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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

Gehalt von 752300 Tonnen. Ausgelaufen aus diesen Häfen sind 2461 Fahr-zeuge, mit einem Gehalt von 729800 Tonnen. Die Nationalflagge hat den größ-ten Antheil an diesem Handel. Dann folgen England und die Vereinigten Staa-ten. Mehr als ein Drittheil der Ausfuhr besteht in edeln und gewöhnlichen Me-tallen, deren Production immer im Wachsthum begriffen und einer unermeßlichenEntwickelung fähig ist. Der Werth der Ausfuhr der Metalle betrug 1854 dieSumme von 6,913830, eine Mehrung im Verhältniß zum vorhergehenden Jahre(1853) von 4,543704 Piastern. Unter solchen blühenden finanziellen und commer-ziellen Zuständen ist es ganz natürlich, daß die sechsprocentigen Schuldverschreibungender Republik auf der londoner Börse mehre Procente über Pari stehen.

8) Die La Plata-Staaten.

Das Stromgebiet des Rio de !a Plata nimmt den zweiten Rang ein auf Er-den. Es ist nur um 18000 geographische Geviertmeilen kleiner als jenes des Ama-zon und ungefähr um dieselbe Ausdehnung größer als das Mississtppigebiet. DieLändermasse des Rio de la Plata ist aber die einzige, welche theils der heißen,theils der gemäßigten Zone angehört, sodaß mittels Dampfer der Austausch der ver-schiedensten Erzeugnisse auf Erden innerhalb einiger Tage erzielt werden könnte. DerRiesenstrom des Rio de la Plata wird durch die Vereinigung (unter 34° südlicherBreite) des Paranä und Uruguay gebildet. Seeschiffe jeder Größe können vomMeere aus bis Montevideo gelangen. Von Montevideo bis zum Paranä guazu,dem Hauptmündungsarme des Paranä, ist das Fahrwasser, nach des Capitäns Su-livan Karte (1847), überall zwischen 3/- bis 10 Faden tief. Damit stimmt auchder Bericht des Capitäns Hotham überein, sodaß also Seeschiffe von 16 —18 Fuß Tiefgang ohne Schwierigkeit 100 Seemeilen, von Montevideo bis MartinGarcia de» Strom hinaufsteigen können.

Der Uruguay entspringt in der brasilischen Provinz Santa-Catarina am Fußeder Serra do mar, und durchströmt in westlicher Hauptrichtung sieben Längengradeeinen »och wenig gekannten, meist mit Urwald bedeckten Landstrich. Von der Ein-mündung des von Norden kommenden Nepiri mini bis zur Vereinigung mit dem bra-silischen Grenzflüsse Quaraim bildet er die Grenze zwischen Brasilien und der Argen-tinischen Consöderation, und von da ab bis zu seiner Mündung die Grenze zwischender letzter» und der Republik Banda-oriental del Uruguay.

Die wasserreichsten Nebenflüsse strömen ihm von Osten zu, unter denen diegrößer» insgesammt schiffbar sind und fruchtbare herrliche Landschaften bewässern,in welchen mehr als 30 Millionen Menschen eine glückliche Existenz finden könnten,die aber jetzt noch beinahe völlig verödet daliegen. Vor allen sind unter den Neben-flüssen des linken Ufers der Rio Negro und der Jbicuhy oder Santa-Maria zu nen-nen. Der Rio Negro wird in nicht ferner Zukunft eine große Bedeutung erlangen,wenn erst der europäische Auswandererstrom seine Richtung nach dem La Plata ge-nommen hat. *) Auf der rechten Seite ist der bedeutendste Nebenfluß der Rio Eua-leguaychu, welcher an seiner Mündung einen vortrefflichen Hafen bildet, dcr schonheute für den Verkehr mit Enkre-Nios wichtig ist.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Uruguay fast in seinem ganzen Laufefür größere Fahrzeuge schiffbar ist; näher untersucht ist er nur in seinem Unterlaufe.Man weiß, daß er in der Strecke zwischen 31° und 31° 23^ südlicher Breite vonzwei Felsbänken durchzogen wird, welche wenigstens bei niedrigem Wafferstande dieSchiffahrt unterbrechen. Nach des Capitäns Sulivan Karte hat das Fahrwasser desUruguay, von Martin Garcia ab aufwärts bis zu 31° südlicher Breite, von 3'/,bis zu.14 Faden Tiefe; es können also auch Seeschiffe von 44—18 Fuß Tiefgangnach der Mündung des Rio Negro und bis Gualeguaychu Hinaufsegeln. Nach des

„*) Vgl. Kerst, „Die Länder am Uruguay" (Berlin 1851), und von Demselben, „DieLänder im Stromgebiete des La Plata" (Berlin 1852).