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Zwöflter Band.
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356 Brasilien und Südamerika.

viele Häuser waren erbrochen, die Weiber geschändet und alle Habe geraubt. „Diewilden Unionisten", verkündeten die Machthaber öffentlich, „müssen ganz ausgerottetwerden; der Verdacht allein, dieser Horde anzugehören, ist eine Todsünde." Liestman die Berichte der Augenzeugen, so ist man in der That versucht zu glau-ben, diese spanisch-portugiesischen Amerikaner seien Menschen ganz anderer Art:man kann sie kaum an unserm Maßstabe -der Gesittung messen. Es sind durchihre kirchliche Erziehung verdorbene Wilde, welche gelehrt wurden, sich für alleihre Roheiten und Verbrechen mit der Gottheit durch einige Zauberformeln abzu-finden. Die gefangenen Unionisten wurden nach Hunderten hingerichtet und ihreKöpfe der Reihe nach auf Stangen gespießt; wer für solch einen gottlosen Verrätherein Wort der Gnade fallen ließ, hatte gleich wie dieser selbst das Leben verwirkt.Wo immer man sie fand, konnten sie auf der Stelle ermordet werden. Selbst dieLeichen der Feinde Rosas' hat man ausgegraben und sie den wilden Thieren zumFraß hingeworfen. Don Jose Rivera Jndarte, Herausgeber des Journals „Ll dw-oionsl",.und Varela, Herausgeber des „Ul Oowmsreio cksl klsts", zählten zu denentschiedensten Feinden des Rosas. Sie fanden Beide im Kampfe gegen den Ty-rannen ihren Tod. Jndarte ist Verfasser der schrecklichen Blutverzeichnisse (lablsscks ssngrs) von Buenos-Ayres, worin von 1839 — 43 (in diesem Jahre wardder unerschrockene Mann auf Befehl des Rosas vergiftet) alle Opfer aufgeführtsind, der Tag des Monats und des Jahres, wo und in welcher Weise sie hinge-richtet wurden. Hiernach starben an beigebrachtem Gift 3, enthauptet wurden3765, erschossen 1393; heimlich wurden ermordet 722; in offenen Schlachten fielen14920, als Deserteurs, Spione u. s. w. wurden hingerichtet 1600: im Ganzenalso innerhalb vier bis fünf Jahren nicht weniger als 22405 Personen, meist die thä-tigsten und einsichtsvollsten Männer des Landes. Der Ausgewanderten nach derBanda-oriental, nach Bolivia, Peru, Chile und Brasilien sollen es wenigstens10000 gewesen sein, jeden Geschlechts und jeden Alters. Über die Anzahl der Hin-gerichteten von 1843 bis zum Sturze des Rosas fehlen sichere Angaben.

Zur Verherrlichung des großen Retters der Konföderation wurden von Zeitzu Zeit eine Menge Festlichkeiten angeordnet und allerlei Tänze aufgeführt, welchengewöhnlich Manuela, die einzige Tochter des Rosas, beiwohnte. Bei solchen Gele-genheiten ließ man racheschnaubende Gesänge ertönen. *) An besondern festlichenTagen- wurde ein großes Bildniß des Rosas auf einen Wagen gestellt, von den er-sten Beamten und den schönsten Damen in den Straßen herumgeführt, am Endezur Kirche gebracht und auf den Altar, neben den Figuren der Mutter Gottes unddes Erlösers, hingestellt. Dabei hielten die Geistlichen Predigten zur Verherrlichungdes großen, des göttlichen Mannes Rosas. Die Geistlichen, welche sich solch thieri-schem Wesen widersetzten, wurden gleich wie die Laien erschossen. So vier Priesteram 4. Mai 1842: der Pfarrer Don Francesco Solana Cabrera von Cordova; der61jährige Don Manuel Frias, 24 Jahre lang Vicar der Provinz Santiago; seinBruder, Don Felipe Frias, 56 Jahre alt; der 75jährige Don Gregorio Villafane.Auch der Jesuitenorden, welchen Rosas, gleich wie Santana in Mexico und alle an-dern Tyrannen, zurückgerufen und dem er die frühern Güter zurückgegeben hatte,fiel in Ungnade. „Die Väter der Gesellschaft Jesu", sagt Rosas in seiner Botschaft

*) Unter Anderm enthält einer dieser Gesänge folgende Strophe:

^1 qus ooa sslvsssslongs rslaoion,k>s vsrZs z- clegüsllokor ssts trsioion,tzus ei ssnto sistsinsvs lecksrscion,tts cks s los salvsjssViolin ^ violon.

LI violin z- violon bedeutete damals in Buenos-Ayres — den Hals abschneiden.