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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

Curs erhalten. Diese 4'/üprocentige Schuld stand im Juli 1855 zu London,70°/o.Auch in Betreff der passiven Schuld ist ein neues Abkommen getroffen worden,wonach sie seht 3^> trägt, wofür dem Staate in Betreff des früher festgesetztenTilgungsfonds einige Erleichterungen gewährt wurden. Man sieht, daß die Schulddadurch eine bedeutende Mehrung erlitten hat; denn sie belauft sich gegenwärtig, wieoben angegeben worden, auf mehr als 46 Millionen Dollars. Die Feinde Echineque'Sbehaupteten sogar, sie sei bis auf 150 Millionen Piaster gesteigert worden. Mehreeinflußreiche Leute des Landes machten dem Präsidenten darüber Vorwürfe und er-hoben die Anklage, der Präsident sowie dessen Freunde und Anhänger hätten beidiesen mannichfachen Geldgeschäften für sich große Summen gezogen. Dies aber gabbald zu neuen Bürgerkriegen Veranlassung und führte endlich den gewaltsamen Sturzder Regierung herbei.

Präsident Castilla hatte, wie die angeführte Botschaft nachwies, den Staats-haushalt derart geordnet, daß ein Überschuß der Einnahmen erzielt werden konnte.Sie betrugen in den beiden Jahren 1850 und 1851 — die Finanzperiode dauertin Peru zwei Jahre - die Summe von 10,945000 Piaster und die Ausgabenblos 9,285000. Dabei bedenke man, daß der größte Theil der Einnahmen damalsnoch in den Zollabgaben und in der Kopfsteuer der Indianer bestand; die Guano-erträgnisse haben erst während der letzten Jahre so bedeutend zugenommen. DiesVerhältniß hatte sich bereits in der nächsten Finanzperiode 1852 — 53 in solcherWeise verschlimmert, daß ein bedeutendes Deficit erscheint. Die Einnahmen wurdenauf 14,250000 Piaster gerechnet und für die Ausgaben an 20 Millionen vom Con-greffe bewilligt. Die Regierung hatte 21,733000 verlangt. Die Steigerung derAusgaben ward durch den Ankauf mehrer Kriegsschiffe herbeigeführt, durch denAufwand von drei Millionen für öffentliche Arbeiten und durch eine Zinszahlungvon vier Millionen für die verschiedenen Schulden. Durch die mannichfache Er-leichterung des Verkehrs erfuhr der Handel, namentlich die Ausfuhr, eine großeSteigerung. Unter den Artikeln der Ausfuhr bilden neben Silber, Gold und Guanodie Wollen der Lamas und Alpacas sowie die Quinquana, deren beste Gattung ausBolivia kommt und nur mittels des peruanischen Hafens Arica verschifft wird, dievorzüglichsten Gegenstände. Die ganze Handelsbewegung Perus mag während derletzten Jahre im Durchschnitte jährlich an 30 Millionen Piaster betragen haben.

General Echenique stammt aus einer angesehenen Familie des Landes. SeinVater bekleidete zu Puno, wo ihm dieser Sohn im Jahre 1808 geboren wurde,eine höhere Stelle im spanischen Dienste., General Echenique hatte im Verlaufeder letzten Jahrzehnde die verschiedensten Ämter der Republik, im bürgerlichen wieim Kriegswesen, zur Zufriedenheit seiner Mitbürger verwaltet; er ward nacheinan-der Commandant der nördlichen Departements, Brigadegeneral, Staatsrath, Kriegs-minister und Vorsitzender im Staatsrath. Man konnte nach diesen Vorgängen vonseiner Regierung nur Gutes erwarten, eine Hoffnung, welche durch seine erste Bot-schaft (20. April 1851) bekräftigt wurde. „Stufenweise Minderung der Zolls, umnach und nach eine vollständige Handelsfreiheit zu erzielen, Herbeiziehung fremderArbeitskräfte aus Europa", erklärte der neue Präsident, „sind jetzt unsere wichtig-sten Angelegenheiten. Peru muß suchen, die Erfahrungen anderer Nationen zu be-nutzen; man muß die frühern Irrthümer meiden und die Maßregeln aufnehmen,welche sich im Laufe der Zeit bewährt haben." Die Regierung legte in der Thatdie Hand ans Werk. Sie schloß (4. Juni 1853) mit einem Deutschen, DamianSchütz, und einem Peruaner, Manuel Jjurra, zur Herbeischaffung von Colonisteneinen Vertrag. Diese Unternehmer verpflichten sich innerhalb sechs Jahren 10000Fremde ins Land zn bringen, und erhalten dagegen für jeden Änsiedlcr 30 Piasterund eine Strecke Landes, wovon ein Theil ihnen und ein anderer dem Colonisten ge-hört. Es mag den Unternehmern indessen schwerfallen, die eingegangenen Verbind-lichkeiten zu erfüllen. Wenige Europäer wollen nach Peru. Von 1850 — 53 betrugdie ganze Einwanderung blos 3032 Personen, wovon 320Jrla'nder, 1096 Deutsche