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Zwöflter Band.
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Deutsche Literatur im Auslande.

norddeutschen Hochschulen interessante Mittheilungen und brauchbare statistische An-gaben veröffentlichte; und im Jahre 1846 wurde N. Martin, Übersetzer des „Schle-mihl", nach Deutschland geschickt, um auf den Bibliotheken den Duellen der deutschenHeldensage nachzuforschen. Auch Lerminier bereiste Deutschland und gab als Fruchtdieser Reise die Schrift „.4u-6sis clu Kinn" heraus, die freilich nicht immergleich tief, aber doch stets anregend ist. Zu derselben Gattung gehören auch desoben genannten N. Martin Schriften: „kostss moclsrnss 6s l'^IIsmsgns" und„krause st .4Ilsw-igns, Iittsrsturs, orili^us, vo^ggss", welch letztere im Jahre 1854erschien. Vielfache Spuren gründlicherer Studien und eigenthümlicherer Auffas-sung zeigen sich bei Philarete Chasles, vorzüglich in dessen im Jahre 1854 er-schienenen Werke: „ötullss sur I'tUIsmsgns anoisnirs st mollsrns", das aus ver-schiedenen Abhandlungen besteht. Wenn sich in diesem Werke auch einzelne schiefeAnsichten vorfinden, so überwiegen doch die geistreichen, wahren und treffenden beiweitem. Namentlich gilt dies von der Abhandlung: „Ssms 6s Is Isngus a!Ismsn6soomparss s Is Isngus snglaiss", worin oft höchst bemerkenswerthe Ansichten überdie eigenthümlichen Vorzüge und charakteristischen Eigenschaften der deutschen Spracheangetroffen werden. Die Anerkennung der welthistorischen Aufgabe der germanischenStämme und der centralliterarischen Mission der deutschen Sprache und Nation ins-besondere steht darin im Vordergründe. Es ist dies wol das Beste, was jemals imAuslande über deutsche Sprache geschrieben worden ist. Philarete Chasles hat imSpätherbst 1855 in Berlin vor einem gewählten Publicum Vorlesungen über Lite-ratur gehalten, in denen er namentlich Goethe einen außerordentlichen Einfluß ausdie ausländischen Literaturen zuschreibt. In derselben Richtung waren auch die Mit-arbeiter am „6Iobs", Lechevalier und J.J. Ampere, E. Frensdorff als Verfasser derSchrift „He I'41Iswsßns mn6srns", Michiels als Verfasser der „Histoirs 6ss I6ssslittsrsirssHenri Blaze als Verfasser der Schrift „Hertt-sins st postss 6s I'^Ils-msgns", und der ganz deutsch gebildete Quinet, der auch in deutsch metaphysischerWeise dichtete, als Verfasser von „.ällsmazns st Itslis" und anderer Schriften, thätig;ferner Ste.-Beuve, früher ein entschiedener Vorkämpfer des literarischen Roman-ticismus, den man jedoch beschuldigt, nach 1848 halbrechts Kehrt gemacht und zumTheil seinen frühern Ideen abgesagt zu haben. Au den neuesten Schriften überDeutschland gehören des gediegenen Laboulaye „ötu6es ssnlsmporsinss gur!'4!!s-mszns st Iss psvs slsvss", worin sich auch ausführliche Charakteristiken über Sa-vigny, Radowitz und Gervinus befinden, und E. Rendu's „lls I'säuostion populsirs6sns mismsgns 6u dlor6", reich an Material, aber voll Gehässigkeit gegen dieevangelische Kirche, die er im Verfalle begriffen glaubt, und gegen das rationalistischeSchul- und Erziehungswesen.

Während nun, wie man sieht, die deutsche Poesie — wenn auch keineswegsin allen ihren Richtungen — die deutsche Philosophie und die deutsche Wissenschaft,besonders auch mit Einschluß der deutschen Philologie, bei den eigentlich wissen-schaftlich gebildeten Männern Frankreichs in hohem Ansehen stehen, geben die Fran-zosen sowol wie die Engländer im Allgemeinen doch sehr wenig auf die Versucheder Leistungen der Deutschen im Gebiete der politischen und socialpvlitischen Schrift-stellern, und selbst die durch so zahlreiche Federn vertretene deutsche Geschichtschreibungfindet in Frankreich nur geringen Anklang. Die Franzosen erkennen in den deutschenGeschichtswerken die Gründlichkeit der Studien an, benutzen sie auch mitunter alsVorarbeiten (wie z. B. Augustin Thierry in seiner Geschichte des merovingischenZeitalters, worin auch die alte, aus sinnloser Nationaleitelkeit hervorgegangene fran-zösische Annahme, daß die Franken nicht eigentliche Germanen, sondern aus Deutsch-land rückgewanderte Gallier gewesen, selbst mit Herbeiziehung der Resultate deutscheretymologischer Forschungen gründlich widerlegt wird), aber die stilistische Verarbeitungdieses,Rohmaterials erscheint ihnen meist zu schwerfällig und doctrinär und stößt sie daherab. Übersetzungen wie die von Friedrich von Raumer's „Geschichte der Hohenstausen"und Marheineke's „ Geschichte der Reformation " stehen daher sehr vereinzelt. Dagegen