486 Die Industrieausstellungen.
gen fielen. Das Verhältniß der Anzahl der Aussteller und der Auszeichnungen beiden drei östreichischen Ausstellungen war folgendes:
Im Fahre.
Aussteller.
Von diesen wurden ausgezeichnet mit der
Summeder Auszeich-nungen.
goldenen
M
filbemene d ai l l
bronzenen
L.
ehrenvollen
Erwähnung.
1835
594
27
68
102
119
316
1839
732
63
124
127
111
425
1845
1868
109
188
270
263
830
Neben diesen Centralausstellungen wurden die Gewerbserzeugnisse der einzelnenLänder der Monarchie noch zu Privatausstellungen vereinigt, so zu Prag in denJahren 1828 — 44, Brunn, Klagenfurt, Laibach, Gratz.
Wenn es wahr ist, daß ein Hauptvortheil der Gewerbeausstellungen darin liegt,daß der Wetteifer der Producenten, der in einem engern Kreise nur einseitig wirkt,durch die Ausstellungen sowol zu Gunsten der Consumentcn als auch zu gegen-seitiger Belehrung und Ermunterung der Producenten selbst sich vollständiger ent-wickelt, so müssen natürlich in dieser Hinsicht die Ausstellungen kleinerer Länder, derenIndustrie meist einseitig, sehr zurückstehen gegen die Ausstellungen großer Gebiete,welche die überwiegende Mehrheit der Industriezweige in einem Grade ausgebildethaben, der dem einheimischen Bedürfnisse nahezu genügt. Auf den Ausstellungengroßer Gebiete ist dann ein Wettkampf aller der Producenten möglich, die untergleicher Berechtigung die Märkte des Gebiets besuchen und dem Bedürfniß genügen.Es wird ferner, für die einzelnen Staaten und Länder immer von größtem Interessefür ihren Handel und ihre Industrie bleiben, von Zeit zu Zeit Ausstellungen blosder eigenen Erzeugnisse zur Anerkennung vorzüglicher Leistungen und Aufmunterungin dem Bestreben zur Begründung neuer Industriezweige zu halten, aber ebenso Vor-theilhaft, ja für die industrielle Entwickelung des einzelnen Gebiets nothwendig mu;es auch sein, daß die bedeutendsten Producenten des ganzen großen Marktes in leben-dige Wettbewerbung gebracht werden, daß der Gesichtskreis der heimischen Fabrikantenerweitert und ihnen der Umfang des Gesammtgebiets und der Leistungen, mit denensie zu concurriren haben, anschaulich gemacht wird. Diese und ähnliche Gedanken warenes etwa, welche bei der GeneralcoNferenz in Zollvereinsangelegenheiten, die 1841 zuBerlin abgehalten wurde, den Bevollmächtigten der bairischen Regierung zu dem Vor-schlage veranlaßten, es möchten für die Industrie- und Gewerbserzeugnisse.des gesumm-ten Zollvereins periodische Ausstellungen nach einem gemeinschaftlichen Plane und unterMitwirkung der sämmtlichen Vereinsregierungen veranstaltet werden. Es wurdehervorgehoben, wie diese Ausstellungen ihren Theil beitragen würden, das Wesender Industrie immer mehr und mehr aufzudecken, und die große Wahrheit zubefestigen, daß alle Production nicht um ihrer selbst Werth habe, sondern nur in-sofern, als sie dem Producenten seinen Bedarf liefert, und daß, bei aller Rücksichtauf momentane Verlegenheit zurückgebliebener Gewerbe, doch auf die Dauer derReichthum eines Landes nicht dann glücklich fortschreite, wenn es alles Das er-erzeuge, was es bedürfe, sondern nur, wenn der Konsument seine Bedürfnisse mitdem möglichst geringen Aufwande und am besten zu befriedigen vermöge. Da dieMission des Zollvereins vor allem die praktische Durchführung dieser Idee sei, sowürden gemeinsame Industrieausstellungen, die von Zeit zu Zeit ein lebendigesBild jener Wettbewerber deutscher Industrie darlegten, an seine übrigen Institutionensich auf das zweckmäßigste anreihen. Diese Ausstellungen würden, deutlich dieFortschritte kundgeben, welche die deutsche Industrie unter dem Einflüsse des Zoll-vereins gemacht; sie würden zur Ausfüllung der noch vorhandenen Lücken aufmuntern.Dabei sei für den Zollverein im Ganzen ihre Bedeutung dem Auslande gegenüber