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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika. 301

des Königreichs Portugal, wie es jetzt noch die Politik des Kaiserthums Brasilienist, in Betreff dieser großen Wasserstraßen ebenso ausschließlich gegen Fremde zuverfahren, wie ehemals in Japan geschehen."

Beim Schlüsse der Legislatur (4. Sept. 1852) sprach der Kaiser unter An-dern! zu den Kammern: „Zu den wichtigsten Wohlthaten, mit welchen ihr währendder letzten Session das Land erfreut habt, rechne ich die Gesetze über die Herstellungneuer Binnenstraßen, über die Befährung des Amazonenstromes und die Verbin-dung der verschiedenen Punkte unsers weikgedehnten Uferlandes." Die Beschiffungdes Maranon war bereits 1852 begonnen. Brasilien hatte zu dem Endzweck mitPeru einen Vertrag geschlossen (25. Oct. 1851); bald hernach trat eine Compagniezusammen, um den Plan auszuführen. Am 30. Aug. 1852 ging die Regierungvon Nio de Janeiro mit ihr einen Vertrag ein, wonach die Compagnie unter großenihr gewährten Vortheilen verpflichtet ist, zwei regelmäßige Fahrten auf dem Ama-zonenstrome einzurichten. Die eine von Belen, der Hauptstadt der Provinz Para,bis zu jener in der Provinz des Amazon, der Barra del Nio Negro; die anderevon hier nach dem Hafen Nauta in Peru. Es ist ein gutes Zeichen für die Ent-wickelung der Bevölkerung in Betreff der Einsicht, der Thätigkeit und des Reich-thums, daß die Actien der Gesellschaft in wenigen Tagen gezeichnet und die Sum-men eingezahlt wären, welche nothwendig sind zum Beginn der Unternehmung. Soist es auch mit den Actien der Gesellschaft ergangen, welche (April 1855) zusam-mengetreten ist, um unter einer bestimmten Garantie der Regierung mit dem Baubrasilischer Eisenbahnen zu beginnen. Eine kleine Strecke, von der Mauabucht bisPetropolis, wird bereits seit April 1851 befahren. Man will aber öei alledem vomHerkömmlichen nicht abweichen; man will das Recht zur Befährung der Flüsse aufdie Uferstaaken beschränken. England, Frankreich und die Vereinigten Staaten pro-testirken. Letztere, so hieß es anfangs, sollten erklärt haben, sie würden, wenn esnöthig, im Betreff des Amazon gewaltsani verfahren und sich nicht um die EinspracheBrasiliens kümmern. Es ist hierüber zwischen dem brasilischen Gesandten zu Washingtonund dem Minister Marcy zu ausführlichen Erörterungen gekommen. Von einem ge-waltsamen Vorgehen der Union, versicherte der Minister, sei keine Rede. Man er-warte hingegen, daß Brasilien seinen eigenen Vortheil besser verstehen, die Schiffahrtauf dem Amazon freigeben und namentlich der Verbindung mittels dieses Stromesund seiner Nebenflüsse, hin nach Bolivia und Peru, durch die Schiffe der VereinigtenStaaten kein Hinderniß in den Weg legen werde. Unterdessen sind aber die Ameri-kaner schon auf einer andern Seite, im obern Paraguay, gewaltsam verfahren. Siehaben die zu Rio de Janeiro gezogene Grenzlinie nicht beachtet und sind nach Be-lieben hinaufgefahren. Auch ist bereits im Beginne des Jahres 1851, von Peruaus, eine aus Amerikanern bestehende Landexpedition zum Maranon oder Amazonvorgedrungen, um die brasilischen Binnenländer jener Gegenden, welche großen Reich-thum an Gold und Silber enthalten sollen, zu untersuchen. Ein neues Californienhaben sie zwar nicht gefunden; dessenungeachtet wird die Untersuchungsreise ihre Früchtetragen. Das Land auf beiden Seiten der Gewässer ist herrlich und fruchtbar imhohen Grade. Solche vortreffliche Gemarkungen dürfen, werden nicht lange mehrverschlossen bleiben, sagt-Talbot, der Führer der Expedition; Dampfer, an Zahl undStärke größer als die, welche jetzt den Mississippi befahren, müssen in der nächstenZeit auf dem Maranon und dem Amazon gehen. Und hier, wie sonst nirgendwoauf Erden, ist Raum für große blühende Reiche der Zukunft.

U. Die Freistaaten im ehemaligen spanischen Südamerika.

Das ehemalige spanische Südamerika wird nach seiner Weltstellung und seinenhistorischen Verhältnissen in zwes Gruppen abgetheilt. Die nördliche Gruppe, welcheeine zeitlang unter dem Namen Columbia einen einzigen Staat bildete, und jetztin drei selbständige Republiken, Neugranada, Venezuela und Ecuador zerfällt. Diesüdliche, wovon ein Aheil längs des Stillen Ocean sich hinzieht, wie Peru und