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Deutsche Literatur im Auslande.
wickelt. Besonders geschätzt in England sind Waagen und Kugler, deren vorzüg-lichste Werke auch ins Englische übersetzt worden sind.
Nachdem wir so die Einflüsse deutscher Poesie, Wissenschaft und Literatur aufEngland in ihren verschiedenen Disciplinen, Hauptrichtungen und Hauptrepräsentan-ten zu verfolgen und nachzuweisen versucht haben, ohne dabei auf eine aus verschie-denen Gründen hier gar nicht zu erreichende Vollständigkeit Anspruch zu machen,bleibt uns noch übrig, eine Reihe von Schriften zu nennen, die sich mit Deutsch-land im Allgemeinen, mit seinen geistigen, sittlichen, religiösen oder politischen Zustän-den oder mit allen diesen Zuständen zugleich befassen. Meist sind diese Schriftenvon Leuten ausgegangen, welche Deutschland selbst bereist und es zu einem Gegen-stände ihres Studiums gemacht haben. Noch bis zu den letzten Decennien des vori-gen Jahrhunderts war es im hohen Grade selten, daß Engländer zu diesem speciellenZwecke in Deutschland Reisen gemacht hätten, und wenn frühere,Touristen ihre Rei-sen beschrieben, so konnte man sich daraus verlassen, daß in ihren Büchern Deutsch-land sehr kärglich bedacht oder mit einigen spöttischen und sarkastischen Bemerkungenvon oben herab abgefertigt wurde. Noch das „Literarische Conversationsblatt" vonF. A. Brockhaus (später zu den „Blättern für literarische Unterhaltung" emporge-wachsen) klagte im Jahre 1821 über die vielen seichten, oberflächlichen oder gehässi-gen Urtheil«, welche sich englische Touristen über Deutschland zuschulden kommenließen. Hiervon nahm es jedoch schon damals folgende im Jahre 1820 erschieneneSchrift aus: viscv ok tks agrioulturs, mauukaoturss, statistics anck ststs ok
sveist^, ok üsrmanz? aull p-wts ot Ooliauck auci k^i-auos", deren Verfasser sich nichtgenannt hat. Bemerkenswerth in dieser Schrift ist namentlich eine Parallele zwi-schen Frankreich und Deutschland, die gänzlich zu Gunsten Deutschlands ausgefallenist. Solche Bücher über Deutschland sind mit den Jahren immer häufiger geworden.Das Buch der Mrs. Trollope über Wien („Visnua") ist zwar, wenn es auch ein-zelne interessante Beobachtungen enthält, im Ganzen als ein sehr mittelmäßiges Buchzu betrachten; auch eine anonyme Schrift: .tour in üerwsn^ auä soms ok tks
soutksru proviuoss ok tks ^uslrian smpirs in tks ^ssrs 1821 — 22", die sichbesonders auch mit Schilderungen der demagogischen Umtriebe und ihrer Folgen, derBurschenschaften, der Studentencommerse u. s. w. beschäftigt, scheint ziemlich ober-flächlich gewesen zu sein. Aus einer viel Hähern Stufe dagegen stehen folgende spätererschienene Schriften: „4ustria" von Turnbull, „6srmau^ snä Loksmis" von Gleig,Wild's „^ustria, its Ütsrarz', soisntiklo and msclioal iustitutions", Spencer's „8kst-skss ok 6srinsn^ sncl tks Llsrnrans", W. Howitt's, eines großen Verehrers derDeutschen, „?ks rursl snä äornsstio liks ok 6srmsn)>", dann mehre Schriften deroben genannten Damen Mistreß Jameson und Mistreß Austin, der Miß Mary Ho-witt u. s. w. Besonders werkhvoll und für die Engländer instructiv ist die durchUnparteilichkeit, Reichhaltigkeit und Genauigkeit sich auszeichnende Schrift: „6srman^,tks spirit ok ksr kistorv, kteraturs sts." von Bisset Hawkins, die im Jahre 1838erschien und viel dazu beigetragen hat, unter den Briten richtigere Begriffe überDeutschland zu verbreiten. Mit bairischen Localitäten speciell beschäftigten sich derschon oben genannte Charles Boner und I. H. Whitling in seinen „kioturss okNuoewksrg sock ramklss in tks kiils guck valls^s ok lkrsnoonia", und mit deut-schen Badeorten die „Osrmsn 8paas" von Dr. Granville und die mehr humoristischeSchrift von Head: „Lukbles krow tks brunnsns ok Nassau", die eine Art Sen-sation erregte. Deutsche Literatur und Poesie im Zusammenhange behandeln: „Ikslitsraturs ok üsrman^, iustoriss»^ üsvslopsä bz? I?rsn 2 Ikimm " (London 1844) undI. Gostick's „8pirit ok Ssi-ipan litsraturs" und „8pirit ok 6srmsn postr^" (London1846), worin auch mehre Partien des Nibelungenliedes englisch, und zwar zumersten male in dem Versmaße des Originals mitgetheilt sind.
Einen Hauptsitz für die Pflege deutscher Literatur und Wissenschaft bildetSchottland, und namentlich dessen Hauptstadt Edinburg, das „nordische Athen".Der Schotte ist im Ganzen dem Deutschen vielleicht noch geistesverwandter als der