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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

Von den süddeutschen Landern gab Baiern durch Münchens Privatvereine denersten Anstoß zu Ausstellungen, die in den Jahren .1818 und 1819 abgehaltenwurden. Später nahm sich der Polytechnische Verein in München der Sache an,und es fanden in den Jahren 1821, 1822 und 1825 auf Veranlassung des Aus-schusses dieses Vereins in München die ersten eigentlichen Industrieausstellungen statt,ohne jedoch von dem ganzen Königreich auch nur einigermaßen vollständig beschicktzu werden. Bei der in ähnlicher Weise veranstalteten Ausstellung von 1827 be°liefen sich die Ausstellungsgegenstände schon auf 255-Nummern. Durch königlicheVerordnungen vom 16. Aug. 1850 und 14. Dec. 1855 wurden dreijährige Ge°Werbeausstellungen angeordnet und Ministerialcommissionen vorgeschrieben, welchenicht nur die Ausstellungen leiten, sondern auch über die Ausstellungsgegenständeurtheilen und Anträge auf die zur Auszeichnung bestimmten Ehrenmünzen vorlegensollten. In dem dadurch herbeigeführten größer» Umfange und mit steigender Theil-nahme des Gewerbstandes wurden hieraus die Ausstellungen des Jahres 1834 und1835 in München und die des Jahres 1840 zu Nürnberg abgehalten. Letztereward bereits von 1002 Ausstellern beschickt, von denen 644 Mittelfranken, 101 Ober-baiern, 100 Schwaben und Neuburg, 77 Oberfranken, 28 Niederbaiern, 22 Rhein-pfalz, 6 Unterfranken angehörten. Außerdem wurden in den Kreishauptstädten Aus-stellungen in kleinerm Umfange veranstaltet, so zu Würzburg, Kaiserslautern, die letzte1852 in Augsburg.

In Würtemberg fanden seit 1820 in Stuttgart, Cannstadt, Eßlingen, Ulm,Hall, Neutlingen, Ellwangen Gewerbeausstellungen mit Beurtheilung der ausgestell-ten Gewerbserzeugnisse statt; auch in Baden wurden seit 1832 in Karlsruhe undFreiburg Ausstellungen mit sachverständiger Beurtheilung veranstaltet und über dieErgebnisse derselben öffentlich berichtet.

In den zollvereinten Staaten Mittel- und Norddeutschlands wurden auch imKönigreich Sachsen bereits in den Jahren 1824 und 1829 öffentliche Gewerbe-ausstellungen gehalten, von denen die letztere zwar schon 515 Ausstellungsgegenständeenthielt, aber dem Zweck, ein lebendiges und übersichtliches Bild des Umfanges undder Fortschritte der sächsischen Industrie zu geben, nur unvollständig entsprach.Um die Theilnahme des Gewerbstandes an denselben und deren Wirksamkeit zurAufmunterung der Industrie zu erhöhen, ward sodann für die im Jahre 1851 statt-findende Ausstellung die Bildung eines besondern Prüfungsausschusses angeordnet.In der That zeigten nun auch die sächsischen Ausstellungen von 1834, 1837, 1840und 1845 eine sehr merklich steigende Theilnahme des Gewerbstandes, und bei derhohen Entwickelung der sächsischen Industrie blieben diese Ausstellungen nicht ohneWirksamkeit und Bedeutung. In dem Gewerbeverein für das Großherzogthum Hessenwurde zu Anfang des Jahres 1857 der Vorschlag gemacht, eine Ausstellung inlän-discher Gewerbserzeugnisse, verbunden mit Preisvertheilung, zu versuchen; dieser erstenAusstellung folgten andere 1839 zu Darmstadt, 1840 und 1841 zu Mainz. Dasgroße Verdienst, welches sich der hessische Gewerbeverein dadurch um die deutsche In-dustrie erwarb, daß er im Jahre 1842 die erste Ausstellung für das deutsche Bundes-gebiet veranstaltete, wird weiter unten seine volle Berücksichtigung finden. Kurfürst-lich hessische Ausstellungen fanden seit 1817 statt. Ebenso hatten Altenburg, Wei-mar, Koburg, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Oldenburg, Rostock undGüstrow seit 1826 ihre Ausstellungen.

In der östreichischen Monarchie wurden in den deutschen Ländern bereitsseit dem Jahre 1820 periodische Ausstellungen inländischer Jndustrieerzeugnisse veran-staltet. In Betracht Dessen; daß die wohlthätigen Folgen solcher Ausstellungen beigrößerer Ausdehnung des Gebiets auch in höhcrm Grade hervortreten müßten, ord-nete man sodann Central-Gewerbsproductenausstellungen an, von denen bereits dreimit steigendem Erfolge 1855, 1839 und 1845 in Wien abgehalten wurden. DieseAusstellungen lieferten, wenn auch kein vollständiges, doch ein belehrendes Bild derZustände des östreichischen Gbwerbfleißes, dessen Fortschritte sehr deutlich in die Au-