392 Preußens Statistik»
der« sogar absolut ansehnlich abnimmt. Im Jahre 1837 bildeten die Juden inPosen 40"/o der jüdischen Bevölkerung des Staats, 1840 nur noch 39,6°/», 1843;38,5 Vü, 1849: 35,:°/», 1852 nur noch 32,s°/o, allerdings leicht erklärlich durch diestarke Uebersiedelung der Juden aus dieser Provinz nach andern Landestheilen des preußi-schen Staats. Unter den großen Städten zählen die meisten Juden Berlin: 9655,Breslau: 7436, Danzig: 2369, Königsberg: 1950, Posen: 7692, Lissa: 3169^Magdeburg: 811, Köln: 1309 und Stettin: 785.
Bei den kirchlichen Verhältnissen treten die statistischen Elemente mit jedemJahre mehr in den Vordergrund, da die kirchlichen Bewegungen, in ihrem Einflußauf die Staatsverwaltung und innere Anordnungen derselben, zu einer genauernBerücksichtigung der numerischen Verhältnisse der Kirchengenossen, der kirchlichen An-stalten und ihrer Prediger und Vorstände auffodern. Wir verfolgen hier nur ob-jectiv die statistischen Thatsachen, soweit sie sich bei den kirchlichen Verhältnissen fürdie Interessen des Staats auffassen und sammeln lassen, indem dogmatische Spal-tungen, neue kirchliche Genossenschaften, die vom Staate noch nicht anerkannt undgeschützt sind, bei dieser statistischen Darstellung unbeachtet bleiben.. Die große kirch-liche Tagesfrage über die Stellung der Altlutheraner zu der evangelischen Union,die für Preußen sicher von der größten Bedeutung ist, bleibt für jetzt für den Sta-tistiker noch unberührt, solange die Staatsverwaltung für ihre administrativen Maß-nahmen nur die evangelisch - unirte Kirche kennt und nur für diese ihre statistischenErhebungen machen läßt.
Diese Gesammtzahl der Evangelischen macht im preußischen Staate im Allge-meinen seit zehn Jahren einen etwas stärken; Fortschritt als die der römischen Ka-tholiken, wie dies sich aus der einfachen Vergleichung der kirchlichen Zählung mit dergesammten Volkszählung ergibt:
Evangelische:
VvlkSzahI:
Antheil an derselben:
1843
9,428911
15,471765
60,94
7°
1846
9,835583
16,112948
61,04
//
1849
10,016798
16,331187
61,34
1852
10,359994
16,935420
61,18
1852
*) 10,359994
16,869870
61,41
„
Katholiken:
VvlkSzahI:
Antheil an derselben;
1843
5,820123
15,471765
37,82
0/
/o
1846
6,046292
16,112948
37,53
1849
6,079613
16,331187
37,22
1852
6,332293 -
16,935420
37,39
„
1852
*) 6,266743 j
16,869870
37,15
Der Fortschritt des numerischen Verhältnisses für die Evangelischen ist also inneun Jahren fast um °/o, oder im jährlichen Durchschnitt um 0,o55"/» gegen dieKatholiken verstärkt. Doch darf daraus keine Folgerung für einen stärker« Über-gang der Katholiken zur evangelischen Kirche gezogen werden, sondern die Erklärungdieser Verschiedenheit ist hauptsächlich darin zu suchen, daß die beiden westlichen Pro-vinzen, in denen die katholische Kirche überwiegend vorherrscht, im Verhältniß wie30:13, verhältnißmäßig die meisten Auswanderungen liefern, über die Hälfte, wieoben bei der Angabe der Ausgewanderten näher nachgewiesen ist; ferner daß über-haupt in den Provinzen, in welchen die Bevölkerung zur evangelischen Kirche vor-zugsweise gehört, weil sie an sich theilwcise, wie Brandenburg, Pommern und
*) Bei diesem Jahre kommt zuerst in der Zählung die neue Erwerbung der hohenzollern-schen Lande vor. Will man also sorgfältig diese Zahl mit den frühern zur Beweisführungfür das angezogene Resultat vergleichen, so muß man die hohenzollernsche Bevölkerung, dieder großen Mehrzahl nach katholisch ist, in Abzug bringen; ich habe diese bei beiden Zahlen-1852*) sowol von der Volkszahl als von der der Katholiken abgezogen.