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Deutsche Literatur im Auslande.
fache, daß diese Missionare wie auch die auf Entdeckungen ausgehenden Reisendendeutscher Nation viel größeres Geschick besitzen, sich mit den Eingeborenen zurecht-zufinden als die Missionare und Reisenden der meisten andern Nationen. Dieserüberall hingcstreutc Same deutscher Bildung wird erst in künftiger Zeit eigentlicheFrucht bringen, wenn mehr und mehr intelligente Deutsche, sei es infolge der poli-tischen Geschicke Deutschlands, sei es infolge eigenen Wandertriebs, in jene Welt-fernen hinausgeworfen werden. Selbst für die deutsche Poesie scheinen sich in denWildnissen'und Steppen Nordamerikas und in den tropischen Urwäldern ganz neueAussichten zu eröffnen, sobald eben mehr poetisch begabte Deutsche statt bloßer Jour-nalisten und politischer Theoretiker sich an der Auswanderung betheiligen werden. *)Wir können diese Betrachtung nicht bessct schließen als mit den Worten desLivländers Iegör von Sievers, wenn er in der Einleitung zu seiner schon erwähntenSchrift: „Deutsche Dichter in Rußland", bemerkt: „Die Aufgabe des Deutschen istnicht die, fremden Stämmen eine fremde Cultur aufzunöthigen, sondern die vorhandenegesunde, dem Volke inwohnende in eigenster Entwickelung zu fördern. Eingedenksolcher Ausgabe, erhält und pflegt der Deutsche seine Nationalität und die mit ihrverschwisterte Bildung, hängt mit Zuversicht an seiner Volksthümlichkeit und Sprache.Germanische Völker trugen in die entferntesten Ländergebiete, schützten und fördertenKünste, Wissenschaften und Literatur, brachten politische Gewalt und ruhmgekrönteHerrscher, deren sie selbst entbehrten. Politische Selbständigkeit und Herrschaft, nachder die Deutschen streben, ward ihnen nicht, aber sie genießen den Ruhm, in hu-maner Bildung auf erster Stufe zu stehen. , Mag der Verlust jener noch so tiefschmerzen, der Besitz dieser ehrt und mächtigt uns." Derselbe Deutsch-Livlander ruftuns in poetischer Anschauung und Vorahnung die schönen Worte zu:
Und was am eig'nen HerdeDer Deutsche nimmer fand,
Beut nun die ganze Erde —
Ein deutsches Vaterland.
In Betreff Spaniens haben wir noch zu unserm Artikel die berichtigende Bemerkungnachzutragen, daß allerdings bereits Sendungen im Auftrage der Regierung nach Deutschlandstattgefunden haben, um das geistige und wissenschaftliche Leben wie die Unterrichtsanstaltenin unserm Lande kennen zu lernen. Eine Frucht davon ist folgender im Fahre 1850 zuMadrid gedruckter Bericht: „slomoris sokrs s> estscko cls !s instruooion primsris ^ ss-ouoäsris on ?ru88ia ssorits por sl Professor Dr. lulia Wlin." Der leider seitdem ver-storbene Verfasser dieses vortrefflichen Berichts war zwar ein geborener Deutscher, aber schonseit langem Jahren an der Universität zu Madrid angestellt. Auch verdient vielleicht bemerktzu werden, daß Julian Sanz del Rio Georg Weber's „Lehrbuch der Weltgeschichte" zuMadrid in spanischer Übersetzung herausgegeben hat, wovon der erste und zweite Band imJahre 1853, der dritte im Jahre 1855 erschien.
Die Gegenwart. XII.
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