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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

land schon wegen der Vereinzelung vieler Productions- und Fabrikationszweige, diein vielen andern Landern in glücklichem Zusammenhange wirken, noch mehr aberwegen der empfindlichen Concurrenz mit dem Auslande zu kämpfen hat, ihre Lei-stungen dennoch ein rühmliches Zeugniß geben von dem Fleiße, der Beharrlichkeitund der Ausdauer des deutschen Volks, daß daher auch unter den Leistungen desmit Recht seit Jahrhunderten durch seine industriellen Anlagen, seine Erfindungs-kraft und geschmackvolle Eleganz berühmten Eewerbstandes in Frankreich Deutsch-land den alten Ruhm der Gediegenheit. Preiswürdigkeit und den edeln, den echtenKunstsinn beurkundenden Einfachheit seiner Gewerbserzeugnisse behaupten darf." Eswar in der That ein großartiger, erhebender Anblick, die zahlreichen Gebiete undLänder, in welche das deutsche Land im Laufe der Jahrhunderte sich gegliedert hat,in einem Ganzen vertreten zu sehen. Der immer schwer auszuführende Gedanke,alle wichtigern Zweige der Industrie in einer ihrer Bedeutung entsprechenden Stu-fenfolge vor Augen zu legen, hatte sich zwar noch nicht erreichen lassen, und es warendie verschiedenen Industriezweige auch wegen der. verschiedenen Neigung und Gele-genheit zur Einsendung von Probestücken sehr ungleich vertreten. Indessen warendoch alle wichtigern Gewerbszweige Deutschlands repräsentirt; jeder Sachkenner undGewerbsfreund fand eine, in dieser Vollständigkeit in Deutschland noch nicht dage-wesene Vereinigung von Gewerbserzeugnissen.

Ungeachtet der Reichhaltigkeit der ausgestellten Gegenstände zeigten sich freilichbei ernstlicher Prüfung auch manche Lücken und Mängel in den Gegenständen, dietheils von dem Zurückbleiben der betreffenden Gewerbsanstalten, bei der Ausstellung,theils auch von wirklichen schwachen Seiten der deutschen Industrie herrührten. Vielemochten von der Ansicht ausgegangen sein, daß Artikel, welche allbekannt und vonkeinem hervortretenden Äußern seien, sich zur Ausstellung nicht eigneten, währenddoch manche solcher Artikel unbestritten von der größten Wichtigkeit für den innernHandel und für den Export sind. So war das Gebiet der für Deutschlands Aus-fuhrhandel überwiegenden landwirthschaftlichen Producte, selbst der Flachse und Wollen,nur sehr unvollständig vertreten. Bezüglich derjenigen Industriezweige, welche inDeutschland nicht in dem Grade betrieben wurden, um sich auf der Ausstellungwürdig zu repräsentiern, ließ sich bei dem gänzlichen Mangel einer brauchbarenGewerbestatistik über die Werkstätten eines jeden Industriezweiges oder über derenNichtvorhandensein nicht mit Sicherheit ein Urtheil bilden. Bei einigen Artikelnjedoch, wie z. B. Baumwollgarn, Seidenbändern, Schaumweinen, Eisen, Maschinen,Taschenuhren, zeigte es sich deutlich, daß den Anfoderungen des confumirendenPublicums von der deutschen Industrie noch nicht völlig genügt werden konnte; beiandern, wie bei der Seidengage, dem Bobbinet und den Stahlfedern^ zeigten sichsogar kaum erst die ersten Anfänge der Industrie. Was nun die einzelnen für denAusfuhrhandel wichtigern Zweige betraf,„so bewiesen sich die Seidenwaaren durchauszur Ausfuhr geeignet: geschmackvolles Äußere, ziemliche Wohlfeilheit und haltbareÄrbeit fand sich in denselben vereinigt. Noch befriedigender stellte sich der Umfangund der außerordentliche Fortschritt der Tuchfabrikation heraus, welche sich in demletzten Jahrzehnd durch verbesserte Maschinen gehoben und die Concurrenz mit denTuchen Englands, Frankreichs und Belgiens mit Glück begonnen hatte. In vie-len Colonien hatten sich auch die deutschen Tuche bereits vortheilhaften Absatz ver-schafft. ^Aachen, Düreu, Lenuep, Hückeswagen, Züllichau, Finstecwalde, Licgnitzund Grüneberg arbeiteten am stärksten für den Export. Die für den Exporthandelso wichtigen baumwollenen Strumpfwaaren waren nur mangelhaft repräsentirt. DieLeinenwaaren, dieser wichtigste und älteste Zweig des deutschen Exporthandels, fandsich nicht seiner, wenn auch gesunkenen, doch immer noch achtbaren Bedeutung ent-sprechend vertreten. Rücksichtlich der Flachsmaschinengarne konnte bei der Unzu-länglichkeit des deutschen Gespinnstes für den Bedarf noch von keiner Ausfuhr dieRede sein. Die Eisenproduction zeigte keine erheblichen Fortschritte; man hatte die-selbe jüngst durch die Einfuhr- von fremdem Eisen für bedroht gehalten und sie dem-