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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

mehr. Die Nebeneinanderstellung der Producte lieferte den Beweis, daß die deutscheIndustrie vor allem eine stärkere Betheiligung des Capitals, ausgedehntere Anwendungder Maschinenkraft und besserer Werkzeuge bedürfe. Zeigten sich die gemusterten WaarenDeutschlands, bezüglich ihrer Compositionen mit denen Frankreichs verglichen, in ent-schiedenem Nachtheile, so war auf der andern Seite eine Überlegenheit in dem Buch-und Steindruck, in den Typen, in dem Kunstgüsse und andern, höhere allgemeine Bil-dung des Herstellers voraussetzenden Erzeugnissen nicht zu verkennen. Die IndustrieOstreichs, Belgiens und der Schweiz zeigte eine ähnliche Richtung wie die Deutschlands;dagegen bewiesen sich die italienischen, spanischen und russischen Industrien den fran-zösischen insofern verwandt, als sie sich durch Luxusarbeiten auszeichneten. In den,den Produkten des Orients gewidmeten Abtheilungen waren in mcrcantiler undethnographischer Hinsicht werthvolle Erzeugnisse ausgestellt, welche sattsam zu erkennengaben, wie die Industrie des Orients der europäischer Länder nicht zu folgen vermag.Die nordamerikanischen Staaten und der australische Continent zeigten eine aus diereichsten Naturschätze und ihre Entwickelung basirte Industrie und regen Combina-tions- und Speculationsgeist; nicht selten waren ausgezeichnete, die Vorbilder der AltenWelt bereits übertreffende Leistungen.

Keine Gruppe der Ausstellungsgegenstände führte die mächtigen Fortschritteder ersten Hälfte des k9. Jahrhunderts besser vor Augen als die der Ma-schinen. Konnte die Ausstellung gleich nicht geeignet sein, ein Urtheil über denWirklichen Standpunkt der Maschinenfabrikation in den verschiedenen dabei con-currirenden Ländern zu gestatten, so trat doch in diesem Zweige eine staunenswertheStärke und Mannichfaltigkeit von mechanischen, dem Willen des Menschen unter-geordneten Kräften auf erfreuliche Weise hervor. Man mußte erkennen, wie diewahre Größe der heutigen Industrie darin bestehe, daß sie begonnen hat, den altenFluch der physischen Arbeit von dem Geschlechte abzuwälzen, und die Gesetze dertodten Natur in den Maschinen zwingt, für sie einzustehen im Joch — ein rüstigerund unermüdlicher, aber unfreiwilliger Helfer. Um den schweren Theil, den mander Maschine aufgebürdet hat, ist der Mensch erleichtert, um für edlere Zweckethätig zu sein.

Unter den Webewaaren traten die Wirkungen der Woll- und Baumwoll-spinnerei, der Chlorbleiche und des Walzendrucks deutlich und Vortheilhaft hervor,die Kammgarn- und Flachsmaschinenspinnerei, die Maschinenweberei glatter und ge-musterter Zeuge; die verbesserten Appretirverfahren zeigten sich dagegen noch in denersten Stadien. Aus allen Zweigen der Weberei trat, was Geschmack und guteAusführung betrifft, Musterhaftes hervor. Die Pracht der orientalischen Gewebebildete einen eigenthümlichen Kontrast; von der Mustercomposition der indischenStoffe war Vieles zu lernen. Auch in Wollstoffen und Seidenwaaren zeigte sichviel Neues und Eigenthümliches. Bei den Tuchen gewährte, nach dem Aussprucheeines bewährten Kenners der Wollindustrie, des Herrn von Hermann, die deutscheFabrikation die genügendste Ausbeute: es zeigte sich, daß Deutschland, durch aus-gezeichnete Wollen, tüchtige Arbeiter, Färbereien und vorzügliche Maschinen be-günstigt, auf seinem Markt keine Concurrenz zu scheuen brauchte. Unter denMetallwaaren zeichneten sich die Eisengüsse, sowol Herdgüsse wie die feinern Formen-güsse, der Engländer aus; unter den Arbeiten in Stabeisen traten reiche Bettstellenhervor, bei denen französische Aussteller Vorzügliches geleistet hatten. Unter denWaffen, namentlich Feuerwaffen, enthielt die französische Abtheilung manches Be-achtenswerthe; in blanken Waffen und Schneidewaaren bewährten Solingen undSheffield ihren alten Ruf. Die Bronzeausstellung zeigte große Mannichfaltigkeit.Im decorativen Bronzeguß lieferte Frankreich das Ausgezeichnetste; die zahlreichenenglischen Bronzen trugen sämmtlich das Gepräge der Steifheit bei unverkennbarerSolidität und meist sehr fleißiger Ausarbeitung an sich, beleidigten aber oft dasAuge Desjenigen, der an bessere Formen gewohnt war. Prächtig waren die Gold-,Silber- und Juwelierarbeiten aus England, Frankreich, Deutschland, Rußland und