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Zwöflter Band.
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502 Die Industrieausstellungen.

schmack des Publicums zu entsprechen, mannichfacher und neuer Formen und Muster.Ein Grund des so häufigen Zurückgehens der deutschen Gewerbe liegt in der Entfer-nung des Gewerbes von der Kunst. Der Künstler ist ursprünglich aus dem Hand-werker hervorgewachsen; Letzterer erhob sich bei besonders reicher schöpferischer Begabungdurch Fortentwickelung und freie Gestaltung des Materials zu der Stufe des Erstem,doch vergaß er diesen nicht. Das Nichtvergessen aber des Handwerkers von Seitendes Künstlers bildete die Grundlage jener vorzüglichen Werke früherer Jahrhunderte,auf denen unser Auge noch heute mit Bewunderung ruht. Damals war der Künstlermehr Handwerker, der Handwerker mehr Künstler; Beide standen auf gemeinsamemBoden, und eine gegenseitige Ergänzung Beider durch Aufschwung des Gedankens,Schönheit der Formen und technische Fertigkeiten bildete den wirksamen Hebel allerThätigkeit. Als in der neuern Zeit die Kunst, eine immer idealisi'rtere Richtung ein-schlagend, sich in stolzem Selbstbewußtsein vom Handwerk lossagte, da begann derVerfall des letztem. Soll die Kunst aufs neue mit den Gewerke» innig verwachsen,so muß mit der Jugend begonnen und in ihr das Gefühl für Reinheit und Schön-heit der Form lebendig geweckt werden, damit dasselbe später bei erlangter technischerFertigkeit in den verschiedenen Zweigen der Industrie durch die äußere Erscheinungder geschaffenen Gegenstände sich geltend macht.

Die Ausstellung wurde den 15. Oct. in ähnlich feierlicher Weise, wie sie amI.Mai eröffnet worden war, und außerdem noch durch eine religiöse Feierlichkeit ge-schlossen.

Die Gesammtzahl der Besuchenden überstieg 6 Millionen und die Gestimmt-einnähme 505107 Pfund Sterling; davon waren 150000 Pfund, weit über1'/- Millionen Gulden, reiner Überschuß. Die Eintrittspreise waren folgendermaßenbestimmt: es kostete eine persönliche für die ganze Ausstellungszeit gültige Eintritts-karte für Herren 5 Pfund Sterling 5 Schilling und für Damen 2 Pfund Sterling2 Schilling; am zweiten und am dritten Tage nach der Eröffnung kostete eineeinmalige Eintrittskarte 1 Pfund Sterling; den vierten bis einundzwanzigsten Tagnach der Eröffnung je 5 Schilling, und vom zweiundzwanzigsten Tage an bis zumSchlüsse der Ausstellung jeden Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag1 Schilling, jeden Freitag 2 Schilling 6 Pence und jeden Sonnabend 5 Schilling.Die Zahl der täglichen Besucher war in der mittlern Zeit der Ausstellung ungefähr50000 an den Schillingstagen, sank sodann etwas und erhöhte sich endlich in denTagen vor dem Beschlusse auf nahe 110000.

Die Totalsumme der Aussteller betrug 17062, nach dem lückenhaften amtlichenKataloge aber nur 15937. Letztere Zahl vertheilte sich auf die einzelnen auf derAusstellung repräsentirten Staaten in folgender Weise:

Großbritannien und Irland. . . 6861

Britische Colonien ........ 520

Preußen und nördl. Vereinsstaaten 872

Baiern . 99

Sachsen. 190

Würtemberg. 109

Frankfurt. 35

Hessen.. 80

Luxemburg. 6

Nassau. 15

Hamburg und Norddeutschland . 154

Niederlande. 115

Belgien. 560

Schweiz. . . . i. 265

Östreich. 731

Griechenland.. . 56

Rom. 52

Sardinien.. . . . i . . . 95

Toscana.. 99

Frankreich.1710

Spanien. 286

Rußland. 263

Schweden und Norwegen.... 117

Dänemark. 59

Persien. 12

Nordamerika. 499

Südamerika. 12

Bei der allgemeinen deutschen Ausstellung des Jahres 1844 zu Berlin waren3040, bei der allgemeinen östreichischen Ausstellung des Jahres 1845 1868 und