Band 
Zwöflter Band.
Seite
396
JPEG-Download
 

393 Preußens Statistik»

gerschulen, welche besonders in größer« Städten angelegt werden, oder in solche»Städten, die als Häfen, Hauptstädte der Regierungsbezirke, als bedeutendere Plätzefür den innern Handelsverkehr, noch als Concentrationspunkte der Bevölkerung be-stimmter Bezirke beachtet werden muffen. Zm Januar 1850 wurden 104 höhereBürgerschulen mit 547 ordentlichen Lehrern, 266 Hülfslehrern und 16,898 Schü-lern gezählt: davon verhältnißmäßig die meisten in der Nheinprovinz, nämlich 46mit 5200 Schülern, in Berlin und der Mark Brandenburg 14 mit 4000 Schü-lern, in der Provinz Preußen 18 mit 3800 Schülern, in Posen und Pommerndie wenigsten, in jener Provinz 3 mit 461 Schülern, in dieser 5 mit 1050 Schü-lern. Als Bildungsschulen für den niedern Bürgerstand, für Subalternbeamte, diejedoch höhere Ansprüche als auf den gewöhnlichen Elementarunterricht machen, be-sitzt Preußen gegenwärtig 371 Mittelschulen oder Bürgerschulen für Knaben, verhält-nißmäßig die meisten in Berlin und der Mark Brandenburg, sowie in den beiden säch-sischen Regierungsbezirken Magdeburg und Merseburg, nächstdem in den Regierungs-bezirken Stettin und Breslau. Im Januar 1850 lehrten an denselben 982 ordentlicheLehrer und 248 Hülfslehrer; die Zahl der Schüler betrug 49747. Diesen Anstaltensind gleichgestellt die Töchterschulen für solche Mädchen, welche über den gemeinenElementarunterricht hinausgebildet werden sollen. Es gibt deren gegenwärtig 385mit 721 ordentlichen Lehrern und 453 Hülfslehrern. Im Januar 1850 wurdendiese Töchterschulen von 53570 Schülerinnen besucht; fast ein Drittel dieser Schulenund Schülerinnen besitzt allein Berlin und der Regierungsbezirk Potsdam. — DieGesammtzahl der Elementarschulen, die jährlich noch nach dem Bedürfnisse der Be-völkerung , namentlich in den östlichen Provinzen durch neu gegründete vermehrt wer-den, wird in den im December 1849 aufgenommenen Tabellen auf 24201 angegeben.Bei denselben befanden sich 26249 fest angestellte Elementarlehrer, 2744 Lehrer und 1872Lehrerinnen; der gewöhnliche Schulbesuch gewährte 1,244401 Knaben und 1,208661Mädchen. Als Erzichungsinstitutc zur Bildung der Elementarschullehrcr wirken 46Lehrerseminarien, die zur Aufnahme von 2411 Zöglingen eingerichtet sind. JederRegierungsbezirk mit Ausnahme von Trier und Aachen besitzt mindestens ein Lehrer-seminar, manche deren zwei bis drei, nach den confessionellen Verhältnissen der auf-genommenen Zöglinge gesondert, Königsberg und Düsseldorf haben vier Seminarien.Stellen wir zum Schluß eine Gesammtberechnung auf für alle Lehrer und Schülervom Gymnasium bis zur Elementarschule herab, und verbinden damit zugleich eineVergleichung der Volkszählung aus dem December 1849, weil die vollständigstenSchultabellen, die bisjetzt uns zugebote stehen, in dieser Periode aufgenommen sind:so erhalten wir 35835 in sämmtlichen öffentlichen Schulen wirkende Lehrkräfte, d. i.eine auf 456 Seelen, und 2,608058 Schüler (Knaben und Mädchen zusammenge-rechnet), d. i. ein Schüler auf 6,2s Seelen der Gesammtbevölkerung. Die Zahlsämmtlicher Kinder vom Anfange des sechsten bis zum vollendeten vierzehnten Lebens-jahre betrug in demselben Zeitraume nach den officiellen Tabellen 3,223912. Wennnun allerdings in den Gymnasien, Lehrerseminarien und höhern Bürgerschulen auchviele Schüler sich befinden, die bereits das vierzehnte Jahr überschritten haben, seistdoch ihre. Anzahl höchstens auf ein Drittel zu berechnen, mithin etwa höchstens mit16000 Kindern in Abzug zu bringen. Aber mit deni Anfange des sechsten Lebens-jahres kommen die wenigsten Kinder zur Schule, und es wird nicht zu sehr von derWahrheit entferntstehen, wenn wir im Allgemeinen nur mit dem siebenten Lebens-jahre die Theilnahme der Kinder an dem öffentlichen Unterricht feststellen, indemdie Zahl der schon früher dabei betheiligten Kinder sicher durch die Zahl der auchnoch nicht mit dem Anfange des siebenten Lebensjahres in den Unterricht eintreten-den Kinder absorbirt wird. Halten wir diese Annahme fest, so muß von der obenangeführten Zahl von 3,223912 Kindern noch die Summe von 401000 abgezogenwerden; dadurch wird aber diese Zahl (abgerundet) bis auf 2,823000 erniedrigt,und demnach nur um 215000 von der wirklichen Zahl der in den öffentlichen Schu-len des preußischen Staats unterrichteten Kinder sich unterscheiden. Dies Ergebniß