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Deutsche Literatur im Auslande.
danralige oppressive Richtung dcr Regierungen nicht beschränken und einschüchtern lasse.Es ist hier nicht dcr Ort, seine einzelnen philosophischen Schriften, in denen derGeist deutschen Denkens, wenn auch oft in gebrochenen Strahlen, reflectirt, namhaftzu machen; jedenfalls hat er aber damit sehr anregend gewirkt und Andere ermuthigt,auf derselben Bahn wcitcrzuschreiten. Mit dcr deutschen Rechtsphilosophie be-schäftigte sich, hauptsächlich auf Gans sich stützend, Lerminier in seiner Schrift„püllosopüis (in äroit" (Paris 1832); Barchou de Penhoen, der zuerst die deutschePhilosophie in ihrer Totalität richtig auffaßte, übersetzte, wie auch Bouillier, Mehresvon Fichte und schrieb eine „Uistoirs äs In püilosopüis »llsmanäs, äspuis üeibmrsusgu's Usgsl" (1837); Tiffot übersetzte, Kant's „Kritik der reinen Vernunft" undA. Samtes gab im Jahre 1844 heraus „lüstoirs 6s I» vis st äs ia pkiloso-püis äs Laut". Überhaupt kommen die Franzosen immer wieder auf Kant zurück;dies beweist unter Andern«, daß es I. Barni möglich wurde, noch jüngst eine voll-ständige Übersetzung der Kant'schen Schriften erscheinen zu lassen, wovon der letzteBand: „hllsmsnts mstapü^siguos äs I« äootrins äu äroit, par U. Kant", im Jahre1854 erschien. Namentlich ist es aber Kant's „Kritik der reinen Vernunft", welchein Frankreich classisches Ansehen genießt. Auch mit der Krause'schen und Baader'schenPhilosophie beschäftigte man sich,,in Frankreich. So wollte die St.-Simonistische „ksvussnozslopsäigus " eine tiefe Übereinstimmung der Krause'schen Philosophie mit derSt.-Simonistischen Doctrin entdecken, und von der Baader'schen Philosophie gab die,,8svus suropssnns" seiner Zeit eine genaue Analyse. Anfangs der vierziger Jahreschrieb sogar die chssäsmis äss soisnoss morräss einen Preis aus für das beste„klxamsn eritigus äs !a püilosopüis alismanäs". Den Preis gewann Willm, einElsaffer, der dann seine Arbeit unter dem Titel „Uistoirs äs la pinlosopüis alle-in,-mäs, äspuls Kaut susgu'ä Ilsgsl" (4 Bde.) erscheinen ließ. Die „Ilistoirspkilosopkigus äs I'aosäsmis äs Lrusse, äspuls üsibnir ftisgu'ä Lsüsliing", vonCh. Barthelmeß (1851), verdient ebenfalls bemerkt zu werden, sowie eine Übersetzungvon H. Ritters „Geschichte der Philosophie", die im Jahre 1837 erschien, und dievon Jordan übersetzte „Geschichte der Philosophie" von I. G. Buhle. Zu denAnhängern der deutschen Philosophie gehört auch St.-Marc Girardin, dessen „dloüssspolitigues st littsrawss sur l'/ällsinagus" hier vorzugsweise in Betracht kommen.Er drückt darin die Ansicht aus, daß der Einfluß der deutschen Literatur auf Frankreichin letzterer Zeit ein sehr großer, aber nicht immer ganz heilsamer gewesen sei; denn'Frankreich habe Deutschland bisher mehr gekostet als verdaut; daher sei es zu wün-schen, daß das Verständniß ein immer innigeres und richtigeres werde, nur müßtendie drei an der Spitze der Civilisation schreitenden Völker, Franzosen, Engländer undDeutsche, stets ihre ursprünglichen nationalen Sitten treu bewahren, denn nur da-durch würden sie ihren gegenseitigen Werth und ihren Einfluß aufeinander behaupten.Selbst die schwierige „Logik" Hegel's erschien (1834) übersetzt unter dem Titel „üngi-gus suüjsotivs äs ülsgsl, traäuit pao II. 8Ic>msn st 1. VVallon". Der letzte undzwar sehr gelungene Versuch, die Franzosen in die Geheimnisse der Hegel'schen Phi-losophie einzuweihen, ist die durch Klarheit ausgezeichnete „Introäuotion s la püilo-sopüiö äs klszsl" von A. Vera, Lehrer an der pariser Universität.
Man muß anerkennen, daß unter der Regierung Ludwig Philipp's viel gethanworden ist, um der deutschen Sprache und Literatur in Frankreich Anerkennung undAusbreitung zu verschaffen. Namentlich war man bestrebt, das deutsche Schul- undUniversitätswesen gründlich kennen zu lernen. Im Auftrage des Unterrichtsministe-riums wurden mehrmals Missionen nach Deutschland geschickt. So bereiste Cousin,welcher mit dem ebenfalls deutsch gebildeten Remusat später Minister war, im Jahre1837 ui diesem Zwecke N«rddeutschland und gab die Resultate dieser Reise unterdem Titel heraus: „vs I'instruotion puüücpis äans cxusiguss pavs ä'chlisinagns,st parüouüsrsmsnt äs kwusss" (3 Bde.; 3. Aufl., 1840); St.-Marc Girardinbesuchte Süddeutschland, um die Primärschulen zu studiren; über die deutschen Uni-versitäten schrieben ch. Marmier und P. N. de le Nourrais, der namentlich über die