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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

wüthete in den südlichen gleichwie in den nördlichen Provinzen. Echenique machtedie größten Anstrengungen, und es war ihm möglich, sich unter wechselnden! Glücke,ungeachtet des Verrakhs und des Abfalls von vielen Seiten, ein Jahr lang gegenalle seine verschiedenen Widersacher zu behaupten. Die blutige Schlacht bei La-palma, so genannt von dem gleichnamigen Meierhofe, in dessen Nähe sie geschlagenwurde (5. Jan. 1855), unfern der Hauptstadt Lima selbst, beraubte Echenique end-lich aller Macht und zwang ihn landesflüchtig zu werden. Der ehemalige Präsi-dent Perus lebt jetzt neben mehren andern amerikanischen Prätendenten und gefal-lenen Größen zu Neuyork, ,einer Stadt, welche in dieser wie in vielen andern Be-ziehungen das London der Neuen Welt ist. Er harrt hier auf bessere Tage, wo eran der Spitze einer gemietheten Sachsenschar nach seinem Vaterlande zurückkehrenkann. Diese Kricgsbande gedenkt er durch seine großen Geldmittel anzuwerben, dieer sich, wie Santana in Mexico, in unrechtmäßiger Weise zugeeignet.*) Nordame-rikanische Angelsachsen haben das Meiste zu seinem Sturze beigetragen, und Angel-sachsen sollen ihn wieder erheben. Die Sagrados, oder das heilige, aus erlesenenMännern bestehende Regiment, worunter 60 Nordamerikaner, haben General Ca-stilla vorzüglich zum entscheidungsvollen Siege bei Lapalma verhelfen. Die Offiziereim Regierungsheere sollen sich als Feiglinge benommen haben. Echenique selbst sollunter den Ersten gewesen sein, welche das Schlachtfeld verließen und entflohen. Be-reits am Abend nach dem Siege hielt der „Befreier", wie Castilla jetzt genanntwird, unter dem gewöhnlichen Jubelgetön und Freudengeschrei der Masse» seinenEinzug in Lima. Das ganze Land hat sich ihm ohne Schwertstreich ergeben, wor-unter auch die Besatzung der Burg zu Callao. Castilla stellte die Verfassung wiederher und bewirkte durch die plötzliche Freierklärung aller Sklaven eine vollkommene so-ciale Revolution. Echenique hatte nämlich ein Decret erlassen, wonach alle Skla-ven, welche sich für ihn erklärten, ihre Freiheit erhalten sollten. Um seinen Geg-ner von dieser Seite der Hülfe zu berauben, verkündete nun Castilla eine vollstän-dige Emancipation. Die Eigenthümer sollen später aus der Staatskasse Entschädi-gung erhalten, und eine Million Dollars ward bereits im Juli 1855 zu diesemZwecke verwendet. .Die ehemaligen Sklaven rotteten sich inzwischen, zusammen undergaben sich dem Müßiggänge. Die frühern Herren befinden sich zwar nach wievor in ihrem Eigenthume, ermangeln aber der nothwendigen Arbeitskräfte, sodaß indem fruchtbaren Lande im Jahre 1855, aus Furcht es könnte Mangel entstehen, einAusfuhrverbot aller Brotfrüchte erging. Die Weißen fanden es auch für nothwen-dig, zu ihrem Schutze eine Art Landwehr zu bilden. Die siegende Partei soll,nach spanisch-amerikanischer Weise, gegen die Besiegten in sehr grausamer Weise ver-fahren. Die. Guillotine, so lauten die Nachrichten aus Lima, arbeite jetzt gar häu-fig zu Peru, und eine Menge Flüchtiger eilen aus dem neuerdings zerrütteten un-glücklichen Lande.

Noch während des Kampfes hatte General Castilla durch eine öffentliche Ver-kündigung dem Volke versprochen, innerhalb 30 Tagen nach dem Siege der Revolutioneine constituirende Versammlung einzuberufen, in deren Hände er seine Macht und dasSchicksal des Staats legen wolle. Der Dictator-Befreier hat sein Wort gehalten.Am 5. Febr. 1855, gerade 30 Tage nach der Schlacht bei Lapalma, wurde eineNationalversammlung ausgeschrieben, welche alsbald nach ihrer Constitnirung (14. Juli1855) den Befreier provisorisch in seiner Macht bestätigte. Die Versammlung gingdann an die Ausarbeitung eines Grundgesetzes. Außerdem wurden ihr verschiedene reactio-näre und intolerante Gesetzvorschläge und jener über den Verkauf des Guano vorgelegt.

General Santa-Cruz, ehemals Präsident des Staats Bolivia, war ssit mehrenJahren Gesandter in Frankreich. Er gerieth 1852 mit Belzu in Zwist, sandte seine

) Räch dem amtlichen Berichte des Finanzministers Ellas hat Echenique von der innernSchuld Perus 12 Millionen, mehr als recht und billig war, liquidirt.

Die Gegenwart. Xll.

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