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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

denk ward gefangengenommen, und eine Junta trat zu Guayaqnil (24. Juli 1851)zusammen, welche sich bis zur Einrichtung einer neuen Regierung die souveräneGewalt zulegte. „Präsident Noboa und der Nationalconvcnt haben die demokrati-schen Einrichtungen beseitigt und in reactionärer Weise regiert. Alle ihre Gesetze,Decrete und Beschlüsse sind abgeschafft und die Verfassung von 1843 wiederherge-stellt. Die öffentliche Meinung ist jedem Kriege mit Neugranada entgegen; sie willim Gegentheil ein ganz enges Freundschaftsbündniß mit diesem Nachbarstaate. Einneuer Nationalconvent soll gewählt werden, nach dem Sinne und den Bedürfnissendes Volks von Ecuador." Unterdessen ward der General Jose Maria Urbina gleichals Oberhaupt des Staats mit dictatorischer Gewalt anerkannt. Derselbe verwiesalsbald die Jesuiten des Landes und stellte die alte Freundschaft mit Neugranadawieder her. An die Stelle der reactionären Beamtem traten andere, dem Fort-schritte huldigende; eine neue glücklichere Epoche ungestörter Ruhe schien für Ecuadoreingetreten zu sein.

Die zahlreiche reactionäre Partei, alle der Stellen Entsetzte sannen indessen aufMittel, die Gewalt und ihre Vortheile wiederzuerlangen. Hierauf rechnete nunauch Flores. Von neuem ward eine Expedition ausgerüstet, die von Peru mannich-fache Unterstützung erhielt. General Flores landete Anfang April 1852 mit einemwenig zahlreichen Haufen von 5 — 600 Mann, Nordamerikaner und Deutsche,Peruaner und Chilenen, auf der Insel Puna, welche zu Ecuador gehört, und zogwider Guayaqnil, ohne jedoch einen ernstlichen Schlag gegen diese wichtige Hafenstadtzu führen. Seine Hülfsquellen versiegten, seine Söldner desertirten und der „Ver-räther Amerikas", wie Präsident Urbina mit gutem Grunde den Abenteurer nannte,mußte entfliehen und froh sein in Peru ein Unterkommen zu finden. Dies so schnellgescheiterte, von keinem Aufstande im Innern der Republik getragene Unternehmen— was von der Popularität der Regierung Urbina's zeugte, hatt« einige Verwicke-lungen mit auswärtigen Staaten, mit Peru und Frankreich, zur Folge. Peruhatte Flores unterstützt; das Gleiche war von Frankreich geschehen, welches seit sei-nen eigenen Decembertagen von 1851 allen reactionären Bestrebungen hülfreicheHand darbot und darbietet.

Schon vom Beginne des Jahres 1852 an hatte der Geschäftskäger Ecuadorszu Peru, General Antonio Elizalde, eine Note an die Regierung zu Lima gerichtet,um die Jnternirung des Flores und aller Emigranten aus Ecuador zu verlangen.Die Regierung Perus versprach diesem Gesuche Folge zu leisten; sie ließ jedoch Floresmit seiner Expedition abziehen. Elizalde federte hierauf seine Pässe, und die diplomati-schen Beziehungen zwischen den beiden Staaten wurden abgebrochen. Neugranada nahmAntheil an diesem Streite. „Man würde vermöge des Allianz- und Freundschastsver-trags vom 8. Dec. 1832 dem Nachbarlande Ecuador sowol gegen Flores wie gegenalle seine innern und äußern Feinde jede Hülfe gewähren." Ein Krieg stand bevorvon den beiden verbündeten Staaten Neugranada und Eculldor gegen Peru. Nachdem Mislingen der Unternehmung des Flores konnten indessen die obschwebendenZwistigkeitcn leicht beigelegt und der Ausbruch der Feindseligkeiten vermieden werden.Es dauerte jedoch lange, bis die Unterhandlungen zu dem Vertrage vom 8. April1853 führten. Peru versprach, Flores keinen Aufenthalt mehr im Staate zu gestat-ten und die Flüchtigen aus Ecuador ins Innere des Landes zu verweisen. Wemdas Besitzthum des Flores und das zurückgelassene Geräthe der Expedition, dieFahrzeuge und die Waffen, gehören, hierüber solle Chile den Austrag geben. BeideStaaten, Peru wie Ecuador, verpflichten sich, künftig nicht mehr gestatten zu wol-len, daß auf ihrem Gebiete Unternehmungen vorbereitet würden, Welche die Ruhedes Nachbarlandes gefährden könnten.

Die Zwistigkeiten mit Frankreich waren nicht so leicht zu beseitigen. Montho-lon, der französische Consul, hatte wiederholt seine Sympathien für Flores aus-gesprochen und die Zwecke der reactionären absolutistischen Partei in mannichfacherDie Gegenwart. XII. 21