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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika. 357

an die 19. Legislatur (3. Jan. 1842), „ haben den Erwartungen keineswegs ent-sprochen, welche in dem Decrete ausgesprochen sind, wodurch ihnen die Rückkehr indie Republik gestattet wurde. Sie gehorchen einem fremden Obern, welcher Feindist unsern Regierungsprincipien." Rosas verwies sie darum abermals deS Landes.Die Jesuiten, allenthalben ihre eigenen Zwecke unbedingter Herrschaft verfolgend,zerfielen nicht selten mit den absoluten Regierungen und ihrem Blutwesen. Dereine Absolutismus tritt nämlich dem andern feindlich entgegen, so damals in derArgentinischen Conföderation unter Rosas, so 1855 im Königreich Neapel unter demnicht unähnlichen Regiment König Ferdinand's II.

Mit der Banda-oriental del Uruguay dauerte der Kampf des Rosas und sei-ner Anhänger ohne Unterlaß fort; der Vertrag vom 29. Oct. 1840 war auch indieser Beziehung ohne alle Folgen geblieben. Rosas suchte diesen Staat gleichwieParaguay seiner Herrschaft zu unterwerfen, um das amerikanische System, wie eves nannte, d. h. die Ausschließung der Fremden und namentlich der Europäer, überalle Länder des La Plata auszudehnen. Die Orientalische Republik, so heißt dasLand in Betracht seiner östlichen Stellung von der Argentinischen Conföderation, istzwar im Vergleich mit den meisten andern Staaten Südamerikas klein an Umfangund Bevölkerung; sie kann aber vermöge ihrer Lage an der Mündung des Nio dela Plata, sowie vermöge der Fruchtbarkeit des Bodens, im Laufe der Jahrhundertezu einem bedeutenden Staate heranwachsen. Auf der Oberfläche von 4000 geogra-phischen Geviertmeilen, welche in neun nach dem Namen ihrer Hauptstädte bezeich-nete Departements oder Kreise zerfallen: Montevideo, Canelones, San-Josö, Colonia,Soriano, Paysandu, Cerro-Largo, Maldonado y Entre-Rios und M y Negro, zähltman kaum 100000 Einwohner, von denen mehr als zwei Drittel in den StädtenMontevideo, Maldonado, Colonia, Paysandu und den wenigen kleinen Flecken desInnern leben. Das fruchtbare Land wird von wasserreichen Strömen, wie RioNegro, Dayman, Arapahy, Quaraim, Jaguaron, Tacicary, Ccbollaty, Santa-Luzia,und unzähligen kleinern Flüssen bewässert. Der mächtige Rio Negro, an dessenMündung ein vortrefflicher Seehafen gegründet werden könnte, mit seinen gleichfallsschiffbaren Nebenflüssen Aacegnä, Tacuarembö und Gy auf der Westseite, und derCebollati mit dem Utimar grande und Pardo auf der Ostseite, sind vortrefflich geeig-net, den Verkehr durch das ganze Innere des Landes zu vermitteln.

Das Klima gehört zu den gepriesensten der Erde. Alle europäischen Getreide-arten, Früchte und Gemüse, überdies Mais, Baumwolle, Reis und andere südlichenProducte gedeihen in demselben; aber noch hat kein Pflug die große Grasflächedurchzogen, auf der sich bisher nur große Heerden von Rindvieh und Pferden tum-meln, welche die Hauptausfuhrartikel des Landes liefern. Die herrliche Abwechse-lung von grasreichen Bergflächen und Thälern machen das Land vorzüglich geeignetfür die Schafzucht. Die Thiere finden Sommer und Winter hinlängliche Nahrungim Freien; die Mühe des Heuerntens ist hier nicht vorhanden. Daß Uruguay deredeln Metalle nicht ermangelt, ist längst erwiesen; ernste Nachforschungen haben aberbisjeht nicht stattgefunden. Bei Minas, 11 Leguas nördlich von Maldonado, findetman Gold im Arroyo de San-Francisco; Gold und Silber am Tacuarembö; Kupferam Abhänge der Serra von Montevideo, in der Quinta des Manuel Hererq y Abesund bei Minas; Antimon bei Solls im Departement Minas, so auch Blei; Eisenward in der Serra von Montevideo, Zinnober bei Minas, Schwefel im Departe-ment Colonia, Steinkohle ebenfalls bei Minas, Kalksteine bei Montevideo und Mi-nas gefunden. Der Werth der bisherigen Einfuhr beträgt jährlich im Durchschnitt14 Millionen, der der Ausfuhr 12 Millionen preußische Thaler. Der Schleichhan-del, welcher sehr bedeutend ist, vermehrt die angegebene Einfuhr um mindestens 25oder 3 — 4 Millionen Thaler.

Wahrlich, ein Staat von etwa 100000 Einwohnern, welcher bisjeht ohne Acker-bau, ohne Bergwesen und ohne alle Industrie blos durch Häute, Hörner, Haare,Talg und Fleisch der wilden Heerden, die seine reichen Fluren bevölkern, eine Ha.n-