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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

nerei und Druckerei rascher vorwärtsgegangen als die Weberei. Die Linnenindnstriezeigte sich beschränkt vertreten. Dieser älteste, früher höchst wichtige Zweig der östrei-chischen Industrie hatte überhaupt einerseits durch die ihn überflügelnde Baumwoll-industrie, andererseits durch die überhandnehmende Maschinenspinnerei eine durchausveränderte Richtung erhalten. Die Gerberei und Lederfabrikation, weder im Stande,sich ihren Rohstoff hinlänglich im Jnlande zu sichern, noch mit ihren Produktendem Bedarfe der Monarchie zu genügen, vermochte sich mit der Industrie Belgiens,Frankreichs und der Rheinprovinz durchaus nicht zu messen. In Ungarn, welches200 größere Lederfabriken und gegen 8000 Gerber auszuweisen hatte, waren nochdie seit alkers aus Asien eingeführten eigenthümlichen Methoden der Zubereitung derThierhäute einheimisch. Weitere Fortschritte in dieser Industrie fanden an derLandestracht und an der alten Gewohnheit ein natürliches Hinderniß. Die Nüben-zuckerfabrikation hatte seit dem Jahre 1830, wo die ersten Fabriken in Böhmenentstanden waren , eine solche Ausdehnung erlangt, daß im Jahre 1845 bereits über100 solcher Fabriken in der Monarchie bestanden (Böhmen 34, Ungarn mehr als30, Mähren und Schlesien 19, Galizien 1.0). Die Vertretung des Weins auf „derAusstellung war nur eine unbedeutende zu nennen, wenn man bedenkt, daß Öst-reich nebst Frankreich zu den bedeutendsten Weinländern der Erde gehört: es bautenämlich im Jahre 1845 auf 1,729694 niederöstreichischen Jochen über 41 Millio-nen Eimer Wein. Die Fabrikation chemischer Products zeigte sich im Aufblühenbegriffen, und sie verdiente allerdings in allen ihren Beziehungen vorzugsweise beach-tet zu werden, indem von ihrer größtmöglichen Vervollkommnung die weiter» Fort-schritte einer Anzahl von Gewerben abhingen. Unter den chemischen Fabriken nah-men die für Bleiweiß einen bedeutenden Platz ein: letzteres ward besonders in Kla-genfurt, St.-Veit, Villach und Wolfsberg in großer Menge bereitet. Die Aus-beute an natürlicher Soda auf der debrecziner Haide schätzte man auf 8—9000Cenkner. An Pottasche erzeugte Ungarn 200000 Centner, wovon gegen 40000 Cent-ner ins Ausland gingen. Die Fabrikation der Zündrequisiten, die ein Jahrzehndspäter eine ungeahnte Ausdehnung erlangen sollte, trat bereits in respectabler Re-präsentation auf (Fürth in Schüttenhofen beschäftigte 400 Personen mit 35000Gulden jährlichem Arbeitslöhne, Preshel und.Pollak 270 Personen, im Jahre 1854gegen 3000 Personen). Die Ausdehnung der Fabrikation der Stearinkerzen in Öst-reich gehörte den letzten Jahren an: im Ganzen schätzte man diese Fabrikation auf18000 Centner im Werthe von mehr als einer Million Gulden. Unter den reichenNaturschätzen, womit die östreichische Monarchie gesegnet ist, nimmt die Steinkohleden ersten Rang ein; sie kommt in allen Ländern der Monarchie vor und versprichtfür eine lange Zukunft hinaus eine sich steigernde Ausbeute. Bis zum Jahre 1845stand die Steinkohlengewinnung in keinem Verhältnisse zu der Zahl der bereits auf-gefundenen Lager. Im Jahre 1843 wies die Steinkohlenausbeute nur wenig über9 Millionen Centner auf, 1845 glaubte man sie schon,, auf 12 Millionen Cent-ner schätzen zu dürfen. Nach diesen Angaben nähme Östreich, den vierten Platzunter den Steinkohlenländern Europas ein (England mit 509 Millionen Centner,Frankreich mit 75 Millionen, der Zollverein mit 55 Millionen). „Blickt man aufdie ungeheure Steinkohlenausbeute und den Verbrauch Englands, so stellen sich sofortzwei Entwickelungsmomente evident heraus, nämlich der hohe Aufschwung der In-dustrie und der damit zusammenhängende Kohlenverbrauch, und sodann die in Eng-land zugebote stehenden Verbindungsmitkel. Werden diese beiden Fackoren aucheinmal in Ostreich zur Geltung gelangt sein, so dürfte sich für die östreichischen Stein-kohlengruben eine zukunftreiche Aussicht eröffnen." Dies sagte ein Berichterstatterim Jahre 1845. Gegenwärtig, elf Jahre später, ist allerdings der Fortschritt be-merkbar, aber Bedeutendes geschah bisher noch immer nicht. Die Eisenproductionund -Fabrikation ist einer der wichtigsten und bedeutendsten Zweige der östreichischenIndustrie. Ostreich besaß im Jahre 1845 226 Hohöfen, 15 Puddlingwerke, 40Walzwerke, 836 Hammerwerke; die Produktion betrug an Roheisen und Eußwaare