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Die Industrieausstellungen.
Axiom nachgesprochen wird. Von den 111 Ausstellern erhielten 12 den ersten, 13den zweiten Preis. Unter den Ersiern finden wir Männer, berühmt in der Geschichteder französischen Industrie. Da war Breguet, der Uhrmacher; Lenoir, der Herstellerfeiner mathematischer und physikalischer Apparate; Didot, der Buchdrucker; Clouet,der Stahlfabrikant; Dich und Guerard, die würdigen Nacheifern der Porzellanma-lerei der Manufaktur zu Sevres; Conte, der Fabrikant von Zeichenstiftcn; Desarnod,der Verfertign von Zimmeröfen; Eremont und Barre, die Kattunfabrikanten u. s. w.
Es war die Absicht des Direktorium, diese Industrieausstellungen jedes Jahr !zu wiederholen. Neüfchäteau sprach dies in einem Erlasse aus, in welchem er unter >Andnm sagte: „Die Ausstellung ist allerdings nicht zahlreich beschickt worden, aberzahlreich genug in Anbetracht Dessen, daß sie ein erster Feldzug und zwar ein un-glücklicher für die englische Industrie war. Unsere Manufacturen werden die Waf-fenplätze sein, aus denen für die Macht Großbritanniens verderbliche Rüstungen her-vorgehen werden." Der Minister sprach diese Worte mit prophetischem Geiste. Derblutige Krieg ist freilich längst beendet und Frankreich und England sind jetzt sogarVerbündete, aber der Kampf der Industrie dauert fort und wird und muß fortdauernzum Wohle der Völker.
Die zweite französische Ausstellung war im Jahre IX (1801). Dem Direc-torium folgte das. Consuiat, und Bonaparte theilte ganz Frankreich den Aufschwungseines Genie mit. Es war eine glanzvolle Epoche in der Geschichte der französi-schen Industrie, als der Erste Consul mit seinen berühmten Freunden Vertheilet, demChemiker, Monge, dem Geometer, und dem Minister Chaptal, dem Nachfolger von .Neufchäteau, überall im Lande, in Paris und Aachen, Mailand und Lüttich, Rouen /und Lyon Fabriken und Gewerbtreibende besuchte, überall mit seinem Scharfblickedie Geheimnisse der Produktion durchschaute und Ermunterungen und Belohnungen san seine Schritte knüpfte. Der Krieg war noch nicht beendigt, doch der Vertrag >von Luneville zwischen Frankreich und Deutschland bereits geschlossen, und die Prä-liminarien mit England wurden einige Tage nach der Eröffnung der Ausstellung inLondon unterzeichnet. Diese Friedenshvffnungen trugen viel dazu bei, der Ausstel-lung einen erhöhten Glanz zu ertheilen. Die Gewerbserzeugnisse häuften sich imHofe des Louvre unter eleganten Colonnadcn, welche für die besondere Festlichkeit er-richtet waren, die mit der Jahresfeier der Republik zusammenfiel. Von 229 Aus-stellern erhielten 7 die goldene, 8 die silberne, 30 die bronzene Medaille statt dersilbernen, und 34 die bronzene Medaille als lobende Erwähnung. Die Jury sprachschon damals den Wunsch aus, man möge den Erzeugnissen die laufenden Preiseund ein Certificat darüber beifügen, ob das ausgestellte Produkt in der That auseiner Fabrik hervorgegangen sei, welche Fortgang und regelmäßigen Absatz habe,oder ob es ein einzelnes Produkt sei, das wol über die Geduld und Geschicklich-keit des Verfertigers, nicht aber über den Stand der Industrie Auskunft gebe.Auf dieser zweiten Ausstellung erschien Wolle von der berühmten Heerde von Ram-bouillet: man nahm merkliche Fortschritte in der Wollerzeugung wahr. Im Jahre VIkonnte noch kein Wollfabrikant in erster Linie erscheinen; im Jahre IX nahm dieWollmanufactur eine besondere Kolonnade für sich ein. Die Stadt Louviers glänztebereits durch die von Decretot eingeschickten Tücher, und ebenso waren die schönenErzeugnisse von Louviers, Sedan und Rheims ausgestellt. Die Baumwollgewebe er- ,schienen in bunter Mannichfaltigkeit; nicht minder fesselten das Porzellan von Sevres,die Thonwaaren von Sarreguemines, die Maroquins von Choisy, die Teppiche vonSallandrouze, die Meisterstücke der Typographie der Gebrüder Didot u. s. w.
Joseph Marie Jacquard, der berühmte Erfinder der nach ihm benannten Vor-richtung zum Weben gemusterter Zeuge, erhielt bei dieser Ausstellung nur eine bron-zene Medaille. Man darf sich nicht wundern, daß die Jury Jacquard's Erfindung, ^welche neben der der Schnellschütze unbedingt das Wichtigste ist, was die Weberei ^von ihren ersten Anfängen bis auf die Jetztzeit in ihrem Bereiche entstehen sah,welche später das Gepräge der Seidenindustrie von Grund aus umwandeln sollte,