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Die Industrieausstellungen.
gemäß durch eine Zollerhöhung für das aus dem Auslande eingehende Eisen begün-stigt. Dagegen bot der Eisenguß zahlreiche Belege für seine Fortschritte dar, undman durfte wol mit Befriedigung auf die Producte der deutschen Gießereien sehen, Pro-ducts, welche in Hinsicht des Geschmacks, der Reinheit und Kunstfertigkeit desGusses vom Auslande noch nicht erreicht worden waren. Besonders in Berlinzeichneten sich die königliche Eisengießerei, die Gießereien von Borsig, Egells undFreund durch die Größe ihrer Anlage und den Umfang der Geschäfte, die vonDevaranne aber durch die Vollkommenheit und Kunstfertigkeit ihrer Producte Vor-theilhaft aus. Der Zinkguß — durch den Oberbergrath Krigar im Jahre 1832ins Leben gerufen und durch Schinkel, der an der Veredelung der preußischenGewerbe den wesentlichsten Antheil hat, auf das kräftigste gefördert — ließ hier zumersten male die Rolle ahnen, die dem Zink in der Zukunft zu spielen bestimmtscheint. Die Güsse von M. Geiß ließen nichts zu wünschen übrig. > Die Stahl-und Eisenwaaren von Jserlohn, Remscheid und Solingen, diese unzähligen kleinenArtikel von den Messerschmiedewaaren an bis zur Feile, Raspel und Säge, bis zuden Helmen, Kürassen und Schwertfegerarbeiten zeigten die erfreulichsten Fortschritte.Die wichtige Nähnadelfabrikation hatte sich, so sehr sie auch von der englischenConcurrenz bedrückt war, nicht nur erhalten, sondern sie hatte auch an Stärkeund Ausdehnung gewonnen. Blühend, solange noch der Kleinhandel allein üblich,nahm sie in dem Maße ab, als die Ausbildung des Betriebs, die Anwendungder Maschinen in England größere Verbreitung fand, erholte sich aber wieder, so-bald auch die deutschen Fabrikanten denselben Weg einschlugen und in ihre erwei-terten Fabriken die Maschinen einführten. Die Ausstelluug bewies, daß die deutscheNadelfabrikation — in Westfalen, der Rheinprovinz und Mittelfranken >— der eng-lischen an Umfang völlig gleichkam. Die Gold-und Silberarbeiten waren noch zumTheil nach französischen und englischen Mustern hergestellt, doch fehlte es keineswegsan Gegenständen, die als selbständige Productionen ein Streben nach edlern For-men kundgaben. Die Vergoldung und Versilberung auf nassem Wege zeigte sichin Deutschland nicht zurückgeblieben. Das gewerbfleißige Nürnberg mit dem nichtminder ämsigen Fürth waren auf der Ausstellung würdig vertreten. Die ausge-stellten Gegenstände beider Städte widerlegten die verbreitete Ansicht, als ob dienürnberger Industrie zum größten Theile aus den Spielwaaren bestehe: die Haupt-stärke dieser Industrie liegt vielmehr in der größer» Metallarbeit, in den großenumfassenden Messingwerken für Blech, Lahn-und Flittergold, an welche sich dieDrahtzügx, dann alle die kleinern Betriebe anschließen, welche Messing- und Tom-backblech oder Draht verarbeiten. Die ausgestellten optischen Instrumente zeigten,daß in dieser Hinsicht Deutschland unübertroffen dastehe: so die Teleskope von Utz-schneider und Fraunhofcr, Mikroskope von Schick und zahlreiche photographische Ap-parate. Der Maschinenbau zeigte sich dem ausländischen noch nicht ebenbürtig, dochstand der Locomokivenbau dem des Auslandes wenig mehr nach. Bis zum Jahre1840 waren auf den deutschen Eisenbahnen, wenige Ausnahmen abgerechnet, nurausländische, namentlich englische und amerikanische Locomotiven anzutreffen; derGrund davon lag in dem ziemlich ckllgemein verbreiteten Vorurtheil, daß Dampf-maschinen überhaupt, sofern es sich um billige Preise und zweckmäßige Constructionhandle, nur aus England mit Vortheil bezogen werden könnten. Daß ein solchesVorurtheil aber unbegründet war, bewiesen die Leistungen der Maschinenbauanstaltenvon Borsig in Berlin, Regnier und Poncelet in Aachen, Jacob!, Hanicl undHuyssen in Aachen und Anderer. Unter den Thonarbeiten machten die Kachelöfenvon Feilner in Berlin mit Recht Aufsehen, insofern dieser Fabrikant es war, derals der Erste die Bahnen verfolgte, die Schinkel vorzeichnete. Die Arbeiten derberliner Porzellanfabrik zeigten, daß dieser Anstalt der Ruhm gebühre, an derSpihe der deutschen Porzellanfabriken zu stehen; die meißener Fabrik dagegen reprä-sentirte in den Hauptgegenständen ihrer Production nur die Mitte des vorigen Jahr-Hunderts. Sehr erfreuliche Beweise von Fortschritten lggen in den ausgestellten Pro-