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Zwöflter Band.
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Die Medicin.

begannen, welche parasitisch auf dem gesunden Organismus- abliefen. Währenddieser Parasitismus bei Stark der Hauptsache nach wol bildlich zu nehmen ist, wieauch später bei Henle (1840), der'einmal die Krankheit den supponirken Leib einesWesens nennt, dessen Funktionen die Symptome sind, scheint er bei Iahn realeraufgefaßt zu werden. Iahn dcfinirt die Krankheit'als „denjenigen im Leben selbstspielenden und im übermäßigen Hervortreten einer einzelnen Grundrichtung desselbenberuhenden, die übrigen L'cbensthätigkeiten störenden, einen selbständigen niedernLebensproceß und Organismus,'eine Afterorganisation darstellenden Vorgang, durchwelchen, wenn er zu seinem Ziele gelangt, behufs ihrer steten Verjüngung die Naturdie Individuen zur Vernichtung führt" (1838). So auffallend in diesen Bestre-bungen, welche von C. R. Hosmann selbst bis zur Ausbildung einer Ansichtführten, die in der Krankheit ein Zurückfallen auf niedere Stufen des Thierlebens >erkannte, ein Nachklang an naturphilosophische Tendenzen zu finden ist, so wirktendieselben doch insofern günstig auf die Entwickelung eines naturgemäßen Begriffsvon der Krankheit, als sie, wie die frühern vitalistischen Ansichten, die Einheit desKrankheitsprocesses betonten, welche bei der anatomischen Localisation der Krankheit jfast übersehen wurde. Die symptomatische Pathologie, welche selbstverständlich für !eine wissenschaftliche Erkenntniß der Krankheit im Allgemeinen wenig benutzbar war, jist nun in diesem Jahrhundert und besonders seit Bichat durch eine andere Richtunggrößkentheils verdrängt worden, wir meinen die schon erwähnte pathologisch-anato-mische, welche ihren Ausgangspunkt in Corvisart und Laennec fand. Auch hier warder Übergang kein sprungweiser, man bemühte sich anfangs den Krankheitsbilderndas anatomische Substrat unterzulegen. Vielfache hierbei auftretende Widersprücheließen jedoch von den ältern Begriffen einen nach dem andern fallen. Es war baldnicht mehr der Symptomencomplex die Hauptsache, sondern die anatomisch nach- !weisbare krankhafte Veränderung, und für diese begann man nun die entsprechenden iSymptome zu suchen. Auf diese, die heutige Diagnostik begründenden Bemühungen jwerden wir sogleich noch einen Blick werfen müssen. Hier haben wir besondershervorzuheben, daß durch dieselben viele alte Bilder aufgegeben werden mußten, undwenn auch im Anfang andere, vielleicht ebenso unhaltbare Einheiten an deren Stellegesetzt wurden, wie Hypertrophie, Erweichung u. s. w., so war es doch jetzt erstmöglich, an der Hand positiver Erfahrungen von neuem an eine Theorie derKrankheit zu gehen.

Es wurde bereits erwähnt, daß die Frage nach dem Wesen der Krankheit mitzwei andern innig zusammenhängt, der Frage nach dem Sitze derselben und der .nach ihrer Ursache. Die erste fand neuerdings besonders in der anatomischen Rich-tung ihre Berücksichtigung, wennschon anfangs mit dem Erfolge, eine zu geson-derte Localisation derselben zu statuiren; die erwähnten sich ablösenden Theorien derSolidar- und Humoralpathologen beziehen sich ja hauptsächlich auf diese Frage.Was die Ursache der Krankheit sei, wurde von diesen Letztern gleichfalls zu bestim-men versucht, aber mit verschiedenem Erfolge. Am weitesten gingen wol hier dieVitalisten, deren Ätiologie mehr in das Gebiet der leeren Hypothesen gehört. VonBedeutung ist aber hier der Brown'sche Vitalismus und die Erregungstheorie, ein-mal aus dem bereits mehrfach erwähnten Grunde, daß sie den Organismus alsEinheit und die Krankheit als eine Gesammtaffection desselben darstellten, und dannbesonders, daß sie jeden Reiz als mögliche Krankheitsursache ansahen; es wurden nunalle die einzelnen Verhältnisse, unter deren Einfluß die Menschen sich befinden, zurErklärung des Erkrankens derselben benutzt. Wir haben früher schon dergleichen Ver-suche kennen gelernt. Schon F. Hosfmann nahm auf die den Menschen umgeben-den Verhältnisse Rücksicht; schärfer prägte sich die Ansicht vom Einfluß der dieWitterung zusammensetzenden -Verhältnisse bei der -ältern wiener Schule aus. Dochgelangte man aus mehren Gründen zu keinen genügenden Resultaten. Manerkannte wol einen innigen Zusammenhang zwischen dem Gange der Witterung undden Verhältnissen und Veränderungen der Krapkheitsconstitution im Ganzen, zu