418 Preußens Statistik.
den vier Jahren 1850 — 53, so erkennen wir eine sehr große Ausfuhr an preußi-schein Getreide aus den preußischen und pommernschen Ostseehäfen, wie sie früherin dem Totalumfange noch nicht vorhanden gewesen. Der Gesammtwerth derSeeausfuhr aus den preußischen Ostseehafen betrug in diesen vier Jahren *) 96 Mil-lionen Thaler, und zwar im Jahre 1850: 25 Millionen, 1851: 23 Millionen,1852: 19 Millionen „und 1853: 29 Millionen Thaler. Die abgerundeten Zah-len sind zur bessern Übersicht gewählt, da sie für die nationalökonomische Verglei- ^chung mit den frühern Zustanden vollkommen ausreichen. Die genannten Zahlen ge-währen einen jährlichen Durchschnitt von 24 Millionen Thaler, wobei Danzig mit42, 7 °/« — 10,250000 (in allen vier Jahren mit 41 Millionen Thaler), Königsbergmit 27,8°/» --- 6,675000 (in allen vier Jahren mit 26,700000 Thaler), Memelmit 22,s°/„ — 5,500000 (in allen vier Jahren mit 22 Millionen Thaler), endlichElbing, Braunsberg, Pillau und Fischhausen zusammen mit 6,6°/« — 1,575000 (inallen vier Jahren mit 6,300000 Thalern) betheiligt sind- Davon bildete allein dieGetreideausfuhr 51,s°/°, indem sie überhaupt 49,180000 Thaler betrug, nämlich
im Jahre 1850: 13,900000 Thlr. für 132609 Last oder 7,956540 preuß. Scheffel,
„ „ 1851: 11,200000 „ „ 93630 „ „ 5,617800 „
„ „ 1852: 7,900000 „ „ 53508 „ „ 3,210480 „ „
„ „ 1853: 16,180000 „ „ 86957 „ „ 5,217420 „
zusammen 49,180000 Thaler 366704 Last oder 22,002240 preuß. Scheffel,oder im jährlichen Durchschnitte dieser vier Jahre 91676 Last oder 5,500560 preu-ßische Scheffel.
Die Geldwerthe fallen mit den Quantitäten des Getreides nicht zusammen, da injedem Jahre natürlich die Getreidepreise wechselten und die Wahl der Getreideartcn ibei der Ausfuhr eine verschiedene war. Die Weizenausfuhr, die kostbarste, betrug ?im Jahre 1853: 71507 Last, mithin beinahe volle fünf Sechstheile der gesamm-ten Getreideausfuhr; das ist die höchste Weizenaussuhr, welche Preußen jemals ge-habt hat und welche noch die stärkste in den lebhaften Getreidchandelsjahrcn 1802—5 um 25000 Last und darüber übertrifft. Im Jahre 1850 erreichte die Weizen- ^aussuhr 54596 Last, 1851: 43911 Last, 1852: 38241 Last. In allen vier Iah- iren zusammen genommen gewährte die Ausfuhr an Weizen 56,s°/«, an Roggen !29,i°/«, an Sommergetreide 14,i°/„ der gesammten Getreideausfuhr. Bei der Wei-zenausfuhr, namentlich soweit sie Danzig besorgt, ist allerdings ein starkes Dritteldurchschnittlich fremdes Getreide, das aus dem russischen Polen eingeführt wird; aberRoggen, Gerste, Bohnen, Erbsen, Wicken und Hafer sind in der Gegenwart bei -der Aussuhr aus preußischen Häfen bis auf geringe Quantitäten Erzeugnisse desLandes. Die übrigen Bestandtheile des Ausfuhrhandels der Hafenplätze in der Pro-vinz Preußen lassen wir hier unbeachtet, da sie vorzugsweise in Flachs, Hanf undÖlsaaten (zusammen 14/«)**) und Holzwaaren (24°/,,) bestehen und diese größten-theils aus Polen und Rußland eingeführt sind. Die Getreideausfuhr aus den pom-mernschen Häfen (Stettin, Stralsund, Greifswald, Wolgast, Barth) ist allerdingsweit weniger beträchtlich, wie es denn überhaupt ein Vorurtheil, Stettin unbedingtals den ersten preußischen Hafen in dem Umfange und Werthe der Ausfuhr zu be-zeichnen. Es gilt dies nur in Bezug auf die Einfuhr, während Danzigs Ausfuhr ,der letzten Jahren, seit 1843, entschieden in Bezug auf den Werth der ausgeführten
*) Vgl. F. W. Schubert, „Beitrag zur Geschichte des Seehandels in der Provinz Preußen(Königsberg 1854). Im Jahre 1854 war in Königsberg die Getreideausfuhr wenig ver-schieden von der im Jahre 1853; jene betrug 24553 Last, diese 26649 Last, über die HalsteWeizen. Im Jahre 1855 war sie bis auf 19384 Last vermindert.
**) Gerade diese Artikel sind in den beiden letzten Jahren wegen der Sperre der russische»Häfen, vornehmlich Rigas, des Haupthandelsplatzes für diese Waaren, in sehr verstärkterQuantität über Memel und Königsberg bezogen; aber gerade deshalb haben wir die Haupt-resultate aus den Jahren vor 1854 gewählt.