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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

Die Regierung Volivias machte seit der Zeit verschiedene Versuche, um diesen Mis-stä'nden zu begegne». Die AuSfuhr der Quinquanariude — die von Bolivia istdie vorzüglichste — wurde a» eine Compagnie verpachtet; suchte auch den Guano mit-tels eigener Fahrzeuge direct nach Europa zu verschiffe», um den großen Gewinnder Zwischenhändler selbst zu ziehen. Vergebens! Es mangelt an Capital, an Ar-beitskräften, an Geschäftskenntniß; die innere Lage der Republik ist in dem früherntrostlosen Zustande geblieben. Man verwendete die Schulfonds, man bedurfte derFalschmünzerei, um das Staaksschiff im Laufe zu erhalten. Nun ward dem un-glücklichen Lande, wo Aufstände und Mordscenen niemals aufhörten, überdies dereinzige Hafen genommen, welcher einen Ausgang in das Meer gewährte. Cobijafiel, wie schon erwähnt, in die Hände des peruanischen Präsidenten Echenique, wel-cher nun alle bolivianische Ausfuhr mit großen Abgaben belegte. Der Handel die-ses wichtigen Hafenplatzes beträgt jährlich die bedeutende Summe von 6 — 700000Piastern, wovon aber auf Chilx die größere Summe kommt. Auch sind von den4000 Einwohnern mehr als 3000 Unterthanen dieses Staats. Belzu überzog da-gegen Peru mit Krieg und bemächtigte sich mehrer Ortschaften im DepartementPuno. „Nicht gegen das befreundete peruanische Volk führe er Krieg, sonderngegen Echenique, welcher muthwilligerweise in Bolivia eingefallen sei und den fried-lichen Verkehr zwischen den beiden engverbundenen Staaten gestört habe. Sollteaber Peru ihm beistehen, so werde man zeigen, daß die Bolivier immer noch diesel-ben seien von Aanacocha, Socobaya und Jngavi, wo 100 Bolivier gegen 1000Peruaner standen und den Sieg davontrugen." Zum Glück für Bolivia begannalsbald wiederum der Bürgerkrieg in Peru, welcher, die Aufmerksamkeit und dieKräfte dieses Landes nach innen ziehend, den Gebrauch seiner Macht nach außen un-möglich machten.

Ungefähr zu derselben Zeit, wo Präsident Echenique den bolivianischen HafenCobija besetzte, wurde an denselben zu Lima (12. Aug. 1853) ein Schreiben ver-öffentlicht, das im ganzen Staate eine große Bewegung verursachte. Der Ver-fasser des Briefs, jener schon erwähnte reiche, im Lande angesehene Kaufmann Do-mingo Elias, behauptete, bei der Aufnahme der neuen Anleihe in England sowie imAllgemeinen bei der Ordnung des Staatsschuldenwesens seien die größten Misbräucheund Betrügereien vorgefallen. Der nach London gesandte Finanzminister Manuel daMendiburu und die ganze Umgebung des Präsidenten, mittelbar er selbst, wurdenzahlreicher Unterschleife beschuldigt, welche nach einer gedruckten Liste 15 MillionenDollars betragen sollten. Die peruanische Staatsschuld sei mittels aller dieser Mäke-leien auf die Summe von 150 Millionen Piaster gebracht worden — sicherlich, wieaus den obigen Angaben erhellt, eine sehr übertreibende Berechnung. Echenique be-gnügte sich nicht mit einer öffentlichen Beantwortung der Anklage: Ellas wurde inSGefängniß geworfen. Derselbe fand jedoch Mittel zu entfliehen und wandte sich nachGuayaquil in Ecuador, wo man mit Peru in gespannten Verhältnissen lebte. Eshalf Echenique wenig, daß der alsbald zusammenberufene Congreß alle seine Maß-regeln billigte und ihm außerordentliche Vollmacht decretirte. Die zu seinem Nach-theil entstandene Bewegung dauerte fort im Lande.

Ellas kehrte an der Spitze einer kleinen Expedition nach Peru zurück und er-hob die Fahne des Aufruhrs gegen die Regierung. Bedeutende Städte, wie Are-quipa, schlugen sich zur revolutionären Bewegung, und mit dem Beginne des Jah-res 1854 erschien als Führer der hochgeachtete ehemalige Präsident, General Ca-stilla. In seiner am 13. Zan. 1854 erlassenen Verkündigung wurden Echeniqueeine Menge Versehen und Verbrechen vorgehalten, welche dieser nicht widerlegenkonnte. Absichtlicherweise habe er den Krieg mit Bolivia hervorgerufen; er habesich dieses Kriegs bedient, um den Congreß zu beherrschen und außerordentliche Voll-machten zu erhalten. Seine ganze Regierung bestehe aus einer fortgesetzten Reihetyrannischer Maßregeln und Bestechungen. Alle durch Echenique vom Boden derRepublik Verbannten kehrten zurück und griffen zu den Waffen. Der Aufruhr