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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen. 483

es übler Laune ist, sich als Republik erklärt, nicht das Recht habe, sich ein Feder-messer in England, eine Wasserflasche in Böhmen und einen Fenstervorhang in derSchweiz zu kaufen."

Wir kommen jetzt zur elften und letzten französischen Ausstellung. Sie fandim Jahre 1849 in den Champs Elyse'es in einem besonders zu diesem Zwecke

errichteten Gebäude statt. Zur Erbauung desselben sowie zur Bestreitung der

übrigen Kosten war dem Handelsminister unter dem 22. Nov. 1848 von derNationalversammlung ein Credit von 600000 Francs eröffnet worden. Dem Ver-nehmen nach sollen die Kosten des Gebäudes allein über 400000 Francs betragenhaben. Den Grundriß des llalais 6s l'sxposition bildete ein kolossales länglichesViereck, dessen Flächeninhalt ungefähr 20000 Quadratmeter betrug. Es war vonHolz construirt und mit Zinkplatten bedeckt. Durch einen kleinen in der Mitte

befindlichen Hofraum erhielt es die Haupteintheilung in die vier Galerien. DieGroßartigkeit der Räume, die Mannichfaltigkeit und die Pracht der ausgestelltenGegenstände gewährte einen Anblick, wie ihn bis dahin noch nie die Industrie-ausstellung eines Landes dargeboten hatte. An das Hauptgebäude, lehnten zwei

Seitengalerien, bestimmt die Producte des Ackerbaus und der Viehzucht, besondersZucht- und Mastvieh, aufzunehmen, welche im Jahre 1849 zum ersten male mitden gewerblichen Erzeugnissen vereinigt zur Ausstellung kamen. Ungeachtet alleraus den herrschenden politischen Verhältnissen hergeleiteten Befürchtungen übertrafdie elfte Ausstellung an Zahl der ausgestellten Gegenstände und der Aussteller die zehnte.Die Ausstellung von 1849 zählte, mit Ausschluß der für Viehzucht und Gartenbauausgeführten, die wir hier vollständig übergehen, nicht weniger als 4332 Aussteller.Diese Zahl ist bezeichnend nicht blos für das Wachsthum der Gewerbe, sondern auchfür die gestiegene Theilnahme der Industriellen an den Ausstellungen. Belohnungenerhielten 3738 Aussteller.

In keinem Fache bot die Ausstellung des Jahres 1849 gegen die vorhergehendeein solches Bild des Fortschritts dar als in der Maschinenfabrikation. Es hattensich dabei nicht weniger als 438 Aussteller, also gegen 10°/r> der Gesammtzahl, be-theiligt; da die meisten derselben mehre Maschinen geliefert hatten, so kann mandie Zahl der einzelnen Maschinen wol auf 1300 — 2000 schätzen. Unter den Werk-zeugmaschinen waren die Stoßmaschinen, Hobel-, Feil-, und Bohrmaschinen hervor-ragend. In gleicher Progression wie bei den Werkzeugmaschinen machte sich auchder Fortschritt im Bau der Dampfmaschinen geltend. Es betrug die Zahl der stehen-den Maschinen iin Jahre 1820: 59, 1830: 523, 1836: 1749, 1839: 2547, 1844:3588, 1849: 4595. Die innere Vervollkommnung zeigte gleichen Schritt auf mitdem Wachsen der Zahl, wofür der beste Beweis das außerordentlich geringe Kohlen-quantum, auf welches viele Constructeure ihre Maschinen reducirt hatten. Bei den Ma-schinen für Buchdruck war eine rotirende Presse von Giroudot in Paris ausgestellt, vonwelcher angegeben wurde, daß sie 8000 Exemplare per Stunde drucken solle. In allenZweigen der Eisen - und Stahlindustrie zeigten sich mächtige Fortschritte; die Hütten-,Walz- und Puddlingswerke standen in Bezug auf technische Einrichtungen den bestenin Europa gleich. Von dem außerordentlich gesteigerten Zinkgebrauche gaben die man-nichfalkigsten Ausstellungsgegenstände Zeugniß. Niellirte und galvanoplastische Arbeitensowie die Daguerreotypie und Photographie bewiesen den Einfluß der Entwickelung derChemie und Physik auf die Gewerbethätigkeit. Von den Schlosserarbeiten waren diefeuerfesten Geldschränke, von den Apparaten zur Zuckerfabrikation die Centrifugal-trockcnapparate, durch welche man das kostspielige Decken des Zuckers umgeht, hervor-zuheben. Bei den Leuchtstoffen machten die von Maas, Tribouillet und Comp. aus-gestellten Stearinkerzen, aus unreinem Fette durch Verftifung mit Schwefelsäure undDestillation der Fettsäuren gefertigt, mit Recht Aufsehen. Von den ausgestelltenchemischen Producten konnten die verschiedenartigsten Düngepulver, das Zinkweiß alsErsatzmittel für das Bleiweiß, das Dextrin anstatt des arabischen Gummi, das Albu-