Preußens Statistik. 409
Die Tilgung erfolgt regelmäßig nach den für jede Anleihe festgestellten Nor-men, indem außer dem gemeinhin festgehaltenen einen Procent von dem ursprüng-lichen Capitalsbctrage der Anleihe noch die ersparten Zinsen für die in den einzelnenTilgungsperioden bereits eingekauften Staatsschuldendocumente zur Einlösung dienen.Da inzwischen der Einkauf dieser Staatspapiere nach dem Börsencurse stattfindet,wenn jene unter den Nominalwerth sinken und nur die Auslassung veranlaßt wird,wenn die Schuldscheine über dem Nominalwerthe stehen, so hat seit dem Ausbruchdes Kriegs zwischen Rußland und den Westmächten, wodurch auch im preußischenStaate, wiewol in geringerm Maßstabe, die Curse der Staatspgpiere fielen, jährlichder Ankauf einer größer» Masse Staatspapiere nach dem Nominalwerthe bewerk-stelligt werden können, als der numerische Betrag der jährlichen Geldmittel des Til-gungsfonds überhaupt angibt. So wurden z. B. im Laufe des Jahres 1854 fürden Tilgungsfonds 4,605462 Thaler Staatsschuldschcine eingelöst, die provinziellenStaatsschulden wurden um 385756 Thaler verringert, die Niederschlesisch-MärkischenEisenbahnschulden um 113350 Thaler, also verminderte sich überhaupt die Staats-schuldenlast im Jahre 1854 um 5,102548 Thaler, während sie allerdings in dem-selben Jahre durch neue Anleihen für die Kriegsbereitschaft in den verwickelten poli-tischen Verhältnissen durch die beiden letzten Anleihen um 30 Millionen Thaler gleich-zeitig vergrößert wurde, mithin im Schlußergebnisse um 24,897452 Thaler zunahm.Durch die ununterbrochenen Operationen des Tilgungsfonds wurden im Jahre 1855,bei den durchschnittlichen niedrigen Cursen der consolidirten Staatsschuldschcine sowiebei dem planmäßigen Ausscheiden von 106 Serien der Prämienanleihe von 1832im Betrage von 530000 Thalern, überhaupt an Staatsschuldscheinen abermals4,230409 Thaler getilgt, also der Gesammtbetrag der Staatsschuld aus 238,538209Thaler erniedrigt. Wenn nun auch keine neue Anleihen für die Staatsverwaltungals solche gemacht find, so haben doch die Kammern in Übereinstimmung mit der Re-gierung sich aufs neue bei einer umfangreichern Erwerbung der Haupteiscnbahnlinienbetheiligt. Nach dem Gesetze vom 21. Mai 1855 wurde eine neue Anleihe im Betragevon 7,800000 Thalern für Eisenbahnzwecke genehmigt und außerdem ist der Ankaufder Actien und Obligationen für die Münster-Hammer Eisenbahn im Betrage von1,387300 Thalern zustande gebracht. Es sind demnach für das Staaksvermögen9,187300 Thaler in Eisenbahnen neu angelegt. *) Rechnen wir dazu aus der oben gege-benen Übersicht der Staatsschuld am 1. Jan. 1855 mit 18,906388 Thaler für die Nie-derschlesisch-Märkische Eisenbahn, und ferner die An-leihen von 1852 und 1853 mit. 20,442500 Thaler noch valedi-
rend für die Ostbahn, Westfälische und SaarbrückerEisenbahn, so haben wir die gegenwärtige gesammkeVerpflichtung des Staats in Obligationen für die
Staatscisenbahnen..
mit Summa 48,536188 Thaler.
Dazukommt die verzinsliche Staatsschuld, nach Abzugder Eisenbahnschuld, nach dem Betrage am I.Jan.
1856 (mitEinschluß derProvinzial-Staatsschuld) mit 155,293979 „
ferner die mit 4verzinsten Cautionen **) mit . 7,066000 „
endlich die unverzinsliche Staatsschuld mit . . 30.842347 „
Also die gesammte Staatsschuld im Januar 1856 241,738514 Thaler.
lich die Zunahme des Höhenbetrags und der stärkere Wechsel in demselben zu erklären, wäh-rend die Cautionen der zu dieser Sicherstellung der Staatsfonds verpflichteten Beamten immerdurch gleiche Cautionssummen der in die Stelle tretenden neuen Beamten ergänzt werden.
1 Mehrbedarf der Dotationen, in Bezug auf diese neuen Eisenbahnschulden,
Thaler bestimmungsmäßig aus dem Eisenbahnfonds gedeckt.
) Die Cautionssumme hat sich natürlich ohne Veranlassung der Staatsverwaltung erhöht,wen gegen das Jahr 1854 126000 Thaler von Staatsbeamten und Herausgebern von Zei-tungen im Jahre 1855 mehr eingezahlt als zurückgegeben wurden.