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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

Vi- Von der herrlichen Vegetation und dem Klima des Landes sprechen alle Rci-

ng- senden mit Begeisterung. „Das Klima ist", sagt Th. Page, „köstlich; von einer

ab- Hcilsamkeit, welche nur derjenigen der kanarischen Inseln zu vergleichen ist. Die Lust

>fö- durchdringt euch mit Wollust; der Himmel hat die Heiterkeit und Reinheit des

ich- Himmels von Jonien; der Winter ist frisch, der Sommer" sehr heiß. Besonders im

sto- Juni (Winter) gewahrt man Reif und in den Ebenen treibt der Südwind züwei-

ttor len sogar Schneeflocken, aber dabei entkleiden sich die Bäume nicht ihres Blätter-

schmuckes, und die Prairien behalten ihre Blumen das ganze Jahr hindurch. Reich-lab- sicher Thau ertheilt dem Erdreich immer eine sanfte Feuchtigkeit."

eri- Dem Charakter der Einwohner wird von Allen großes Lob gespendet. Sie

idet sind „sanft, friedlich, harmlos, durchdrungen von einer tiefen Ehrfurcht vor der Au-

am toritäk, gehorchen den Befehlen des Präsidenten wie dem göttlichen Gesetze, sind

der ehrerbietig gegen ihre Vorgesetzten, wohlwollend und herzlich gegen Gäste, welche

sor- der Zufall ihnen zugeführt". Volks- und Umgangssprache ist zu Paraguay das

i)ies Guaraui, welches bekanntlich die Jesuiten schon zu einer Schriftsprache erhoben hat-

und ten. Zum amtlichen Verkehr bedient man sich des Spanischen, welches aber von

vor- - einem großen Theile des Volkes nicht verstanden wird. Wahrscheinlich wird frühereine oder später das Guaraui auch in dieser Sphäre das Spanische verdrängen, was

len- eine große Bürgschaft für die Unabhängigkeit des Landes sein würde,

kcn- Bald nach Erklärung seiner Unabhängigkeit schloß Paraguay (12. Oct. 1811)

glie- ein Offensiv- und Defensivbündniß mit Buenos-Ayres. Auch dieses Bündniß nahm

Le- Rosas zum Vorwand, um die Ansprüche einer Oberherrlichkeit über Paraguay zu

Ziele begründen. Die von den Jesuiten an unbedingten Gehorsam gewöhnte Bevölkerung

stat- — der Sinn wirkte auch nach ihrer Vertreibung fort und wirkt fort bis zum Heu-

Her- tigen Tag — würde wol, wäre Rosas gleich damals gekommen, wenig Widerstand

cken, geleistet haben. So hatte sich aber das unmündige Paraguay, bald nach seiner

und Trennung von Spanien, einen Herrn gegeben, welcher unbedingt des Jesuitenweges

der Abschließung und Verdumpfung ging und folgerichtig jeder Einigkeit, selbst st-und dem freundlichen Verkehr mit Buenos-Ayres und der übrigen Welt entgegentrat,

ogen in aller erdenkbaren, ja in barbarischer Weise. Dieser Herrscher war Don Jose Gas-

be- par Rodriguez de Francia. Sein Vater war aus Brasilien nach Asuncion überge-

lzahl siedelt und hatte dort einen Tabacksladen eröffnet. Der junge Francia entwickelte

nmk, früh große Anlagen und bildete sie zu Cordova aus, wo er die Rechtswissenschaft

Hin- studirte. Er ließ sich als Advocat nieder und gelangte bald zu großem Ansehen,

r de Die Erhebung gegen Spanien fand Francia bereits als Bürgermeister seiner Vater-

Ri° stadt Asuncion. Der erste hier zusammentretende Congreß (1813) ernannte den

Die Alcade, welcher schon früher thatsächlich das Land beherrschte, zum Consul; der

izon- zweite (1811) zum Dictator auf drei Jahre; drei Jahre später (1817) ward er

, be° Dictator auf Lebenszeit. Diese Gewalt, die unumschränkteste, welche irgend jemals

ein Mensch besessen, Attila und Dschingis-Khan nicht ausgenommen, war ein Aus-Das fluß und eine Fortsetzung des Jesuitenregiments; sie dauerte an 30 Jahre und wirkt

s Ei- noch fort, wie die Ursache ihrer Entstehung, lange nach dem Tode des Autokraten.

- ge- ' Rodriguez de Francia zählte bereits 50 Jahre, als er die absolute Herrschaft

:rgen erlangte. Der Selbstherrscher in Paraguay glich in mancher Beziehung dem Selbst-

von , Herrscher in Frankreich, Napoleon l. Mit den freisinnigen Ideen und reformatori-

und i scheu Bestrebungen des 18. Jahrhunderts verband Francia große Willens- und

der Thatkraft und die grenzenloseste Herrschsucht. Er war ein Voltairianer, welcher die

rung Jesuitenmoral und Jesuitenpolitik zu seinen selbstsüchtigen Zwecken ausbeutete. Wäre

äßig- Voltaire zur Herrschaft gelangt, so würde er wol nicht viel anders verfahren sein.

te in Die Idee einer bewußten Sittlichkeit, eines gleichberechtigten freien Gemeinwesens,

mate erwachsen aus dem Grunde einer selbständigen individuellen Ausbildung, erscheint

kaut- bei ihm so wenig wie bei den andern katholischen Aufklärern jemals in völliger

»ilden Klarheit: sie bleiben weit hinter den Protestanten Rousseau und Lessing zurück.

Voltaire selbst war ein großer Bewunderer des Jesuitenregiments in Paraguay.