406 Preußens Statistik.
Ministerium seit 1852 übernommen ist: die letztere ist nur durchlaufend, sie kommtvon den Parteien und wird wieder durch die Gerichte verausgabt.
Schreiten wir nun zu den Staatsausgaben der beiden zunächst folgenden Jahrefort, so erhalten wir als allgemeines übersichtliches Resultat für dieselben:
StaatSausgai«»:
I. Ordentliche ........
4. Betriebsausgaben.
L. Dotationen.. ,
6. Verwaltungsausgaben . . . .
II. Außerordentliche.
III. Rückstände aus den Jahren 1851—52
für WZ: 1W4:
97,698668 101,410477 Thaler.
27,552153 29,902257 „
10,915577 11,075727 „
59,250958 60,432493 „
3,460895 4,921647 „
1,870108 1F57945 „
Hauptsumme 103,029671 107,990069 Thaler.
Wir treffen bei dieser Übersicht zuerst auf den neuen Haupttitel „Rückstände",welcher in dem officiellen Budget für 1852 sowol bei den Einnahmen als Ausgabenvorgeschlagen wurde und seitdem fortgeführt wird. Es werden damit diejenigen Nestebezeichnet, welche nach Ablauf des zweiten Jahres, in welchem noch die Neste ab-gewickelt werden sollten, sowol bei den Einnahmen wie bei den Ausgaben vorhandensind. Sie werden dann besonders fortgeführt, um nicht durch die Vermischung die-ser Rückstände mit den laufenden Einnahmen und Ausgabe» Verwirrung in dieRechnung des Staatshaushalts zu bringen. Von wesentlichem Einflüsse auf die all-gemeinen Finanzvcrhältnisse des Staats dürften wol selten diese Rückstände sein, dasie nach der bisherigen Erfahrung im Allgemeinen sich decken werden, vielleicht nocheinen kleinen Vortheil zu Gunsten der Einnahmen gewahren. Aber sie vermehrenvon neuem das absolute Zahlenverhältniß der Hauptsummcn für Ausgaben und Ein-nahmen, und müssen daher bei einer angemessenen Vcrgleichung mit den früher auf-gestellten Budgets ganz außer Rechnung gelassen werden.
Unter den ordentlichen fortdauernden Ausgaben bemerken wir zwar bei dem stärk-sten Titel, den Verwaltungsausgaben, keine bedeutsame Steigerung, diese sind viel-mehr im Jahre 1853 gegen 1852 um fast eine Million Thaler vermindert und imJahre 1854 gegen 1852 nur um 212000 Thaler erhöht. Inzwischen beruht jeneVerminderung der Verwaltungskosten im Jahre 1853 wiederum nur auf eine for-male Übertragung der sehr ansehnlichen Summe von 1,564501 Thalern, die bis dahinals Ausgaben zur Beförderung des Eisenbahnbaus unter den Verwaltungsausgabendes Handelsministeriums vorkamen, und vorn Jahre 1853 ab zu den Betriebsaus-gaben hinübergezogen sind. Allerdings stellt sich auch eine Differenz von nicht we-niger als 4,005000 Thalern zwischen dem Betriebsausgaben der beiden aufeinander-folgenden Jahre 1852 und 1853 heraus, und diese ist lediglich durch die Aufnahme„der Verwaltung der Eisenbahnangelegenheiten" unter die Betriebsausgaben erfolgt.Dieser Titel im Budget erfoderte bereits im Jahre 1855 nach dem Ankauf der Nie-derschlepsch-Märkische» Eisenbahn sowie für den beschleunigten Fortbau der übrigenSkaaksbahnen, der Ostbahn, der Westfälischen und Saarbrücker Bah» einen Aufwandvon 3,775114 Thalern, aber dieser Ausgabe ist auch bereits in demselben Budgetein neuer Einnahmetitel aus der Verwaltung der Eisenbahnangelegenheiten mit3,173576 Thalern entgegengestellt, Demnach bedeutet inzwischen die scheinbar ge-ringe Steigerung in den Verwaltungsausgaben zwischen 1852 und 1854 nicht212000 Thaler, sondern mindestens 1,764000 Thaler, und fällt mit 626000 Thalernauf die Erhöhung der Ausgaben für die Rechtspflege (namentlich Criminalkosten undGehaltserhöhungen bei den Untergerichten), mit 300000 Thalern auf die Vermehrungder Ausgaben deS Ministeriums des Innern (Straf-, Besserungs- und Gefangenan-staltrn, allgemeine Polizciverwaltung und Wohlthätigkcitszwecke), mit 400000 Thalernauf die Erhöhung der Kostenaufwandes für Verpflegung, Ausrüstung und Ergän-zung der Truppen, mit 200000 Thalern Mehrausgaben für die Marine und 100000Thalern für verschiedene Zwecke des Ministeriums des Cultus und der Unterrichts««»
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