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Zwöflter Band.
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394 Preußens Statistik.

und ein katholischer Geistlicher auf 1082 Gemeindeglieder. Durch die Einverleibungder hohenzollernschen Lande vermehrte sich die Zahl der katholischen Kirchen im Jahre1852 bis auf 5248, die der Geistlichen bis 5688, wonach wir im December 1852nach der oben angeführten Gesammtzahl für 1113 Katholiken einen Geistlichen undfür 1207 Katholiken eine Kirche finden. Die Vertheilung der Kirchen für die vor-handelten Gemeinden unter Berücksichtigung der Zahl ihrer Glieder und ihres Wohn-orts ist gleichmäßiger und günstiger als bei den Evangelischen. — Die Anhängerder griechisch-katholischen Kirche besitzen drei Kirchen und sind dieselben, welche wiroben bei der Stammverschiedenheit als den Ostslawen angehörig bezeichnet haben, danur sehr wenige Nationalgriechen im preußische» Staate leben; die statistischen Ta-bellen für 1849 geben überhaupt 1269 Seelen an, also für jede Kirche durch-schnittlich 425.

Die Mennoniten, deren Zahl durch nicht seltenen Übertritt zur unirten evan-gelischen Kirche seit 1815 mehr ab- als zunimmt, werden fast ausschließlich in derProvinz Preußen (namentlich Regierungsbezirk Danzig) und in der Rheinprovinz(besonders zu Krefeld) angetroffen. Ihre Gesammtzahl ist von 15655 Seelen imJahre 1828 bis auf 14513 Seelen im Jahre 1843 gesunken, hat sich seitdem zwarwieder etwas gehoben, aber keineswegs in einem entsprechenden Verhältniß mit demWachsthum der Gesammtbevölkerung; sie betrug im December 1852: 14780, vondenen 13045 in der Provinz Preußen, 1290 in der Rheinprovinz und 445 in denübrigen sechs Provinzen zusammen lebten. Sie besitzen 30 gotkesdienstliche Versamm-lungshäuser, also eins auf 495, Gemeindeglieder, aber die Gemeinden selbst sind sehrverschieden in ihrer Ausdehnung, einige kaum von 100 —150 Seelen auf mehreOuädratmcilen zerstreut, nur in Danzig, Elbing, Königsberg und Krefeld gibt esgrößere. -— Die Juden, deren Zahlenverhältnisse wir schon oben bei der National-verschiedenheit kennen gelernt haben, bilden 901 verschiedene Gemeinden für eigeneSynagogen, mithin kamen durchschnittlich im December 1852 auf jede Synagoge274 Gemeindeglieder: aber die einzige Synagoge in Berlin besteht für 9655 Juden,Die Synagogen ini Großherzogthum Posen und Schlesien haben bei der dort zahl-reichen jüdischen Bevölkerung mindestens Gemeinden von 350 — 600 Gliedern, da-gegen in Westfalen und der Nheinprovinz gehören nicht viel über 90 —100 Judenzu einer Synagoge.

Die statistischen Nachrichten über den öffentlichen Unterricht gewähren für denpreußischen Staat immer ein günstiges Zeugniß, um die lebhafte Theilnahme derStaatsverwaltung und Communen bei der Erweiterung der Lehranstalten, bei derBegründung und angemessenen Ausstattung neuer Schulen für verschiedene Bildungs-stufen auf unzweideutige Weise zu bekunden. Die sechs vollständigen preußischenUniversitäten zu Berlin, Brcslau, Königsberg, Bonn, Halle und Greifswald, zudenen seit 1832 für die Bildung der Studirenden in der philosophischen und kathv-tholisch-theologischen Facultät noch die Akademie zu Münster mit den Rechten einerUniversität hinzugekommen ist, sind in der Zahl ihrer Lehrer und Anstalten seit 1830,sowie in der wesentlichen Verstärkung ihrer Dotationen, ohne Unterbrechung weitervorgeschritten. Die Zahl der Studirenden hat allerdings in den Jahren 1833 — 49abgenommen, jedoch nicht für Preußen allein, sondern für alle deutschen Länderund Nachbarstaaten, und zwar lediglich im Interesse der socialen Culturentwickelung,Indem Landwirthschafk, Handel, Fabriken und Gewerbe aller Art befähigte und aufden höher» Schulen unterrichtete Jünglinge an sich gezogen haben, um in diesenBeschäftigungen den Beruf ihres Lebens zu suchen, den sie sonst durch die Univer-sitätslaufbahn als Beamte, Richter, Geistliche, Lehrer, Ärzte ausschließlich aufzu-suchen gewohnt waren. Dazu kam, daß der große Andrang zu den Universitätenin keinem angemessene» Verhältnisse mit den vorhandenen amtlichen Stellen zuge-nommen hatte, diese zum Theil sogar verringert, nirgends aber in gleichem Fort-schritte mit der Zunahme der Bevölkerung vermehrt wurden. Die Zahl der Stu-direnden auf allen preußischen Hochschulen hatte im Winter 1833 — 34 ihren Cul-