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Brasilien und Südamerika.
heit in jenen erleuchteten künftigen Jahrhunderten. Nicht blos Südamerika, sonderndie ganze Welt wird in der Folgezeit unsere Reformen annehmen. Es ist einKamps für die Menschheit, den wir kämpfen."
Bei Eröffnung des neuen Congresses zu Bogota am 1. März 1851 war inallen Theilen der Republik die Ruhe hergestellt. „Wir haben große Eroberungengemacht", so sprach der Präsident in seiner. Botschaft, „wir haben große Siegeerrungen. Die Zeit der Ruhe ist gekommen; wir können unsere Aufmerksamkeitnach innen richten und hier finden wir reichlichen Stoff für unsere Thätigkeit. Esfehlt unserm, an den Wunden, welche ihm der Despotismus früherer Jahrhundertegeschlagen, leidenden Vaterlande an Bevölkerung, es fehlt ihm an den nothwen-digen Arbeitskräften und an Capital. Die Neugranadier sind an Intelligenz undErfindungskraft, in Industrie und Thätigkeit hinter vielen andern Völkern der Erdezurückgeblieben. Uns liegt es ob, Anordnungen zu treffen, um diesen mannichfachenMissta'nden zu begegnen." Man hegte zu der Zeit in Bogota große, über dieGrenzen Neugranadas weit hinausgehende Plane. Präsident Lopez dachte daran,die unglückliche Zersplitterung der südamerikanischen Länder und Staaten zu beseiti-gen und den alten Föderativstaat Columbia wiederherzustellen. Mittels eines eige-nen Abschnitts der neuen Verfassung erhielt der Präsident die Vollmacht, hierzudie nothwendigen Einleitungen und Vorkehrungen zu treffen.
Mit der immer noch widerspänstigen Geistlichkeit und dem Papste, welcher ineiner Rede (gehalten im Geheimen Consistorium am 26. Sept. 1852) in gar schar-fen Worten gegen die Republik auftrat, verfuhr man in einer Weise, die zumMuster dienen könnte allenthalben, wo Streitigkeiten obwalten zwischen der welt-lichen und geistlichen Gewalt. „Gut", sagte die Regierung von Neugranada, „ihrwollt Freiheit; die sollt ihr haben. Aber nicht blos ihr allein, sondern alle Religio-nen sollen der Freiheit theilhaftig werden. Ihr wollt unsern Anordnungen nicht ge-horchen. Gut, so werdet ihr auch unsern Schutz nicht genießen, unserer Hülse ent-behren; ihr werdet keine Besoldung erhalten; für die Kirchen und für die andernreligiösen Bedürfnisse müßt ihr, oder die mit euch es halten, selbst sorgen. Dasist die wahre Freiheit der Religion, die wahre Unabhängigkeit der Kirche vomStaate, wie sie bereits in jenem glücklichen Lande Nordamerika besteht." Diese undandere in dem Sinne getroffenen Anordnungen sind der Inhalt des umfassendenGesetzes vom 1. Sept. 1853, welches unter dem Nachfolger des Präsidenten Lopez,dem General Obando, erlassen wurde. Obando war nämlich in regelmäßiger Weisevom Congresse gewählt worden, und bekleidete demnach seit dem 1. März 1853 diepräsidentschaftliche Würde. Seine erste Botschaft verbreitete sich mit großen Lobes-erhebungen über die Regierung des Vorgängers. Lopez habe er sich zum Muster ge-nommen, er werde in seinem Geiste handeln. „Die Administration des glücklichen7. März", so fährt der neue Präsident, Obando, fort, „hat ihre eigenen Versprechun-gen übertreffen; sie hat offen die Wahrheiten den demokratischen Republik verkündet undsie mit Folgerichtigkeit durchgeführt: unbedingte Freiheit der Presse, des Gewissens undder Gottesverehrung; Abschaffung der Todesstrafe für politische Verbrechen; Auf-hebung der Sklaverei; Vernichtung der Monopole und der geistlichen Sonderrechte;Abschaffung der Zehnten; Gründung der städtischen Selbständigkeit; Vertreibungder Jesuiten, deren Dasein in einem Staate die Freiheit zur Trauer und den Fort-schritt zur Chimäre macht. Was bleibt mir noch übrig nach diesen gigantischenReformen? Ich werde genug gethan haben, wenn ich den Bestand dieser Refornienpchere, wenn ich sie ergänze und immer fortschreite aus diesem Wege der Regene-ration und der Mcnschenbildung."
Die liberale Partei hatte sich, wie das gewöhnlich geschieht, wenn Parteieneine zeitlang herrschen, während der letzten Jahre gespalten. Die am weitesten vor-geschrittene, vorzüglich aus jüngern Männern bestehende, nannte sich die Golgotas,weil sie sich bestrebte oder vorgab, die evangelische Gleichheit, den evangelischen So-
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