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Zwöflter Band.
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334 Brasilien und Südamerika.

geborenen im Jahre 1781, der Krieg zwischen Spanien und England und der Unab-hängigkeitskrieg. Das Quecksilber fehlte seit dem Jahre 1802. Das Jahr 180-1 er-hielt eine traurige Berühmtheit durch die furchtbare Trockenheit, in deren GefolgeHunger und Pest erschienen. Die reiche Provinz Lipez verwandelte sich in eine Wüste,die 90 Haupthütten von Potosi wurden auf 13 und die von Oruro auf 8 reducirt.Dann drangen die Noyalisten ein und verbrannten die Anlagen als ebenso viele Ci-tadellen der Insurgenten. Später vollendeten gezwungene Anleihen, ungeheure Con-tributionen den Ruin. Die einsichtigen Bergleute, die geschickten Schmelzer ver-schwanden. Diejenigen, welche wissen, wie große Mittel nöthig sind, um eine solcheIndustrie wieder in den Gang zu bringen, wenn es weder Hütten, noch Schmelzer,noch Bergleute mehr gibt, werden sich nicht über den schlechten Zustand der Mine»nach so vielen Calamitäten wundern.

Der Cerro von Potosi, ein gewaltiger Kegel von 15000 Fuß Höhe über demMeere, ist vielleicht, selbst Californien nicht ausgenommen, das reichste Mekalllagerder Erde. Seit dessen Entdeckung bis zum Jahre 1816 hat man aus. ihm dieSumme von 1,651,721578 spanischen Thalern entnommen, und es'ist sein Reich-thum noch »»geschwächt. Selbst heute noch, obgleich man keine einzige Maschine,kein verbessertes Verfahren, wie es der Fortschritt der Wissenschaft seit 100 Jah-ren an die Hand gegeben, anwendet, liefert der berühmte Kegel jährlich über100000 Piaster. Der Cerro von Potosi ist aber nur ein hervorragender Punkt ineiner Mekallkette, welche ohne Vergleich in der ganzen Welt dasteht. Ihm stehenwürdig zur Seite, in der Provinz Potosi selbst, die Minen von Gariguari undMachamarka, die Minen der Provinzen Lipez, Chicas, Porco, Chayanka, wo dieberühmte Gruppe von Aullagas liegt, i» welcher die Silbcrkuppen (mornss), seit60 Jahren verlassen, kürzlich wieder in Angriff genommen wurden und in kurzer Zeit3.Millionen spanischer Thaler geliefert haben. Die Provinz Arque ist nicht weni-ger ihrer reichen Silberminen wegen berühmt, desgleichen die Provinz Oruvo, welchefrüher Potosi fast gleichstand, und der Krone Spanien allein 40 Millionen Piasterals Fünstheilabgaben von ihrer Silberproduttion geliefert haben soll. Der CautonSalinas hat eine Sierra von 20 Leguas Länge, welche in der ganzen Ausdehnungvon Silberadern durchsetzt ist, die man aber bisher wegen Mangel an Maschinenund Transportmitteln nicht hat in Angriff nehmen können. In der ganzen Anden-kette von Lapaz bis Tarija, wo man kürzlich ein reiches Lager in der Cordillerad'Iscayache entdeckt hat, gibt es fast keine Erhebung, die nicht eine Beisteuer anSilber zu liefern vermochte, und merkwürdigerweise hält sich die Linie, wo das Sil-ber am reichsten angetroffen wird, in der Nähe der Schneegrenze.

Nicht minder reich ist die Republik an Gold. Die Minen der Provinz Chay-anta, Copasica, Amayapampa, Chuita, Tacononi und Choquenta sind berühmt, aberihnen stehen nicht »ach an Ausbeute die Wäschereien am Rio Sän-Juan (Pilaya)in der Provinz Tarija, wo das Klima vollkommen gesund ist. In der ProvinzTonima, bei Pomabamba, hat man in der Nähe des Pilcomayo ein unermeßlichesTerrain entdeckt, in dessen aufgeschwemmtem Erdreich überall Goldstückchen vorkom-men. Bei Choquemata im Departement Cochabamba befinden sich -zwei Goldlager,welche bereits gegen 40 Millionen Piaster geliefert haben. Die Zuflüsse des Beniauf der linken Seite rollen fast sämmtlich reichlich Gold; berühmt wegen ihresgroßen Reichthums an diesem Metalle sind insonderheit der Choquecamata, Chacuyo,Pocotani, Tipuani. In dem Berge von San-Tomas, in Chiquitos, kennt man eineGoldader, welche sich 20 Leguas weit erstrecken soll, und weiterhin im Lande derGuarayos, an der Grenze von Mattogrosso, findet sich in der Hügelreihe der be-rühmte Cerro von San-Simon, aus welchem die Jesuiten Haufen von Gold zogen.Auch in der Provinz Apolobamba, im Gebiete des Beni, kommt das Gold in rei-chem Maße vor, und das Departement Lapaz ist längst wegen seines Goldreich-thums berühmt.

Und ein solches Land war seit langer Zeit in die Nothwendigkeit versetzt, eine