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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika. 363

ßung des Landes von der übrigen Welt erhalten. Der Hafen Villa del War undandere wurden (Decret vom 20. Mai 1845) dem Handel geöffnet, der freie Ver-kehr mit allen Landeserzeugnissen ward gestattet; das Verba make oder der Para-guaythee allein blieb Regierungsmonopol. Fremde können ins Land kommen undhier Geschäfte beginnen; ihre Religion ist kein Hinderniß; doch dürfen die Akatho-liken sie nicht öffentlich ausüben. Bei allen diesen und andern Bestrebungen desLopez, um Paraguay der übrigen Welt näherzubringen und als selbständiges Ek«din die Reihe des Weltstaatensystems einzureihen, war Rosas sein entschiedenster Geg-ner. Ihm beliebte es unter mancherlei nichtigem Vorwande, Paraguay als eine re-bellische Provinz des argentinischen Staatenbundes zu betrachten. Der Nio de laPlata, diese natürliche Verbindungsstcaße des Binnenlandes, blieb geschloffen, in derHoffnung, das Land zur Unterwerfung zu zwingen. Überdies wollte Rosas die An-erkennung Paraguays von Seiten der fremden Mächte nicht gestatten, was neueVerwickelungen bewirkte und den wegen Montevideo bereits vorhandenen Zwiespalterweiterte.

Unter diesen Umständen erlitt der Handelsverkehr mit den productenreichen,schnell aufblühenden La Plata-Staaten viele Nachtheile. Die Klagen der englischenKaufleute wurden so häufig und dringend, daß sich die Administration des Lords JohnRussell zur Intervention entschloß (1844), in der Absicht, um Friede und Ruheherzustellen und die Freiheit der Flüsse, gleichwie auf dem Wiener Congresse ge-schehen, auch in jenen Gegenden zu erwirken. Frankreich ward hierzu eingeladen.Die Julidynastie gab alsbald ihre Zustimmung. Dies geschah nicht der Sache we-gen, nicht um Montevideo, um Paraguay oder französische Interessen zu schützen,sondern damit Ludwig Philipp aus seiner Jsolirung heraustreten und auf irgend-einem Punkt der Erde wieder mit England gemeinschaftlich handeln könne. Wieimmer, wenn Unternehmungen nicht aus der Natur der Dinge, sondern aus Neben-absichten fließen, so siel auch die La Plata-Frage, wie jetzt der Streit mit Rosasgenannt wurde, zum Nachtheile, zur Schmach des gemeinen kurzsichtigen RechnersLudwig Philipp aus. Frankreich hatte sein Blut vergossen und überdies, ohne irgendVortheile zu ernten, die Kosten zu zahlen. In Wahrheit, wo immer man die Ge-schichte des Hauses Orleans, bei den innern wie den äußern Angelegenheiten, ver-folgt, da findet man Stoff genug zur Begründung des historischen Satzes: die Juli-dynastie ist durch Verachtung zugrunde gegangen. Ludwig Philipp und seine Ge-hülfen tragen die Verantwortung des sie selbst und so vieles Bessere überschüttendeneuropäischen Zusammensturzes, sowie der grenzenlosen Reaction unserer Tage.

Im Jahre 1845 wurden von Seiten Englands und Frankreichs Ouselcy undDessaudis nach Buenos-Ayres gesandt, um Rosas die Wünsche der Westmächtevorzutragen. Weigere sich der Machthaber, so solle zur Gewalt gegriffen werden.Brasilien war hiermit vollkommen einverstanden. Die Gesandtschaft des GrafenAbrantes (1845) nach London hatte selbst in der Absicht stattgefunden, um dieeuropäische Intervention zu beschleunigen. Die Verbündeten verlangten, Rosas solltedie Unabhängigkeit der Länder Uruguay und Paraguay anerkennen und somit allenkriegerischen Wirren in den La Plata-Staaten ein schnelles Ende bereiten. Rosaswidersprach und erklärte, er werde sich der europäischen Anmaßung, welche unbe-fugterweise Amerika Gesetze vorschreiben wolle, niemals und unter keiner Bedin-gung fügen. Hierauf erließen die Gesandten der Westmächte eine Kriegserklärung(18. Sept. 1845) und blockirten Hen Hafen von Buenos-Ayres. Sie kaperten daskleine argentinische Geschwader von Montevideo, besetzten die Insel Martin-Garciaund ergriffen noch andere feindliche Maßregeln. Rosas beharrte beim Widerstände.Er ermüdete die Verbündeten, welche wünschten, den langen kostspieligen Krieg durchbeizulegen. Zu dem Endzweck ward der Engländer Samuel Hood(1846) nach Buenos-Ayres gesandt, welcher sich mit Rosas über eine Anzahl Be-mngmsse verständigte, die Grundlagen des Hood genannt. Alle Feindseligkeiten imGebiete Uruguays sollten hiernach aufhören und ein neuer Präsident dieser Republik