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Theile des Herzogthums Sachsen (Thüringer), und kennt überhaupt in den beidenwestlichen Provinzen und den hohenzollernschen Landen außer den Juden und weni-gen Tausenden Romano-Germanen (Franzosen, Wallonen) keine Nationalitätsver-schiedcnheik neben sich. In dem nördlichen Theile des Herzogthums Sachsen (Mag-deburg, die Alkmark), sowie in der Mark Brandenburg befindet sich der deutscheVolkssiamm erst seit dem 10. bis 12. Jahrhundert auf Kosten der Slawen ange-siedelt, und ist nach und nach fast ausschließlich, nach Cultur und Sprache, Herrdes Landes geworden, da nur noch wenige Wendenbezirke die Erinnerung au dieeinstmalige Slawenherrschaft in diesen Gegenden bekunden. Ebenso hat der deutscheVolksstamm seit dem 12. Jahrhundert in Pommern und Schlesien einen die ganzeCultnrentwickelung deß Landes durchdringenden Sieg errungen, dort fast bis zurgänzlichen Verwischung aller slawischen Elemente, in Schlesien allerdings noch mitder Erhaltung einer starken zusammenhängenden und ihre Sprache bewahrendenMasse Slawen, vorzugsweise in den südlichen Theilen dieser Provinz. Im Groß-herzogthum Posen hat sich der deutsche Volksstamm bereits seit der zweiten Hälftedes 13. Jahrhunderts in den Städten ausgebreitet, und in der Provinz Preußenist wiederum der Deutsche seit 1230 durch die Colonisirung unter der Herrschaft desDeutschen Ordens zur vollständigen Herrschaft des Landes gelangt, und zwar hierunter Mitwirkung aller Theile Deutschlands, wiewol am stärksten das Frankenlandund das alte Sachsenland zwischen der Elbe und Weser ihre Söhne nach dein Ost-seelande verpflanzt haben. Überdies sind Colonisten deutscher Abstammung auch inden darauffolgenden Jahrhunderten bis zur neuesten Zeit in allen Theilen des Staatsneu angesiedelt: Niederländer schon seit dem Ende des 13. Jahrhunderts (nach dengroßen Meerdurchbrüchen in Niederland) in der Mark Ärandenburg und in demOrdenslande Preußen; Pfälzer und Schweizer unter dem großen Kurfürsten Fried-rich Wilhelm und dem ersten König Friedrich l. in der Mark Brandenburg; Salz-burger unter König Friedrich Wilhelm I. in Lithauen und Ostpreußen; Süddeutschenaus verschiedenen Landschaften unter König Friedrich dem Großen in den damalsurbar gemachten Ländereien, indem Minister Herzberg allein aus dieser Regierungdie Anlage von 600 neuen Dörfern und Vorwerken und die neue Ansiedelung von63000 Colonistenfamilien nachweist. Aber auch unter den noch später folgendenRegierungen finden wir vereinzelte Colonien aus Würtemberg, Hessen-Darmstadt,Pfalz, Steiermark, Tirol u. s. w., nach Schlesien, Pommern, Preußen und Posenverpflanzt. Bei dieser allgemeinen und langjährigen Verbreitung der Deutschen be-sitzen selbst die Provinzen, wo der Slawe noch am stärksten vertreten ist, wennwir die größere Hälfte des Großhcrzogkhums Posen ausnehmen, doch das allgemeineGepräge der deutschen Entwickelung, namentlich auch in allen Beziehungen auf dielgndwirthschaftlichcn und gewerbliche» Verhältnisse. In Schlesien zahlt die deutscheBevölkerung etwas über 2,500000 Köpfe also gegen vier Fünftel der Gesammtbe-völkerung, in der Provinz Preußen ist der Deutsche noch über zwei Drittel der Ee-fammtbevölkerung mit 1,870000 Köpfen auf 2,606718 Köpfe, und selbst im Großher-zvgthum Posen treffen wir schon über fünf Dreizehnte! der Gesammtbevölkcrung in derdeutschen mit 550000 Köpfen auf 1,381765 Köpfe.
Der slawische Volksstamm bewegt sich in den drei Hauptästen der WestslawenIn den drei oben genannten Provinzen, Posen, Schlesien und Preußen- Er bildetzusammen eine Volksmasse von 2,100000 Köpfen oder 11,s°/> der Gesammtbevölke-rung des Staats, also etwas über ein Neuntel. Der Ljeche oder Leche (der eigent-liche Pole) ist vorzugsweise in den südlichen, mittlern und östlichen Kreisen desGroßherzogthums Posen mit 750000 Köpfen angesessen, und hier als alter Stamm-ernwohner, soweit uns die Geschichte sichere Nachrichten über dieses Volk liefert,während in den westlichen und nördlichen Kreisen dieser Provinz mehr die Ver-mischung der Polen mit den Deutschen auftritt. In der Provinz Preußen zählter gegen 550000 Köpfe, theilweise auf dem linken Weichselufer noch als Stamm-einwohner, auf dem rechten Weichselufer und in Ermland aber erst unter der pol-