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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

gelt geeigneten und trefflichen Unterricht in den Anfangsgründen nützlicher Wissen-schaften. Die jungen Männer können, sind sie fleißig und tüchtig, zu den höchstenStellen gelangen, in jedem Falle aber sich nicht blos vor Mangel sichern, sondernin kurzer Zeit zu einigem Besihkhum und Einfluß gelangen. Und wer moralischund geistig hierzu befähigt, erhält in der besten Gesellschaft Zutritt. Hier ist keineSpur von dem hochmüthigen ausschließenden Wesen einer erblichen, nicht selten ver-dienstlosen und lasterhaften Aristokratie. Die Erziehung im Leben, welche alle Schul-bildung weit hinter sich laßt, das selbständige Negierungswesen in der Gemeinde,in jeder Stadt und jeder Grafschaft, die Einrichtung einer allgemeinen Landwehr,die öffentlichen Dorf- und Stadtbibliotheken, vor allem aber die jede Angelegenheit,jede Persönlichkeit in ihr Bereich ziehende Presse, — alle diese vereinigte» Anstaltenerziehe» jede» nur einigermaßen begabten Menschen zu den verschiedensten Ämtern,mögen sie zum kriegerischen oder bürgerlichen Berufe gehören. Der Rechtskundigewird General, der Kaufmann Gesandter und der Bauersmann Statthalter. Ebensoleicht und ohne alle Gefährde, ohne allen Nachtheil in irgendeiner Beziehung, tre-ten sie sämmtlich wieder zu ihren frühern Geschäften zurück.

England sucht immer noch, soweit die moralischen Einflüsse Amerikas und derCvlonien selbst dies gestatten, alle jene über die ganze Erde verbreiteten Besitzungenzu seinem eigenen Vortheile auszubeuten. Die Vereinigte» Staaten sammeln ihre Emi-granten, welche die Wildnisse urbar machen und nach Gutdünken ihre Municipal-einrichtuugen treffen, zu einem Gebiete Ckerritor^), sehen Richter ein und schützensie gegen innere und auswärtige Feinde. Sind die Ansiedler bis zu einer bestimmtenZahl herangewachsen, so werden sie unter allgemein bekannten Bedingungen, mankönnte sagen, unter nothwendigen Grundsätzen, als ein selbständiges Glied, als einsouveräner Staat in die Union aufgenommen. Kein Präsident, kein Cabinet oderMinisterium kann diese oder irgend andere wichtige Maßregeln hindern. Jene Behör-den haben zwar dem Anschein nach während ihrer kurzen Amtsdauer eine unum-schränkte souveräne Gewalt; aber blos dem Anschein nach. Beide, Präsident undCabinet, stehen unter der nie ruhenden Oberaufsicht beständiger Ausschüsse des Con-gresses, des Senats und der Repräsentanten und einer, mittels der Presse und Ver-sammlungen, mittels der Staatenlegislatur und der Räthe in den Grafschaften undGemeinden immer wacherhaltenen öffentlichen Meinung. Den Ausschüssen darf keinegewünschte Auskunft vorenthalten werden; selbst die Mittheilung der Privatbriese desPräsidenten und der Minister können sie verlangen. Alle Verträge mit fremden Mäch-ten müssen vom Senate bestätigt, die Beamten können nur „mit dem Beirath undder Zustimmung des Senats" ernannt werden.

Einrichtungen solcher Art müssen nothwendig zum sichern Untergänge der eng-lischen Aristokratie wie des ganzen Despotenthums allenthalben auf Erden führen.Deshalb sind sie auch Alle, Whigs und Tones, sämmtliche Bevorrechtete, geistlicheund weltliche, der großen Republik im Westen feindlich gesinnt. Man sucht in jeder'erdenklichen Weise, durch Zeitungsberichte und in eigenen Werken das Ansehen diesesgroßen westlichen Gemeinwesens zu schmälern, durch Diplomatenkünste seiner Ver-breitung nach außen und durch Anzettelungen im Innern der Erstarkung der Machthindernd entgegenzutreten. In dieser Richtung treffen die Europäer mit den Roma-nen Amerikas zusammen, welche ebenfalls die maßlose Wucht der Union fürchten.Der Plan eines Schutz- und Trutzbündnisses mit den Seemächten, mit Englandund Frankreich ward während der letzten Jahre mehrmals in den Legislaturen undin der Presse der Mittel- und südamerikanischen Staaten besprochen, namentlich zuChile, wo man, wegen der lange andauernden Ruhe und Ordnung, wegen der ge-deihlichen Zustände und des vernünftigen Fortschritts nach allen Richtungen, sich einAnrecht erworben hat auf Fcrnhalkung auswärtigen Einflusses, auf unbedingte Selbst»ständigkeit. „Während unser Vaterland schläft", so spricht ein Leiter des „Asr-vurio" von Valparaiso, „während wir uns in den Armen des Friedens und künf-tigen Glücks allerlei Täuschungen hingeben, wird unser Gesichtskreis von einer dich-