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Zwöflter Band.
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Deutsche Literatur im Auslande.

Artikel an die von C. C. Felton ins Englische übersetzte deutsche LiteraturgeschichteW. Menzel's an, die er als eine durchaus oberflächliche, leichtsinnige und vom ein-seitigsten Parteistandpunkt geschriebene aburtheilt. Menzel gehöre zu den Jungdeut-schen, so sehr er sich auch dagegen sträube, mit ihnen in eine Classe geworfen zuwerden. Es ist dies freilich eine Versicherung, die auf den gealterten Menzel denndoch wol nicht mehr recht paßt.

Wir haben absichtlich aus Parker's Abhandlung über die deutsche Literatur dieseAuszüge mitgetheilt, weil sie von einem der vorurtheilslosesten, mit der deutschen Literaturgründlichst bekannten Denker Nordamerikas herrühren, und weil noch niemals voneinem Ausländer, ja kaum von Carlyle, der deutschen Literatur ein solches beredtesLob zutheil geworden ist als von diesem Nordamerikaner — ein Lob, welches, unswol über die Attentate seitens der Know - Nothings trösten kann und uns die Über-zeugung gewähren muß, daß diese giftigen Dünste nütivistischer Roheit nicht ver-mögend sind, den wahrhaft denkenden Köpfen in Nordamerika den Gesichtskreis zuverdunkeln. Jedenfalls ist es eine Thatsache, daß die edelsten Repräsentanten derNordamerikanischen Bildung mit deutscher Literatur wohl vertraut sind und ihr zumTheil ihr Bestes verdanken. Dahin gehören noch: Edward Everett, der sich zuStudienzwecken längere Zeit in Göttingen aufhielt und als Redacteur des „diortkAmerican rsvisw" viel dazu beitrug, bei den Nordamerikanern Achtung vor der Lite-ratur und Bildung der Deutschen zu erwecken; Washington Jrving, welcher wieder-holt Deutschland besucht hat, und mehre seiner Erzählungen auf deutschem Bodenspielen läßt; der berühmte Staatsmann George Bancroft, ein großer Kenner desDeutschen, welcher noch jüngst „lüterarv snü pbilo8opIüoÄi wisosllsms.8" herausgab,wovon die „8tll(tis8 in Llsrm-in litsrgturo", in denen der Verfasser den Amerikanerndie Heroen deutschen Dichtens und Denkens in ihrer ganzen Größe und mit edlerUnparteilichkeit vorführt, den Hauptbestandtheil bilden; der originelle Dichter EdgarPoe, der wie manche deutsche Dichter, welche vielleicht seine Vorbilder waren, ineinem wüsten Leben zugrunde ging; der eigenthümliche Denker Emerson, über wel-chen namentlich das Reisetagebuch der Frederike Bremer viel Interessantes enthält;

S. A. Eliot, der zum Zwecke einer Aufführung der bekannten Romberg'schen Com-Position in Boston Schiller's „Lied von der Glocke" vortrefflich übersetzte; WilliamAllen Butler, der unter Anderm im Jahre 181i6 in dem „vsmooratic rsvlsv" wahrhaftausgezeichnete rhythmische Übersetzungen Uhland'scher Balladen und Lieder lieferte,und sie mit einem höchst begeisterten Widmungsgedicht an Uhland einleitete; SarahMargaretha Ossoli, geborene Füller, „ die einen „Ls8s;- on Ooetks" verfaßte; Charles

T. Btooks, einer der trefflichsten Übersetzer aus dem Deutschen, der eben erst eineAnthologie deutscher Gedichte in sehr gelungenen englischen Nachbildungen unter demTitel „Csrirmu l^rios" herausgab, in welcher den Poesien Anastasius Grün's,namentlich dem „Schutt", fast die Hälfte des Raumes zugetheilt ist; der Dich-ter Dana; besonders aber der berühmteste lyrische Dichter Nordamerikas, HenryWadsworth Longfellow, der die Einflüsse der deutschen Lyrik in sehr hervortretendenSpuren verräth, in seiner trefflichen in Hexametern verfaßten „Lvangsüns" sich anGoethe's „Hermann und Dorothea" anlehnte, in seinem Gedichte „?l>s builllingok tke slüp" eine Art Nachbildung der Schiller'schen „Glocke" gab, in einem be-rühmt gewordenen Gedicht über Nürnberg darlegte, wie tief sein Gemüth von demZauber des deutschen Mittclalters erfüllt ist, und in seinem „llvperiou" einen Künst-lerroman lieferte, der in ganz deutscher Weise zu einem guten Theile aus Ge-sprächen über deutsche Dichter und deutsches Kunstleben besteht. Longfellow hatteDeutschland durch wiederholten Aufenthalt fin Heidelberg verlor er seine Gattindurch frühzeitigen Tod), unser Volk und Land liebgewonnen. Zu den vielen gebil-deten Nordamerikanern, welche Deutschland besuchten, gehört auch Professor C. E.Stowe, der im Jahre 1837 von der Generalversammlung des Staates Ohio nachDeutschland geschickt wurde, um über deutsche und preußische Schuleinrichtungen Be-richt zu erstatten. Sein später im Druck erschienener Bericht beschäftigt sich na-