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Deutsche Literatur im Auslande.
scher Dichter mit Commentaren und Biographien, und trug sehr viel dazu bei, dieKenntniß der deutschen Literatur und die Liebe zu ihr in England zu verbreiten;insbesondere -wirkte sie auf literarisch gebildete Frauen, deren sich seitdem eine großeAnzahl dem Studium der deutschen Sprache und der Aufgabe, ihre deutschen Lieb-iingsdichter durch Übersetzungen ihren Landsleuten bekannt zu machen, mit glücklich-stem Erfolge widmeten. Auch als Mitarbeiter an verschiedenen Revuen — unterdenen sich namentlich das „LciinburKÜ rsvisrv" durch seine der deutschen Literatur fort-dauernd gewidmete Aufmerksamkeit auszeichnete — wirkte Carlyle in derselben Rich-tung höchst wohlthätig und anregend. Jean Paul, über den zwei vortreffliche Ab-handlungen von ihm vorhanden sind, Werner, Novalis, für den er eine zarteVorliebe bekundete, Treck, Hoffmann und Andere wurden erst durch ihn eigentlich beimenglischen Publicum eingeführt. Diese Aufsätze findet man in seinen „Lritiosi snämisoslisnsous sssa^s", die neuerdings von Kretzschmar ins Deutsche übersetzt wur-den, gesammelt wieder. Trotz der großen Verehrung, die er für Schiller und JeanPaul, dessen Nachahmer er zum Theil ist, in enthusiastischer Weise von jeher anden Tag gelegt hat, gilt ihm doch Luther, dem er noch in einer seiner letztenSchriften, der über die „llsro worsbip", einen beredten Artikel gewidmet hat, alsder eigentliche Repräsentant des deutschen Geistes, ja überhaupt als Heros desMenschengeschlechts. Goethe ist ihm derjenige Dichter neuerer Zeit, „von dem einneues poetisches Zeitalter begann, dessen Ziel und Tendenz noch weit über unser Zeit-alter Hinausreichen", er ist ihm ein „vstss", ein Scher und Prophet. Carlyle'seigene zahlreiche Schriften sind von deutschem Geiste befruchtet, und wennschonhier und da etwas dunkel und verworren, enthalten sie doch einen großen Schatz,tiefer und anregender Gedanken und Anschauungen, die man selbst als die eines
„vatss" und Sehers bezeichnen möchte. Mehre englische Kritiker werfen ihm eine
zu große germanisirende Schreibweise vor, und es ist richtig, daß er in seiner wun-derlichen Schrift: „öselor lissaetlis; or ll>6 llks anci opillions ol Ilore loukeisckröolcll",hierin zu weit geht und zu stark jeanpaulisirt; im Ganzen aber bildet er durch sei-nen deutschen Idealismus und durch seine erhabene Seelenreinheit ein heilsames Ge-gengewicht gegen den auch in der englischen Literatur immer mehr einreißendenMaterialismus, und es ist nicht einzusehen, wer ihn später, wenn er diese Stätteseines Wirkens verlassen haben wird, auf diesem Posten ersetzen soll.
Carlyle namentlich verdankt man es wol, wenn sich das Studium der Eng-
länder hauptsächlich Goethe und vor allem dem „Faust" zuwandte. Eine zeiklangfolgten sich die Übersetzungen dieser Dichtung in England ebenso rasch, wie bei unsdie Übersetzungen Shakspeare's. Lord Francis Loweson Gower, der unter Andermauch Michelbeer's „Paria" übertrug, übersetzte ihn zum ersten male vollständig,Hayward (1833) in Prosa, wovon bereits,, eine sechste Auflage nöthig gewordenist. Fast gleichzeitig (1834) erschienen die Übersetzungen von Blackie und Syme,dann von Talbot, und in den Jahren 1838 und 1839 nicht weniger als fünf,nämlich von Auster, zugleich mit der „Braut von Korinth" (von Manchen unterden rhythmischen Übertragungen des „Faust" für die gelungenste gehalten), Birch,John Hill und Bernays. Außerdem bestehen noch Übersetzungen des „Faust" vonGurney, Lefevre, Filmore, Knox und (in Verbindung mit Schiller's „Lied von derGlocke") von Lord Egerton. Auch von Schiller wurde in dieser Periode noch Man-ches übersetzt, so „Don Carlos" von Bruce, Cottrell und Towler, „Fiesco" vonPlanche; „Die Jungfrau von Orleans" von Newton Jvory Lucas, Turner und vonW. Peter, von Letzterm sehr gut; „Maria Stuart", die übrigens in Englandauf vielen Widerspruch stößt und auf der Bühne wegen der eigenthümlichen Auf-fassung der Königin Elisabeth kein Glück machte, von Salvin und von Peter, „Wil-helm Tell" von Banfield, Robinson und Peter, die „Braut von Messina" vonGeorge Jrvine (1837) und Lodge, die „Geschichte des Abfalls der Niederlande"neuerdings von Eastwick, eine Auswahl Gedichte nebst der „Glocke" (die als einLieblingsgedicht der Engländer mehrfach bearbeitet wurde) und „otbsr oslebrstsck