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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

päischen Machte erregte und deren Interessen gefährdete. Letztere machten wieder-holte Vorstellungen, worauf endlich der Minister des Äußern, Limpro de Abreu, am10. Jan. 185-4 in einer Denkschrift, die allen zu Nio de Janeiro'accreditirten diplo-matischen Agenten mitgetheilt wurde, in ausführlicher umständlicher Weise antwor-tete. Der Minister geht auf die ursprünglichen Beziehungen zwischen Uruguay, zwi-schen den La Plata-Staaten und Brasilien zurück. Die Verträge von 1828 und1831 werden besprochen und die unglücklichen wirrenvollen Zustände jener Länderdargestellt. „Die Regierung", fährt die Denkschrift fort, „glaubt, daß die euro-päischen Staaten diese auf dem Grunde feierlicher Verträge beruhende InterventionBrasiliens nur mit günstigen Augen ansehen können. Ward doch d.em unmensch-lichen Blutvergießen dadurch Einhalt gethan und jene Länder der langentwohntenRuhe zurückgegeben. Der Handelsverkehr und die Colonisation können jetzt ihrenungehinderten friedlichen Fortgang nehmen. Die brasilische Regierung beansprucht ^keinen ungerechten Vorzug in Uruguay; die bestehenden Verträge werden immer ihreRichtschnur bleiben. Der Gedanke einer Ländervermehrung ist ihr niemals in denSinn gekommen; die im Vertrage vom 12. Oct. 1851 festgesetzten Grenzen zwischenUruguay und Brasilien werden stets unverrückt erhalten werden."

Das Kaiserreich erfreute sich in der letzten Zeit einer ungetrübten Ruhe undstetiger Entwickelung. Hiervon zeugt auch die Rede, welche Dom Pedro II. bei Eröff-nung des Congresses zu Rio de Janeiro am 3. Mai 1855 hielt. „Die Zustände ^des Reichs", sagte der Kaiser, „sind im Allgemeinen befriedigend nach außen wienach innen. Mit Paraguay hatten sich Schwierigkeiten erhoben; ein friedlichesEinverständniß ist erzielt worden. Brasilische Hülfstruppen bleiben noch in Uruguay;Subsidien werden diesem Staate keine mehr bezahlt. Gesetzvorschläge zur Ver- !besserung im Hypothekenwesen sollen vorgelegt werden, sowie zur bessern Organisationder Armee. Die Einwanderung fremder Ansiedler beschäftigt die Aufmerksamkeitder Regierung wie früher so jetzt im hohen Grade. Meine Minister werden denKammern neue Maßregeln zur Genehmigung vorlegen, um die europäische Aus-wanderung in unser Land zu lenken."

Die wichtigste Angelegenheit für Brasilien, man kann sagen, für ganz Amerikaund die Welt, ist die Herstellung leichter Verbindungsstraßen zu Wasser und zuLande, die Erbauung von Eisenbahnen, die Eröffnung der Flüsse und ihre Befah-rung mittels Dampfer aller Nationen. Hier gerade tritt Brasilien offenbar den In-teressen der andern europäischen und amerikanischen Staaten feindlich entgegen. Bra-silien hat den Grundsatz ausgestellt und sucht ihn allenthalben im südlichen Amerikadurchzuführen, daß nur den Uferstaaten die freie Schiffahrt aus den Haupt- und ^Nebenflüssen gebühren solle. Die civilisirte Welt würde dadurch von den herrlichstenWasserstraßen, von'den fruchtbarsten reichsten Ländern der Erde innerhalb der herr-lichen Stromgebiete des Orinoco, des Maranon oder Amazon von 90000 und desLa Plata von 72000 geographischen Geviertmeilen ausgeschlossen bleiben. Überdiesist eine Verbindung dieser Ströme untereinander sehr leicht herzustellen; die Naturhat hierfür trefflich vorgearbeitet. Der Orinoco, zu dessen Beschiffung sich bereits1847 eine Gesellschaft zu Neuyork gebildet hat, steht durch den Rio Negro undden Cassiquiani mit dem Amazon in Verbindung; dann kann der La Plata mittelsdes Jauru, eines Nebenflusses des Paraguay, und durch den Madeira ohne beson-dere Schwierigkeit mit dem Amazon in Verbindung gebracht werden. Buenos-Ayres >würde demnach mittels einer ununterbrochenen Wasserstraße mit Angostura in Verbin- Idüng treten. Es würde das größte Wassernctz sein auf Erden. „ In der brasilischen >Provinz Mattogroffo, in dem Quellgebiete des Paraguay, des Preto, Vermelhound Seputuba", so erzählt ein brasilisches, von Kerst in der Abhandlung über dieLa Plata-Staaten (Berlin 1854) angeführtes Journal, „habe bereits vor länger ,als hundert Jahren ein gewisser Joao de Scmza einen natürlichen Wassertunnel vor-gefunden , wodurch der La Plata mit dem Amazon verbunden ist. Joäo de Souzasei wegen dieser Entdeckung ins Gefängniß geworfen worden, denn es war Politik -