Band 
Zwöflter Band.
Seite
491
JPEG-Download
 

491.

Die Industrieausstellungen.

ducken der Glasfabrikation vor: gefärbte und geschliffene Glaser, wie sie Baiern,Böhmen und Schlesien liefern, werden nirgends, selbst in England nicht, dargestellt.Das gegossene Spiegelglas dagegen wurde und wird immer noch aus Belgien be-zogen. Die Lederfabrikation, für Deutschland einer der wichtigsten Industriezweige,indem sie zuweilen 30von der europäischen Production erzeugt, hat große Fort-schritte gemacht. Die lackirten und gefärbten Leder, als unechte und echte Saf-fiane, lackirte Kalbs- und Nindsleder, welche seit einigen Jahren für die Ausfuhrnach allen Colonien außerordentlich wichtig geworden, waren von Mainz und Berlinaus vollständig und befriedigend vertreten. Die chemische Fabrikation zeigte sich hochentwickelt: es seien nur angeführt die unter der Leitung von Hermann stehendeFabrik zu Schönebeck, die zu Oranienburg, von Kunheim und Comp. in Berlin,von Jobst in Stuttgart, Wenk in Darmstadk. Ultramarin war von sieben Fabriken,darunter von-Leverkus in Wermelskirchen und Zeltner in Nürnberg, ausgestellt. DieRübenzuckerfabrikation des Zollvereins zählte 159 Fabriken, wovon 105 dem preu-ßischen Staate angehörten. Die zur Zuckerfabrikation verwendeten Rüben betrugenin dem Betriebsjahre 1838 — 39: 2,904208, 1842-43: 2,491604, 1843—-44:4,326391 Zollcentner. Auf 20 Centner rohe Rüben nach dem damaligen Verfah-ren 1 Centner Rohzucker gerechnet, ermittelte sich demnach eine Nohzuckerausbentevon 124580 Centnern 1842—43 und von 216320 Centnern 1843 — 44. Trotz die-ser großen Produktion war der Rübenzucker auf der Ausstellung nur schwach ver-treten. Die technologischen Fortschritte der deutschen Papierfabrikation waren erstau-nenswerth. Überhaupt zeigten sich die wichtigsten industriellen Thätigkeiten, die Er-gebnisse der wirthschaftlichen Zustände, der Bildung und des Fleißes aus allen großemdeutschen Gebieten zu einem im Ganzen befriedigenden Bilde vereinigt. Es hatte sichaufs neue und unwiderleglich bewährt, daß Deutschland in industrieller Beziehungneben England und Frankreich unter den wichtigsten, gebildetsten und productivstenLändern der Erde mit an der Spitze steht, und daß wir Deutschen keineswegs —wie Blanqui meint — so mit nebenherlaufen.

Die Ausstellung, ausgezeichnet von einer Commission, an deren Spitze Herrvon Viebahn stand, wurde am 24. Oct. geschloffen; sie ward im Ganzen von236997 Personen besucht.

Die Totalsumme der 3040 Aussteller vertheilt sich ausfolgende Staaten:

Preußen. 1932

Baiern. 269

Würtemberg. 109

Baden. 14

Sachsen. 114

Thüringische Staaten . 94

Braunschweig. 17

Anhalt. 29

Kurhessen. 56

Hessen. 57

Nassau. 14

Goldene Preismedaillen erhielten 69liche Belobungen 359.

Frankfurt.13

Lippe.16

Luxemburg.13

Östreich.75

Hannover.51

Öldenburg .... 15Mecklenburg .... 30

Hamburg.49

Lübeck.11

Bremen.12

Holstein. 4.

, silberne 232, eherne 638, öffent-

Die östreichische Industrieausstellung des Jahres 1845.

Als die östreichische Regierung mit dem Plane umging, im Jahre 1845 eineIndustrieausstellung zu veranstalten, wurde vor allem die Frage angeregt, ob nichtBilligkeit und dankbare Erkenntlichkeit Deutschland gegenüber, welches bereits imJahre 1842 in Mainz und wiederholt 1844 in Berlin Ostreiche Gewerberzcugniffewillig aufnahm, sie nach Verdienst rühmte und sogar belohnte, ejne nachbarlich freund-schaftliche Erwiderung von Östreich erheischten und ihm die Veranstaltung einer „all-