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Brasilien und Südamerika.
Braungelbe, Gelbbraune, Nothbraune und Dunkelbraune über. Ebenso verschiedenist die Consistenz der Schichten. Während nämlich die obersten Lagen weich, aberetwas zähe sind, zeigen sich die nächst folgenden lockerer, mehr pulverförmig, zuwei-len zu großen, aber leicht trennbaren Stücken zusammengeballt. Noch tiefer liegendie Massen bedeutend fester, bröckeln aber beim Zerschlagen, während die unterstenLagen sehr harke, fest zusammenhängende Massen bilden, einen krystallinischen Bruchhaben und ziemlich schwer zu bearbeiten sind. Letztere Massen tragen ganz den Cha-rakter von Gestein und werden von den Arbeitern Piedras de huanu genannt.
Garcilaso de la Vega, der Vater der peruanischen Geschichte, erwähnt .desVogeldüngers und berichtet Folgendes von der Anwendung desselben bei seinen Lands-leuten: „An der Meeresküste von Arequipa bis nach Tarapaca, in einer Entfernungvon mehr als 200 Leguas, wird nur der Dünger von Meeresvögeln gebraucht,welche, große und kleine, an der ganzen peruanischen Küste vorkommen und in un-glaublich großen Zügen fliegen. Sie nisten auf einigen unbewohnten Inseln dieserKüste. Ebenso unglaublich ist die Menge von Mist, den sie dort fallen lassen, dennvon fern gleichen diese Düngerhaufen den Spitzen eines Schneegebirges. Zur Zeitder Könige Jncas war man so wachsam auf die'Erhaltung dieser Vogel, daß eswährend ihrer Brütezeit bei Todesstrafe Jedermann verboten blieb, die Inseln zubesuchen, damit diese Thiere nicht erschreckt rmd aus ihren Nestern verscheucht wür-den. Ebenso war es bei der nämlichen Strafe verboten, zu irgendeiner Zeit aufden Inseln oder anderswo diese Vogel zu todten. Jede Insel war auf Befehl derInkas einer Provinz angewiesen, und wenn jene groß, zweien oder dreien zugleich.Es wurden daselbst Grenzsteine gesetzt, damit die Bewohner einer Provinz nicht i»das Gebiet einer andern übergriffen, und mit ähnlichen Grenzbezeichnungen wiesman sogar jedem Dorf, jedem Bürger seinen- Theil an, indem man ungefähr schätzte,wie viel ein Jeder be-wthige. Bei Todesstrafe durste kein Dorfbewohner von frem-dem Gebiete wegnehmen, denn es war Diebstahl; sogar von seinem eigenen Platzedurfte er nicht mehr wegführen, als ihm nach dem Bedarfe seiner Grundstücke zu-geschätzt wurde. Wer mehr nahm, wurde des Ungehorsams bestraft. Gegenwärtig(am Ende des 16. Jahrhunderts) wird er auf andere Art abgetragen. Der Vogel-dünger erzeugt große Fruchtbarkeit."
Wann der erste Guano nach Europa gebracht wurde, ist nicht genau zu er-Mitteln, gewiß bleibt aber, daß er zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in kleinenProben nach Cadiz eingeführt, wie es scheint, aber dort nicht weiter beachtet wurde.Von den Reisenden, welche im vorigen Jahrhundert Peru besuchten, erwähntenFeuille'e (1710), Frezier (1713) und Ulloa (1740) des Guano. Feuillee bezeichnetihn zwar als ein vorzügliches Düngungsmittel, beklagt sich aber über den unerträg-lichen Gestank, den er vorzüglich in Arica verbreite, und gibt ihn als Hauptursachedes schlechten Klimas in dieser Stadt, der häufig dort vorkommenden Fieber undder stechenden Kopfschmerzen an, von denen die Fremden zu leiden haben. Er wun-dert sich, daß die Eingeborenen aus Unkosten ihrer Gesundheit die Vogel auf dennahegelegenen Inseln nisten lassen, statt sie durch Flintenschüsse zu vertreiben. Dieperuanische Regierung hat mit mehren Häusern über die Verschiffung des Guano,sowie über die Procente, welche dieselben vom Erlöse in den verschiedenen Ländernentnehmen sollen, auf eine bestimmte Anzahl Jahre Verträge abgeschlossen.
In einer Sitzung des peruanischen Congresses vom October 1835 wurde einumfassender Gesetzvorschlag zum Verkauf der Guanolager aus den Chinchainseln ein-gebracht, wo sich die größten Massen dieses Düngers vorfinden. Wir entnehmendemselben folgende wichtige statistische Angaben. „Der Guano", heißt es in der Ein-leitung, „bildet jetzt die-wichtigste Einkommenquelle der Republik, welche in Zukunftimmer abnehmen und am Ende ganz versiegen wird. Die Nation hat jedoch kein«so großen Vortheile daraus gezogen, als sie erwarten konnte; überdies ist der Betriebungeeignet und ungenügend. Wir bedürfen der fremden Ansiedler zur Mehrung derArbeitskräfte; wir bedürfen der Schulen und anderer Mittel zur Erziehung und Heran-