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Zwöflter Band.
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480 Die Industrieausstellungen.

ziehe man mit 40°/, Prämie; wäre die Einfuhr erlaubt, so gäbe es weniger Mittel,den Unterschleif zu controliren, und bei der Vorliebe des Publicums für ausländischeWaaren seien die inländischen Fabriken bedroht. Der deutsche Nationalökonom vonHermann sagt ebenfalls in seinem Bericht über die französische Ausstellung des Jah-res 1839: „Man kann nicht leugnen, daß, wenn ein Land einmal so lange dasProhibitivsystem angewendet hat, die Einführung eines freien Verkehrs so vielen Ein-wohnern Verlust bringen würde, daß man Anstand nimmt, einen Schritt zu thun,dessen Nachtheil ganz auf die gegenwärtige Generation fällt, dessen Nutzen aber, wiegroß und dauernd er auch allerdings sein mag, blos dem heranwachsenden Geschlechtund der Zukunft gehört."

Die lyoner Seidenfabrikation zeigte sich auf der Ausstellung von 1839 mächtigvorgeschritten, dagegen war die dortige Weberei in glatten Zeugen infolge derArbeiterausstände zurückgegangen und auf das Land übergesiedelt, wo das wohlfeilereLeben dem Arbeiter gestattet, sich mit weniger Lohn zu begnügen. Die lyonerFabriken hatten reichere und gemusterte Zeuge, Hutplüsche, Modeartikel und-gedruckteSeidenzeuge, Westenzeuge u. dergl. ausgestellt. Ihnen kam die Mode zu Hülfe, diein den letzten fünf Jahren sich mehr als früher den gemusterten Zeugen zuwendete,sodaß, wenn man auch die Käufer verlor, die vorherrschend auf Wohlfeilheit sehen,doch die Modewelt tributpflichtig blieb. In der Fabrikation der Battiste war Frankreichnicht zurückgegangen, gegenüber den gleichfeinen Banmwollgeweben hatte aber dasTragen der Linnenbattiste abgenommen. Die feinern Baumwollgewebe hatten sichin den letzten fünf Jahren durch allgemeine Anwendung und Verbesserung derWebemaschinen durchaus vervollkommnet; die größten Fortschritte bewirkte aber vielleichtdie Anwendung des Jacquardstuhls zur Herstellung leichterer brochirter Baumwollzeuge.Im Ganzen war ein Zustand der Beengung der französischen Baumwollfabrikationnicht zu verkennen. Dies beweist die abnehmende Einfuhr an Baumwolle zum ein-heimischen Verbrauch; sie betrug im Jahre 1815: 16,414606; 1825: 24,667312,1834: 36,934536, 1836: 44,331604, 1838: 39,247800, 1839: 32,900000 Kilo-gramme, d. h. um 25"/» weniger als 1836. Dies beweist ferner die Eingabe, welche dieelsasscr Fabrikanten im Monat Mai 1839 an die Kammer richteten, in welcher siesich beklagen, daß sie des auswärtigen Absatzes entbehren und ganz auf den ein-heimischen Markt beschränkt seien, der sie zwar monopolisire dem Auslande gegenüber,daß sie aber das Material zu ihren Maschinen im Jnlaude um 30/!, theurer zahlenmüssen, und sie entfernt seien zugleich vom Meere, wo man. die Baumwolle kaufe,und von der Hauptstadt, wo man die Baumwolle absetze; ihre 11000 Arbeiterverdienten wol ernste Rücksicht. Was konnte aber zu Gunsten dieser Fabrikation ineinem Lande geschehen, wo man sich in ein Chaos von Beschränkungen und Zu-geständnissen verwickelt und überall mit der einen Hand der Industrie genommen hat,was man ihr mit der andern gegeben? Und solchen Geständnissen der ersten Fabri-kanten Frankreichs gegenüber bemühte man sich immer noch, die Vortheile des Pro-hibitivsystems unbedingt abzupressen.

Gespinnste und Gewebe aus Kautschuk treten 1839 zum ersten male inMenge auf. Die Anwendung der Zeugdrucke auf die feinern Wollgewcbe, nament-lich die Wollmusseline, hat sich seit 1834 unglaublich vervollkommnet; im Ganzenhat der Zeugdruck nicht blos in seinem chemischen Theile, sondern auch durch An-wendung mechanischer Mittel zum Auftragen mehrer Farben sich gehoben, uns> dieausgestellten Druckmaschinen, insbesondere die Perrotine, deuten schon den spätererfolgenden großen Aufschwung an. Die Papiersabrikation hat sich im Allgemeinenverbessert, die Zahl der Papiermaschinen sich mehr als verdoppelt. Selligue stelltbituminösen Schiefer, flüssiges Schieferöl, Mineralwachs und Kerzen daraus aus,die damals ziemlich unbeachtet blieben; man ahnte damals nicht, daß die näm-lichen Stoffe 17 Jahre hmter als Photogen und Mineralöl und das Mineral-wachs unter dem Namen Paraffin eine Revolution in den Beleuchtungsmethodenvorbereiten würden! Die Eisenproduction hatte sich in Frankreich seit 1832 fast