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Zwöflter Band.
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410 Preußens Statistik.

Zwar hat die preußische Staatsschuld eine so hohe absolute Ziffer früher niemals er-reicht. Aber man muß hierbei auch erwägen, daß in diesem Betrage die Eisenbahnschuldgeringer ist als das Staatsvermögen, welches bereits in den erworbenen und erbautenEisenbahnen nebst Zubehör steckt — denn außer den Anleihen ist seit 1847, wie obenerläutert, jährlich ein ansehnlicher Eisenbahnfonds zu diesen Bahnen verwandt, undder Verkehr ist selbst auf der unvollendeten Ostbahn jetzt schon weit einträglicher,als die kühnste Erwartung ahnen ließ; daß ferner die unverzinslichen Kassenanwei-sungen keinen Druck, vielmehr die wohlthätigste Verkehrserleichterung in diesem Um-fange gewähren; und endlich daß, wenn man diese beiden Titel von der Hauptsummeabzieht, der Betrag der verzinslichen Staatsschuld im Januar 1856 nur auf 162,359979Thaler zu stehen kommt, also um 18 Millionen Thaler niedriger als in der erstenim Jahre 1820 bekannt gemachten Generalübersicht des Staatshaushalts. Für dieVerzinsung und Tilgung der Staatsschulden ist bereits seit 1820 der gesammte Rein-ertrag aus den Einkünften der Domänen und Forsten, nach Abzug der früher ge-nannten Summe für den Kronstdeicommißfonds, aus dem jährlichen Verkauf derDomänenparcellen und Ablösung der Domänenrenten sowie der Überschuß aus demSalzmonopol bestimmt angewiesen*), soweit derselbe noch zur Ergänzung des Be-darfs ersoderlich wird. Diese Einnahmen decken auch gegenwärtig noch ausreichenddie Federungen der Staatsschuldenkasse für Zinsen und Tilgung der bis zum Jahre1852 gemachten Anleihen, indem für die Eisenbahnschulden die ersoderlichen Aus-gaben aus dem Ertrage der Eisenbahnen und für die beiden Anleihen aus demJahre 1854 vorläufig durch Zuschläge von 25°/° auf die clasfificirte Einkommensteuerund Klassensteuer sowie auf die Mahl- und Schlachtsteuer entrichtet werden. In-dessen dürfte diese letztere Ausgabe im Jahre 1857 wol auch noch dem Überschüsseaus dem Salzmonopole anheimfallen, wenn durch Herstellung des Friedens die nichtunbegründete Hoffnung auf eine vollständige Befriedigung der jährlichen ordentlichenund außerordentlichen Ausgaben durch die gewöhnlichen Einnahmen und die vonselbst vermittels des gesteigerten innern und auswärtigen Verkehrs sich einstellendenÜberschüsse der Staatseinnahmen verwirklicht wird.

Eine solche Erwartung ist durch die Budgets für die Jahre 1855 und 1856keineswegs in den Hintergrund gedrängt. Ihre Gesammtbeträge sind unleugbar be-trächtlich von Jahr zu Jahr gesteigert, selbst so stark, wie in den letzten dreißigZähren kein ähnliches Beispiel dafür dargeboten werden kann. Aber bei einer nä-hern Vcrgleichung werden wir diese überraschende Steigerung nur durch die Ver-stärkung der Betriebs- und Anlageausgaben für die Forsten, Bergwerke und Sali-nen sowie für die Eisenbahnen vorzugsweise veranlaßt und wiederum durch die ver-mehrten Erträge aus denselben Verwaltungszweigen gedeckt finden. Es sind demnachkeine i» gleichartiger Steigerung gefoderten neuen Ausgaben für die unmittelbareStaatsverwaltung zu bemerken, welche eine drückende Erhöhung der vorhandenenoder neu eingeführten Auflagen für die Bevölkerung herbeigeführt hätten. Außerder nothwendigen Erhöhung der Rübenzuckcrsteuer auf 6 Silbergroschen pro CentnerRüben, um eine Gleichstellung mit dem frühern Ertrage aus dem eingeführten Co-lonialzucker endlich zu vermitteln, außer der im Jahre 1855 bewilligten Erhöhungder Branntweinsteuer um ungefähr 500000 Thaler und den bereits genannten Zu-schlagsteuern von 25 °/> auf die zwei directen und zwei indirecten Steuern wegen derAnleihen für die Kriegsbereitschaft, ist keine wesentliche neue Ausgabe in den Jahren1854—55 eingeführt worden. Diese Zuschläge fallen allerdings den betroffenen Clas-sen der Steuerpflichtigen sehr zur Last, aber sie waren eine unabweisbare Folge dereinmal eingeschlagenen Politik der Stagksregicrung in der orientalischen Frage. EinigeErleichterungen in den indirecten Steuern sind dagegen gleichfalls anzuerkennen,theils durch den Abschluß des Emigungsvertrags zwischen dem Deutschen Zollvereine

*) Es werden aber aus dem Überschüsse des Salzmonopole auch noch 1,325000 Thalerjährlich zum Eisenbahnbau hergegeben.