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Zwöflter Band.
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Preußens Statistik. 411

und dem Steuervereine vom Jahre 1854 ab, theils durch die Theuerungszuständein den dringendsten Lebensbedürfnissen (wie bei der Einfuhr von Reis u. s. w.) her-vorgerufen. Als Beleg für die obige Behauptung lasse ich jetzt die Vergleichungder allgemeinen Übersichten der Ausgaben und Einnahmen nach den Budgets derJahre 1855 und 1856 folgen, um darauf zu den speciellen Haupttiteln derselbenüberzugehen. Jedoch muß eine Eigenthümlichkeit für die Aufstellung der beiden letz-ten Budgets noch hervorgehoben werden, weil in der preußischen Finanzverwaltungfrüher üblich war, bei der Veranschlagung der Einnahmen einen dreijährigen Durch-fchnittsertrag zugrunde zu legen, bei den Ausgaben das letzte Jahr für die fixenBeträge, den dreijährigen Durchschnitt aber gleichfalls für die im Werthe und Preisewechselnden Ausgaben festzuhalten. Bei den beiden letzten Budgets hat man da-gegen überall nur die Einnahmen und Ausgaben des zuletzt vorhergegangenen Jahresals die Norm zur Feststellung des Staatshaushalts für das nächste Jahr berücksichtigt.

Die Staatsausgaben erreichen in denselben nachstehende Beträge:

1855:

I. Ordentliche. 105,072459

ä.. Betriebsausgaben.. 31,086490

8. Dotationen . . . . . . . . .11,953099

6. Staatsverwaltungsausgaben . . . 62,032870

II. Außerordentliche. 4,579418

III. Rückstände aus dem Jahre 1853 und zurück 1,992153

IV. Hohenzvllernsche Länder. 483755

1856 *):

110,591487 Thaler.34,742407 „

13,184499 „

62,664581 „

5,555853 „

2,527194 „

189537 „

Hauptsumme 111,827785 118,864071 Thaler.

Die Vergleichung der Hauptsumme der Staatsausgaben im Jahre 1855 gegendas unmittelbar vorhergehende Jahr 1854 weist eine Steigerung von 3,837000 Tha-lern in abgerundeter Summe nach. Aber diese besteht zuvörderst in 1,184000 Tha-ler vermehrten Betriebsausgaben und 878000 Thaler Vermehrung der Dotationen.Von der letzten: ist bereits vorher bei der Auseinandersetzung des heutigen Bestan-des der Staatsschuld gehandelt, als von einer nothwendigen Folge der Kriegsbereit-schaft in der orientalischen Verwickelung; die Betriebsausgaben haben dagegen einenmehr als vollständigen Ersatz in der gesteigerten Einnahme derjenigen Verwaltungs-zweige, für welche jene aufgewandt sind. Der besondere Titel für die Ausgaben derVerwaltung der hohenzollernschen Lande erscheint hier zum ersten male im Budget;er wird aber durch einen gleich hohen Titel in den Staatseinnahmen vollständig ge-deckt, ist demnach als keine eigenthümliche Erhöhung des preußischen Staatshaus-halts, sondern nur als ein durchlaufender Posten in demselben zu betrachten. Eskommt mithin nur die Erhöhung der ordentlichen Staatsverwaltungsausgaben mit1,600000 Thalern in Betracht, da die außerordentliche» und einmaligen gegen dasJahr 1854 um 342000 Thaler vermindert sind. Dieser Mehrbedarf wird vorzugs-weise von dem Kriegsministerium mit 835562 Thalern, von dem Ministerium deSInnern mit 352460 Thalern und von dem Justizministerium mit 347740 Thalern inAnspruch genommen. Bei der Militärverwaltung ist eine Verstärkung der unzu-länglichen Fonds für die Naturalverpflegung durch die hohen Getreidepreise seit demSommer 1854 unabweislich geworden, sie erfoderte für das active Heer 805000Thaler, für den Krankenpflegefonds 30000 Thaler. Die Mehrausgaben für die Ver-

*) Wahrend dieser Artikel niedergeschrieben wird , dauert noch in dem Hause der Abgeord»neten die Berathung über das vom Ministerium vorgelegte Budget für 1856 fort. Aber dirwesentlichsten Theile der Einnahmen und Ausgaben sind bereits genehmigt und bei der gegen-wärtigen Majorität im Hause steht eine namhafte Abänderung überhaupt nicht zu erwarten;es kann demnach für diese Übersichten das Budget für 1856 wol als ein bereits bewilligt«-angesehen werden.