen Horizont gestellt. Die Fran-zosen verstehen auf der Bühne nur sich, ihre eigene Anschauungs- und Ausdrucks-weise; dazu sind ihre durch mancherlei Localverhältnisse begünstigten Th/aterlieferantenso productiv, daß sie zur Speisung ihrer Bühne unsers Beistandes nicht in demMaße bedürfen wie wir des ihren. Die dramatischen Dichtungen unserer Classikerhat man, eben als classische, vielfach übersetzt und nachgeahmt, doch äußerst seltenzu Theaterzwecken, und von diesen Nachbildungen hat sich nur Schillcr's „MariaStuart" in der Lebrun'schen Cvpie aus der pariser Bühne erhalten. Was seitdembis auf die neueste Zeit herab an Lustspielen, Schauspielen und Tragödien in Deutsch-land gedichtet, gedruckt und aufgeführt worden ist — und es ist wahrlich nicht wenig —das ist vielleicht hier und da als Euriosum in französischen Blättern erwähnt wor-den, hat aber keinen Eingang in Frankreich selbst gesunden. Nur zwei ältere deutscheTheaterdichter, Kotzebue und Jffland, werden selbst jetzt noch zuweilen von französi-schen Theaterlieferanten ausgebeutet. So wurde im Laufe des Jahres 1855 einRührdrama von A. Dumas auf einem pariser Theater mit großem Beifall aufge-führt, welches nichts Anderes war als eine in ein sechsactiges Drama zusarmnen-gezogene Composition aus drei bürgerlichen Stücken Jffland's; so kam wenig spätereine neue von Ge'rard de Nerval hinterlassene Bearbeitung von Kotzebue's „Men-